Verkehr vor Umbruch

Ortsumfahrt raus aus der Sackgasse: Stadtchefin Schwarz hält bei Kläden großen Wurf für möglich

Schranken geschlossen: Wer die L 15 nach Kläden oder in die umgekehrte Richtung befährt, wird ausgebremst und muss regelmäßig zusätzliche Zeit einplanen. Foto: hertzfeld
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Schranken geschlossen: Wer die L 15 nach Kläden oder in die umgekehrte Richtung befährt, wird ausgebremst und muss regelmäßig zusätzliche Zeit einplanen.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Dass eine Ortsumfahrung Kläden gebaut wird, daran hatten zuletzt wohl nur noch wenige geglaubt. Annegret Schwarz nimmt nun wieder Wetten an und zeigt sich gegenüber der AZ in dieser Woche noch ein Stück mehr kämpferisch.

Kläden – „Die Straße muss her in irgendeiner Art und Weise, was anderes geht nicht.“ Der Preis für die ausgebaute Bahnstrecke wäre für die Bismarker Ortschaft ansonsten einfach zu hoch.

Ja, es könnte den großen Wurf geben, eine Ortsumfahrt, und nicht allein eine Brücke oder einen Tunnel oder sonst was. Gespräche mit der Bahn und dem Land laufen laut Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde intensiver. Die Gretchenfrage ist und bleibt: Wie teuer wird das Ganze und wer bezahlt was?.

Kläden ist mit seinen drei Bahnübergängen schon fast berühmt-berüchtigt. Zudem sind drei verschiedene sogenannte Baulastträger zuständig, das Land naturgemäß für die L 15, der Landkreis für die K 1053, die Einheitsgemeinde für die Straße Am Bahnhof/Bülitzer Weg. Durch den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Uelzen und Stendal bis 2028 wird sich das Zugaufkommen deutlich erhöhen (die AZ berichtete). Geschlossene Schranken bremsen Rettungswesen, Wirtschaft und Normalverkehr auf der Straße aus. Die L 15 ist dem Land vor allem als Zubringer für die künftige Autobahn 14 wichtig. Der übergeordnete Verkehr könnte ganz an Kläden vorbeigeführt werden.

Alle Beteiligten dürften sich ein wenig wie das tapfere Schneiderlein fühlen. Sieben auf einen Streich brauchten es am Ende vielleicht gar nicht zu sein. Das Straßennetz müsste jedenfalls neu geordnet und gesponnen sein, mit wie vielen Bauwerken auch immer. Dass die Einheitsgemeinde ihren Teil an den Gesamtkosten tragen müsste, scheint schon fast garantiert. Selbst das geänderte Eisenbahnkreuzungsgesetz lasse da kaum etwas anderes zu, sagt Schwarz gegenüber der AZ. 2021 könnte das entscheidende Jahr werden. Einige Kilometer weiter auf der K 1047 nahe dem Haltepunkt Steinfeld laufe übrigens vieles auf eine Brücke hinaus, der Bahnübergang fiele damit weg.

„Ich hoffe auch, dass sich ein Fass an anderen Stelle aufmachen lässt.“ Obgleich die Strecke bereits ausgebaut und die Bahnübergänge Hohenwulsch und Meßdorf angepasst wurden, wünscht sich die Bürgermeisterin dort die Brücke. „Dann bauen wir eben hier jeweils noch einmal neu. Es werden so viele Brücken im Zuge der A 14 gebaut und beim Flughafen Berlin hat man auch immer wieder ein Stück weit neu anfangen müssen“, sagt sie spitz. Die Einheitsgemeinde weise nun einmal vergleichsweise viele Bahnübergänge auf, die Belastung sei hoch. Wo sich das Rad sicherlich nicht zurückdrehen lasse: Der Bahnhaltepunkt Meßdorf ist und bleibt geschlossen und das Ende des Stopps Steinfeld rückt näher. „Dies lässt sich so einfach nicht ändern.“

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