Laut WZI zwei Wolfsrisse 2017 in Bismark gemeldet / Massiver Ausbau von Monitoring geplant

„Nicht alle Vorfälle bekannt“

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Nach Angaben vom Leiter des Wolfskompetenzzentrums in Iden, Andreas Berbig, befinden sich derzeit 13 Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt, darunter 49 Jungtiere und 26 Elterntiere.

Bismark/Gardelegen. Der CDU-Stadtverband Gardelegen hat Anfang Februar im Gardelegener Schützenhaus einen Diskussionsabend zum Thema „Wortwechsel Wolf – Wie viel Wolf verträgt die Altmark?“ veranstaltet, an dem auch Bismarks Einheitsgemeindebürgermeisterin Annegret Schwarz teilgenommen hat.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Detlef Gürth gehörte unter anderem zu den Hauptreferenten der Veranstaltung. 

Nach Angaben von Gürth nehmen die Wolfsattacken auf Nutztiere zu und „sorgen für Verängstigung“. Ebenso wachse die Angst, „dass Haustiere von Wölfen attackiert werden“. Denn die Jagd auf frei lebendes Wild sei für den Wolf aufwendiger, als ein eingezäuntes Tier zu erledigen. Der Landtagsabgeordnete befürchtet, dass auch Angriffe auf den Menschen nicht auszuschließen seien. Gürth kritisierte den Schutzstatus des Wolfes, fordert dessen Änderung sowie die Errichtung von Habitaten. Also Gebiete, in denen er jagdfrei leben kann, aber auch Flächen, in denen auf das Tier geschossen werden darf sowie Habitate, die wolfsfrei sind.

Auf Anfrage der AZ im Wolfskompetenzzentrum in Iden (WZI) sind derzeit – die Zahlen sind aus dem Monitoringjahr 2016/2017 zu entnehmen – 13 Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt (davon stehen zwei Rudel im Monitoring der benachbarten Länder Niedersachsen und Brandeburg). „Ein Wolfsrudel setzt sich aus Elterntieren und Welpen zusammen, die im aktuellen Jahr und dem Jahr davor geboren wurden“, erklärt der Leiter des Wolfskompetenzzentrum Andreas Berbig am gestrigen Dienstag im Telefongespräch der AZ. Im Alter von ein bis zwei Jahren verlassen Wölfe die Gruppe und suchen sich ein neues Territorium. Derzeit konnten 49 Jungtiere und 26 Elterntiere über das Monitoring in Sachsen-Anhalt erfasst werden. Laut Berbig könnte es aber auch noch mehr Wölfe geben. „Das Monitoring soll massiv ausgebaut werden“, so der Leiter.

Den Ergebnissen des Wolfsmonitorings zufolge haben sich in der Altmark Wolfsrudel im Zichtauer und Klötzer Forst sowie in der Colbitz-Letzlinger Heide angesiedelt. Im Jahr 2017 wurden im Bereich Bismark, so Andreas Berbig, zwei Nutztiervorfälle gemeldet: ein getötetes Kalb in Kremkau und ein getötetes Schaf in Schinne. Nach Angaben von Annegret Schwarz melden Landwirte bei weitem nicht alle Vorfälle.

Im Anschluss an die CDU-Diskussionsrunde habe Bismarks Bürgermeisterin ein Schreiben an Detlef Gürth verfassen wollen, in dem sie ihn um Unterstützung im Rahmen der Anwendung der Leitlinie „Wolf“ bittet und in dem es insbesondere um die Haltung und Kosten der Herdenschutzhunde geht. Das Schreiben sei noch nicht fertig, da sich Schwarz mit den betroffenen Schafhaltern treffen möchte, um die Thematik in ihrem Schreiben richtig darzulegen, wie sie sagt.

Von Marilena Berlan

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