Noch drei Wochen: Euphorie schon spürbar

Von außen ist der Umbau der ehemaligen Lernbehindertenschule schon so gut wie abgeschlossen. Innen wird aber noch gebaut und gemalert. Heute wird auch mit der Gestaltung der Außenanlagen begonnen. Fotos (2): Lange

Meßdorf. „In genau drei Wochen sind wir hier fertig“, verkündet Meßdorfs Bürgermeister Uwe Lenz während der Begehung der ehemaligen Lernbehinderten-Schule mit Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg und der AZ. In leuchtendem Terrakotta präsentiert sich die Fassade, während die Handwerker an der Außenwand noch damit beschäftigt sind, die grünen Balkongeländer zu befestigen. Innen herrscht ebenfalls emsiges Treiben, im Untergeschoss legen gerade die Maler in den fünf Wohnungen – vier Zweiraum- und eine Einraumwohnung – Hand an. Dort sollen ab Mai Senioren Quartier beziehen, so sieht es das Umbaukonzept vor. Jede der Wohnungen unten ist komplett barrierefrei und bekommt auch noch zusätzlich eine Terrasse. Bisher ist noch keines der Quartiere vermietet.

„Hier ist noch einiges zu tun, aber die obere Etage ist schon so gut wie bezugsfertig“, erklärt Lenz und führt über ein neues Holz-Geländer nach oben. Und wirklich, die Wohnungen strahlen mit weißen Wänden und hellen Fußböden und überall werden schon Möbel für die künftigen Mieter aufgebaut. Diese ziehen vom sozialtherapeutischen Zentrum Gut Priemern, dessen Geschäftsführer Uwe Lenz ist, als Paar oder als eine Wohngemeinschaft in die neuen Räume. Und sie helfen fleißig beim Aufbau ihrer Einrichtungen.

Die Möbel stammen aus Nachlässen, An- und Verkäufen oder auch dem Sozialkaufhaus, es gebe gute Kontakte, so Astrid Klose, Verbundsleitung Suchthilfe vom Gut Priemern. „Die Wohnungen waren auch gleich weg, richtig begehrt.“ Sichtlich stolz sind die Männer und Frauen, die eine Suchttherapie hinter sich haben, auf ihre neuen Zimmer, sind sie doch auch schon komplett mit Küchen-, Schlaf- und Wohngegenständen eingerichtet.

Doch ganz alleine leben, das funktioniert bei ihnen noch nicht. Dafür wird ab 1. Juni eine Sozialarbeiterin für 30 Stunden pro Woche eingestellt, die die Suchtkranken bei Formalitäten, bei alltäglichen Problemen und Einkäufen unterstützen wird. „Aber eine Putzfrau wird es hier nicht geben, für Sauberkeit sind hier alle selber verantwortlich“, betont Lenz. Ortswechsel: Im Herrenhaus (Baujahr 1936) auf dem Grundstück wird ebenfalls das Werkzeug in die Hand genommen. Während die Treppe erneuert wird, sind drinnen schon einige Räume zum dekorieren bereit. Dort, wo die Lernbehinderten einstmals für das Fach Hauswirtschaft kochten, soll zwischen knallig-grünen Wänden ein Begegnungsraum entstehen. Aber auch die weiteren Zimmer im Erdgeschoss sollen das Miteinander aller Bewohner fördern. „Bis 20. April ist draußen auch die Terrasse fertig, da müssen sich dann alle richtig anstrengen“, sagt Lenz. Ab heute wird auch an den Außenanlagen gearbeitet, Rasen muss gesäht, Bäume und Büsche gepflanzt werden. Fast eine halbe Million Euro sind in die Sanierung des Leader-Modellprojektes geflossen.

Gerade erst dazugekommen ist die Turnhalle der ehemaligen Schule. Diese soll nach umfangreicher Sanierung Breitensport für alle Heimbereich anbieten können, so Lenz. Am Mittwoch, 20. April, findet zur Eröffnung ab 14 Uhr ein Tag der offenen Tür in der Schule und dem Herrenhaus statt. Dort können dann die beiden Etagen samt Wohnungen, das Herrenhaus und die Parkanlage besichtigt werden.

Von Bianca Lange

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