Bauüberfahrt findet keinen Platz

Neue Uchtebrücke bei Käthen kostet die Autolenker Zeit und Nerven

Von der amtlichen Prüfnote 1 und mängelfrei ist die Uchtebrücke bei Käthen weit entfernt. Die Überführung ist fast 100 Jahre alt und soll nun ersetzt werden.
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Von der amtlichen Prüfnote 1 und mängelfrei ist die Uchtebrücke bei Käthen weit entfernt. Die Überführung ist fast 100 Jahre alt und soll nun ersetzt werden.

Käthen – „Ein Neubau ist unumgänglich. “ Die marode Uchtebrücke bei Käthen wird ab Oktober ersetzt. Die Bauarbeiten sollen mindestens acht Monate dauern, wenn denn alles glattgeht.

Autofahrer müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen, die Zeit und Benzin fressen.

Denn: An dieser Stelle wird dann erst einmal kein Durchkommen mehr sein. „Eine Behelfsbrücke für den öffentlichen Verkehr ist aufgrund der beengten Bauverhältnisse nicht möglich“, informiert Kreissprecherin Angela Vogel nach Rücksprache mit dem Fachamt in Stendal. Umleitungen werden ausgewiesen, sie dürften großräumig verlaufen. Der Landkreis investiert nahe der  Bundesstraße  188 fast eine Million Euro.

Bäume sind bereits im Frühjahr gefällt worden. So sah es auf dem Baustellenfeld Ende März aus.

Die Brücke liegt am Ortsausgang Käthen im Zuge der Kreisstraße 1056 in Richtung Klinke. „Ohne die Brücke sind die Räume hinter Käthen nur über unverhältnismäßig lange Umwege erreichbar“, weiß Vogel. Arbeiter brechen das alte Bauwerk ab, der beauftragte Baubetrieb entsorgt auch das Material. Die Überführung stammt aus dem Jahre 1923 und ist in ihrer Tragfähigkeit eingeschränkt. Zuletzt erhielt sie von Prüfern nur noch die Note 3,5. Eine 4 würde die Sperrung bedeuten. Öffentlich ausgeschrieben werden soll der sogenannte Ersatzneubau in den nächsten Tagen. Laufe das Vergabeverfahren normal, könnten die Baumaschinen am 12. Oktober anfahren. Im Juni 2021 soll alles fertig sein.

Die neue Brücke wird höher und breiter als die alte. „Es wurden mehrere mögliche Varianten untersucht und die günstigste, die die Belange des Naturschutzes, Vorgaben zu möglichen Hochwasserständen der Uchte und die Einfügung des Bauwerks in das bestehende Umfeld berücksichtigt, zur Ausführung vorgesehen.“ Die Konstruktion sei selbstverständlich nach derzeit gültigen Vorschriften geplant und mit dem bestehenden Bauwerk nicht vergleichbar. Die neue Brücke hat laut Kreissprecherin eine lichte Weite (zwischen den Widerlagern) von sechs Metern und eine Breite von neuneinhalb Metern zwischen den Geländern. Sie liegt auch etwa 70 Zentimeter höher als die alte Brücke.

Für die gesamte Baumaßnahme seien im Kreishaushalt Ausgaben in Höhe von 990 000 Euro vorgesehen. Der Landkreis Stendal erhielt bisher Fördermittel nach dem Gesetz zur Finanzierung des kommunalen Straßenbaus. Nach dem Auslaufen des Gesetzes erhält er eine Pauschale in etwa der gleichen Höhe, die für Investitionsvorhaben verwendet werden kann. In diesem Jahr wird Vogel zufolge neben dem Käthener Brückenbau auch noch die Ortsdurchfahrt Beuster ausgeschrieben, 2021 sollen die Arbeiter dort das Sagen haben. Des Weiteren befindet sich der erste Abschnitt des Ausbaus der Kreisstraße  1020 von Seehausen in Richtung Geestgottberg zurzeit in Planung. Auch dieses Vorhaben gehört aktuell zu den größeren Projekten des Landkreises (die AZ berichtete). Ein Zeitpunkt für Ausschreibung und Baustart hier könne noch nicht benannt werden. VON MARCO HERTZFELD 

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