Sucht-Parcours in Bismarker Mehrzweckhalle / Neunte und achte Klassen testen Wissen

Mit 1,3 Promille noch gerade gehen

Gar nicht so einfach mit 0,8 Promille noch zu treffen. Fabian hatte da so seine Probleme.

Bismark. Die Gruppe „Kasiecker“ hat gewonnen und damit bewiesen, wie viel sie vom Thema Sucht versteht. Doch ging es gestern in der Aula der Bismarker Mehrzweckhalle nicht vorrangig ums Gewinnen, als sich die achten und neunten Klassen versammelt hatten.

Vielmehr sollte der Sucht-Parcours des Kreis-Gesundheitsamtes die Gefahren und das Wirken von Alkohol und Drogen, aber auch Süchten wie Mager- und Spielsucht verdeutlichen. Fünf Stationen galt es, innerhalb der vorgegebenen Zeit zu durchlaufen und dabei auch viele Punkte bei den Moderatoren zu sammeln.

Dafür hatten sich die Neuntklässler des ersten Durchgangs in vier Gruppen aufgeteilt. Unterschiedlich wurde das Thema Sucht an den einzelnen Stationen verdeutlicht. Die meisten Lacher ernteten sicher die Übungen mit Brillen, die 0,8 und 1,3 Promille simulieren, und die Pantomimevorstellungen zu verschiedenen Süchten. Gar nicht so einfach war es für die Schüler, mit dem angeblichen Promillewert erst geradeaus auf einer Linie zu gehen und anschließend auf zwei Kegeln Bälle zu vertauschen. Die Einschätzung von Nähe und Entfernung ließ zu wünschen übrig, was Zweck dieser Station war. Die Jugendlichen sollten erleben, wie sich ihre Wahrnehmung bei Alkoholgenuss verändert. Auch eigenes Wissen und Erfahrungen konnten mit den Moderatoren besprochen werden. Dabei ging es nicht nur um stoffliche Drogen, sondern auch Süchte, die nicht an einen Stoff gebunden sind. Eine dünne Barbie mit Plastikgabel auf den Bauch geschnallt stellt dabei das Thema Magersucht dar, ein altes Handy die Computer- und Telefonsucht.

„Ich muss sagen, dass viele hier auch noch sehr unbedarft sind“, erklärte Gesundheitsamtsmitarbeiterin Petra Ahrens vom Gesundheitsamt des Landkreises Stendal, „harte Drogen scheinen hier noch gar kein Thema zu sein.“ Die Neuntklässler hätten im vergangenen Schuljahr auch schon den Sex- und Aidsparcours mitgemacht und sich gewünscht, an sowas noch einmal teilnehmen zu können, weil es ihnen so gut gefallen hat. Am Ende konnten die Gruppen, die sich Namen wie „Käsekästchen“, „Sechs Engel für Frau Hummel“ oder „Speed-Junkies“ gegeben hatten, Punkte zählen und sich entsprechend ihrer Platzierung Geschenke aussuchen. Tipps für alkoholfreie Cocktails und Kondome wanderten in den Besitz der Schüler, die am Ende nur eine Frage hatten: „Kommen Sie nächstes Jahr wieder?“

Von Bianca Lange

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