Straßenmeisterei wendet in Bismark erstmals Thermoplastik an: „Einfacher und schneller“

Neue Technik für weiße Streifen

Mario Schmidt (l.) und Michael Malinke bringen mit der Thermoplastik-Technik die neuen weißen Markierungen für den Zebrastreifen auf den Asphalt. Foto: Lange

Bismark. Der Brenner läuft auf Hochtouren, nacheinander werden dünne weiße Platten auf die verblassten und beschmierten alten Streifen gelegt und mit Wärme fixiert. Nach und nach entsteht am Mittwochmittag an der Stadtkirche in Bismark ein neuer Zebrastreifen.

Zwei Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gardelegen lassen sich von einem Fachmann dabei eine Technik zeigen, die sonst nicht so häufig in der Altmark zur Anwendung kommt: Thermoplastik zum Aufbrennen.

„Diese Version der Markierung gibt es zwar schon länger, aber sie wird noch wenig genutzt“, erklärt Steven Felger, Außendienstmitarbeiter einer oberbayerischen Straßentechnik-Firma. Auch die etwas intensiveren Kosten seien ein Grund für die seltene Anwendung.

Er selbst nimmt zu Beginn den Brenner in die Hand, um den Vorgang des Verlegens genau erklären zu können. Bei winterlichen Temperaturen muss zunächst der Asphalt mit dem heißen Brenner aufgewärmt werden. Wäre es Sommer, würde die Sonne diese Aufgabe selbst erledigen. Dann kann die vorgefertigte, gebrauchsfertige thermoplastische Straßenmarkierung auf den Asphalt gelegt werden. In Bismark genau auf die alten Streifen auf der Straße.

Vier Folienstücke passen auf jeweils einen Streifen. Die Hitze des Brenners lässt das Material der neuen Streifen mit dem Straßenbelag verschmelzen. Aber nur erhitzen, nicht verbrennen, sonst wird die weiße Farbe schnell bräunlich.

Dann dürfen Mario Schmidt und Michael Malinke selbst die neue Markierungstechnik ausprobieren. Vorteil des neuen Systems: Diese Technik ist das ganz Jahr über einsetzbar. Und vor allem verspricht sie eine längere Haltbarkeit, weil das Material mit dem Asphalt verbunden wird. „Zwei bis fünf Jahre soll der Zebrastreifen jetzt schon halten, aber das kommt natürlich auch immer auf Witterung und Verkehrsaufkommen an besagter Stelle an“, erklärt der Fachmann.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist auch die enorme Zeitersparnis. Statt aufwendiger Absperrung des gesamten Übergangs können die neuen Streifen jetzt nacheinander erneuert werden. Innerhalb kürzester Zeit dürfen dann auch wieder die Autos darüber rollen. Normalerweise kann die Erneuerung einer solchen Markierung schon einmal einen halben Tag in Anspruch nehmen. Mit den thermoplastischen Folien geht das um ein Vielfaches schneller.

Die neue Technik sei erstmals so eingesetzt worden, heißt es aus der Straßenmeisterei Gardelegen. Und auch vorläufig soll sie nur in absoluten Notfällen zum Einsatz kommen. Beim Bismarker Zebrastreifen war eine Erneuerung auch dringend notwendig. Unbekannte hatten auf den weißen Markierungen mit schwarzer Farbe teilweise obszöne Worte und Zeichen geschmiert, die nun verschwinden sollten.

„Wir kannten diese Möglichkeit vorher auch nicht, aber es geht wirklich einfacher und vor allem schneller“, so Michael Malinke, während er die erste Gasflasche gegen eine neue austauscht.

Von Bianca Lange

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