Land sieht in L 15 zunächst den wichtigen Trassen-Zubringer

Ortsumfahrt Kläden: Schranke zur Autobahn senkt sich

Schranken sind unten: Wer die Landesstraße 15 nach Kläden oder in die umgekehrte Richtung befährt, muss schon jetzt regelmäßig zusätzliche Zeit einplanen.
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Schranken sind unten: Wer die Landesstraße 15 nach Kläden oder in die umgekehrte Richtung befährt, muss schon jetzt regelmäßig zusätzliche Zeit einplanen.

Kläden – „Schlussendlich wird die Variante realisiert, die aus umweltfachlicher, wirtschaftlicher und verkehrlicher Sicht für alle Baulastträger die Vorzugsvariante darstellt." Ob am Ende auf einen Schlag alle drei Bahnübergänge im Zuge des Ausbaus der Amerikalinie beseitigt werden und eine Ortsumfahrung für Kläden herausspringt, das will und kann auch das Land nicht garantieren.

Selbst von einer Vorzugslösung oder einem Favoriten möchte Peter Mennicke, Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg, momentan noch nicht reden.

Das Land muss vornehmlich an die Landesstraße 15 denken, auf der einer der Bahnübergänge liegt und die ein wichtiger Zubringer für die künftige verlängerte Autobahn 14 darstellt. Immerhin: Eine Ortsumfahrt Kläden scheint damit nicht aus dem Rennen.

Als die Pläne der Bahn zum Ausbau der Strecke bekannt geworden seien, habe das Land umgehend die Beseitigung des Übergangs gefordert. Der Landkreis Stendal und die Stadt Bismark haben dies für ihre Straßen und den Bahnübergang darauf ebenfalls getan. Drei sogenannte Straßenbaulastträger könnten an einem Strang ziehen. Sicher dürfte bereits eines sein: Die Rettungszeiten (Krankenwagen und Feuerwehr) können nach dem Ausbau der Zugstrecke nicht mehr eingehalten werden. Am Bahnübergang der L 15 schließen sich die Schranken am Tag dann voraussichtlich insgesamt 27 Minuten in der Stunde und in der Nacht sogar bis zu 39 Minuten. Mennicke: „Dies ist gleichbedeutend mit einem deutlich erhöhtem Eingriff in die Leichtigkeit des Verkehrs auf der L 15, wie Fachleute das nennen.“

Zur besseren Einordnung: Die Strecke Uelzen – Stendal-Magdeburg – Stendal wird ausgebaut. Vorhabenträger ist der Bahnkonzern. Das Projekt „Ostkorridor Nord“ gliedert sich in die Teilabschnitte Uelzen – Stendal und Stendal –Magdeburg – Halle. In der Ostaltmark ist Kläden mit seinen drei Kreuzungen aus Straße und Schiene besonders betroffen. „Das Land ist in den Erarbeitungsprozess einer Vorzugslösung durch die DB AG eng eingebunden.“ Es gebe regelmäßige Termine zwischen der Bahn und den drei Straßenbaulastträgern Land, Landkreis und Stadt. Nach wie vor werde an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet, was noch keine weiteren Aussagen zulasse, teilt der Ministeriumssprecher auf Nachfrage der AZ mit. Dabei geht es auch um die „große Lösung“, eine Ortsumfahrt.

Derzeit lässt die Bahn jeden Bahnübergang einzeln betrachten und Varianten grundsätzlich durchspielen. Für die L 15 scheint momentan eine Brücke favorisiert, jedenfalls nimmt dies der Landkreis so wahr (die AZ berichtete). Für die Kreisstraße ist momentan nicht zuletzt von Tunneln die Rede, für die Gemeindestraße von einer Brücke, in beiden Fällen könnten aber auch nur die Bahnübergänge ausgebaut und erhalten bleiben. Inwieweit es die große Lösung, die Ortsumfahrt Kläden, in die Vorplanung schafft, bleibt abzuwarten. Landesvertreter Mennicke will nicht spekulieren, schon gar nicht über die Kosten einer möglichen Ortsumfahrt. Die Bahn strebe einen Beginn des Streckenausbaus in dem Gebiet für das Jahr 2025 an. Die Weichen dafür dürften in den nächsten Monaten gestellt werden. VON MARCO HERTZFELD 

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