Stadt fährt Doppelstrategie

Regionalmarkt Kläden soll Wochenmarkt Bismark befruchten

Ein Händler bietet auf dem Wochenmarkt in Bismark Obst und Gemüse an.
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Obst und Gemüse und dazu Süßigkeiten zählen zur festen Palette. Viel mehr hat der Wochenmarkt in Bismark selbst nach Meinung der Stadt bislang nicht zu bieten.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Der geplante Regionalmarkt in Kläden soll Kreise ziehen. Die Stadt will zugleich den schwächelnden Wochenmarkt in Bismark beleben. Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten.

Bismark / Kläden – Dort soll das gelingen, was zehn Kilometer weiter bislang einfach nicht passen will. Und: Der geplante Regionalmarkt in Kläden könnte mehr leisten als zunächst gedacht. Das Angebot könnte den kränkelnden Wochenmarkt in der Kernstadt Bismark sogar beleben helfen. Annegret Schwarz, Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, sieht sich bei der Unternehmerfamilie Mandelkow jedenfalls im Boot. Die Christdemokratin auf Nachfrage der AZ: „Die Stände könnten vormittags in Kläden aufgebaut werden und nachmittags in Bismark oder umgekehrt.“ In erstgenannter Ortschaft würde die Kommune den großen Parkplatz hinter dem Suppencafé und eine angrenzende Rasenfläche zur Verfügung stellen, in zweitgenannter haben Händler ihren festen Stellort auf dem Marktplatz.

Rathaus will Standort in Kernstadt neu beleben

Der traditionelle Wochenmarkt in Bismark hat es schwer. Die Händler hatten vor einigen Jahren umziehen müssen, nicht zuletzt wegen Sanierungsarbeiten auf dem Platz. Mehrmals wollten Politik und Verwaltung den Standort neu ausrichten und schlichtweg spürbar mehr Händler mit ihren Angeboten auf das Areal am Bürgerhaus holen. Doch alle Wiederbelebungsversuche scheiterten. Bestenfalls eine Handvoll Stände sind einigermaßen regelmäßig im Zentrum der kommunalen Familie aus insgesamt 20 Ortschaften aufgebaut, ein Obst- und Gemüsehändler und ein Kollege mit Süßwaren gelten als treu. Schwarz: „Knackpunkt ist und bleibt, ausreichend Händler zu finden und an einen Standort zu binden. Das wird allerdings auch für Kläden eine Herausforderung.“

Parkplatz und Wiese in Kläden gehören laut Bürgermeisterin Schwarz der Stadt. Noch ab diesem Jahr soll dort ein regelmäßiger Regionalmarkt etabliert werden.

Das Angebot in Kläden soll vornehmlich aus saisonalen Produkten der Gegend bestehen. Zweimal im Monat und immer donnerstags könnten vor allem Direktvermarkter und Hobbygärtner dort womöglich sogar ohne Standgebühr ihre Waren anbieten. So hatte jedenfalls Antje Mandelkow, Geschäftsführerin der Suppenmanufaktur Kläden, in einem AZ-Gespräch Anfang des Monats erste Pläne für den Regionalmarkt umschrieben. Die Bürgermeisterin kann sich durchaus auch mehr vorstellen: „Einmal in der Woche wäre schön.“ Inwieweit das Konzept für den Wochenmarkt in Bismark noch einmal geändert und angepasst werden müsste, bleibt abzuwarten. Viel zu verlieren hat dieser Standort offensichtlich nicht. Kläden könnte noch dieses Jahr an den Start gehen, hofft Schwarz.

Entstanden sei die Idee für einen Regionalmarkt in der größten Ortschaft hinter Bismark quasi bei einer Tasse Kaffee mit der Unternehmerin, erzählt das Stadtoberhaupt. „Andere nehmen Fördergelder und erstellen Studien, wir in der Einheitsgemeinde Bismark schaffen doch einiges im direkten Gespräch untereinander“, sagt es und lächelt. Schwarz sieht einen „Win-Win-Effekt“. Inwieweit ein Regionalmarkt in Kläden gelingt und lebt und dann auch noch den Wochenmarkt in Bismark befruchten kann, muss sich zeigen. Kläden liegt zwischen der Kreisstadt Stendal, die auch für ihre regelmäßig öffnende Bauernmarkthalle mit regionalen Produkten bekannt ist, und Bismark. Die Bürgermeisterin aus der Nachbarschaft zeigt sich überzeugt, dass ein Frischemarkt in Kläden und einer in Bismark Sinn ergäbe. „Die Nachfrage ist da, das Angebot fehlt“, meint Schwarz.

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