Chefin: Staatshilfe hier unnötig

Ein passendes Rezept in Krisenzeiten: Suppenmanufaktur in Kläden verzeichnet Umsatzhoch

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Antje Mandelkow hat auch in schwierigen Zeiten gut lachen. Zwar mussten Suppencafé und Hofladen wegen Corona schließen, die Produktion lief aber weiter.

Kläden – Die Coronakrise beschert einem Kleinunternehmen in Kläden ein Umsatzhoch. Dass Firmen dieser Tage oftmals in Gewinner und Verlierer unterteilt werden müssen, schmeckt Antje Mandelkow nicht unbedingt.

„Ich bin einfach nur happy, keinen meiner Leute in Kurzarbeit schicken zu müssen“, sagt die Geschäftsführerin der Suppenmanufaktur.

„Und ja, ich bin auch glücklich, dass wir keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen brauchen. “ Das Rezept scheint aufzugehen. Eintöpfe und andere Speisen aus der Bismarker Ortschaft sind offenbar begehrter denn je. Die Nachfrage hat sich explosionsartig verdreifacht.

28 Frauen und Männer arbeiten in dem Betrieb. Elf davon haben ein Handicap. Ihr seien alle gleich wichtig. „Dass diese 28 Leute geregelt in Lohn und Brot bleiben und keine Angst haben müssen, ist ein richtig gutes Gefühl, glauben Sie mir“, sagt die Altmärkerin der AZ. Und natürlich: „Diese Menschen haben Familie, von ihrem und unserem Erfolg hängen noch viel mehr Leute ab.“ Unternehmer hätten nun einmal auch eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern. Dass Corona und all die Folgen ihr schon einige schlaflose Nächte beschert haben, gibt Mandelkow auch gern zu.

Tausende Dosen am Tag verlassen die Produktionsstätte, genauer lässt sich die Chefin von Kelles Suppenmanufaktur nicht ins Buch blicken. Zwischenzeitlich habe sie Studenten einstellen müssen, um die Aufträge bewältigen zu können.

Der Virus gewann an Kraft, die Situation verschärfte sich, Produzenten und Lieferwege schwächelten, Menschen kauften mancherorts wie wild Vorräte ein, viele waren nur noch daheim und aßen dort, irgendwann brach der Suppenmarkt ein. Büchsennahrung ist in Krisenzeiten stärker gefragt. Plötzlich fragten auch die ganz großen Einkaufsmarktketten nach den Suppen aus der Altmark. „Dafür hätten wir früher sicherlich Berge überwinden müssen“, sagt Mandelkow leise.

Die Unternehmerin zeigt sich in dem Moment weiter nachdenklich. Dass die Firma in der Erfolgsspur bleibt, sie hofft es so sehr. Noch seien die Kapazitäten am Standort nicht ausgereizt, bis ans Maximum wolle sie auch gar nicht gehen. „Die Qualität der Produkte ist uns wichtig, in vielerlei Hinsicht. Wir müssen immer schauen, was machbar ist und was nicht.“ Für sie sei das keine Phrase, sondern der Leitfaden. Einigen Großhändlern habe sie auch schon absagen müssen. Und übrigens: „Allein die Erbsen kommen aus Kanada, weil es die besten sind. Alles andere stammt vornehmlich aus der Region.“ Corona verändert das Leben. Der Schutz der Mitarbeiter sei noch einmal verstärkt worden.

Die Mitarbeiter schaffen bereits in drei Schichten, eine vierte soll es nicht geben, Aufträge wären genug vorhanden, auch aus dem Ausland. Mandelkow packt in der Küche mit an. Dass der Tag der offenen Tür wegen Corona dieses Jahr ausfallen musste, sei natürlich schade. Mit der Einheitsgemeinde Bismark soll eigentlich noch ein großes Oktoberfest auf die Beine gestellt werden, das erste Mal in dieser Form. Die Vorbereitungen laufen schon länger. Mandelkow hofft, dass die Premiere stattfinden kann.

VON MARCO HERTZFELD 

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