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Bismarks Kräutergarten fehlt der Zuschnitt

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Von: Marco Hertzfeld

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Heimatvereinsvorsitzende Ruth Rothe arbeitet im Bismarker Kräutergarten.
Vereinsvorsitzende Ruth Rothe erledigt erste Arbeiten für diesen Tag. Annähernd die Hälfte des Areals ist mit Kräutern bepflanzt. Die Saison beginnt erst so richtig. Noch vor Pfingsten soll es einen weiteren Besuchertag geben. © Marco Hertzfeld

So richtig rund und gelungen finden die organisierten Heimatfreunde den Bismarker Kräutergarten noch nicht. Für weitere Vorhaben sucht der Verein neue Mitstreiter.

Bismark – Der Kräutergarten liegt hinter einer hohen grauen Mauer. Wer es nicht weiß, findet ihn vielleicht durch Zufall. Bei Veranstaltungen weist mindestens ein Schild an der Straße den Weg. In diesem Fall führt Ruth Rothe durch den Eingang auf die vielleicht gut 500 Quadratmeter nahe der Goldenen Laus, dem Wahrzeichen von Bismark. Was die Vorsitzende des Heimatvereins auf dem Areal sieht, stimmt sie in dieser Woche nicht unbedingt zufrieden. „Es wartet noch einiges an Arbeit auf uns.“ Nicht zuletzt sollen die Beete anders gestaltet werden und zwei Informationstafeln müssen gefüllt werden. Auch das Insektenhotel ist nur halb fertig. Und: Das Kleinod, wie Rothe den Kräutergarten auch nennt, soll irgendwann regelmäßig und mit einem Angebot an Kaffee und Kuchen öffnen. Doch dafür brauche es vor allem eins, zusätzliche Mitstreiter.

Ziel: Grünes Kleinod regelmäßig öffnen

Rothe fährt mit den Augen einzelne Stellen des Geländes ab. „Das muss so aussehen“, sagt sie im Gespräch mit der AZ und lacht. „Und das auch, das ebenfalls.“ Und in der Tat: Ein Kräutergarten sei nun einmal kein englischer Garten. Und bitte: Einen klassischen Klostergarten, wie beispielsweise am Kloster Jerichow über Jahre gewachsen, den wollen und können die Heimatfreunde in Bismark den Besuchern auch gar nicht bieten. Dennoch sei der eigene Anspruch durchaus beachtlich, das Fachwissen hörenswert und ja, der Bereich so nah an den Überresten der einstigen Wallfahrtskirche habe durchaus seinen Charme. „Das sagen uns jedenfalls immer wieder einmal Gäste.“ Rothe, auch Ortsbürgermeisterin, sieht das Angebot auch durchaus unter touristischen Aspekten.

500 Quadratmeter Arbeit in Bismark

Im hinteren Bereich stehen alte Pflüge und anderes historisches Gerät aus der Landwirtschaft. Alles soll noch besonders in Szene gesetzt werden, auch über eine Überdachung gegen Wind und Wetter denkt der Verein nach. Drei große Informationstafeln lehnen einige Meter weiter an der Wand, Besucher sollen möglichst noch dieses Jahr auf allen etwas sehen können. Selbstredend geht es vornehmlich um Heilpflanzen, aber auch um Tiere der Gegend und anderes mehr. Ringsum gewinnen erste Kräuter bereits an Höhe oder haben den Winter einfach recht schadlos überstanden. Was in diesem Garten außerhalb der Hochbeete gewollt ist und was nicht, ein Laie erkennt es wohl schwer. Das Gänseblümchen scheint jedenfalls auf dem Vormarsch.

Altes Wissen, Salat und Tee gegen Akne

„Anfangs war das Gänseblümchen rar, wir wollten mehr, nun haben wir den Salat“, meint die Vereinschefin. Aber nein, die Pflanze sei gern gesehen. „Dass sie essbar ist und das quasi komplett, wissen viele Menschen ja gar nicht.“ Das Gänseblümchen eigne sich somit tatsächlich für Salate oder lasse sich zu Tee verarbeiten, den beispielsweise Jugendliche, die unter Akne leiden, auf die Haut tupfen könnten. „Eine Erfolgsgarantie gebe ich natürlich nicht“, meint Rothe und schmunzelt. Konzentrieren will sich der Verein im Kräutergarten wegen der Nähe zur mittelalterlichen Goldenen Laus weiterhin auf Heilkräuter, die mit dem 12. Jahrhundert verbunden werden. Gemeint sind etwa Beifuß, Fenchel und Salbei. Bei den Wildkräutern sollen es unter anderem Spitzwegerich und Schlüsselblume sein.

„Wir wollen altes Wissen nutzbar machen“, erläutert Rothe den Antrieb im Verein. Um die Arbeit perspektivisch absichern zu können und das eine oder andere Angebot zusätzlich zu entwickeln, hofft sie auf mehr Mitglieder. „An Ostern sind wir eigentlich schon in die Saison gestartet, wir hatten gut 30 Leute beim Eiersuchen hier. Vor Pfingsten wollen wir auf jeden Fall noch einmal öffnen und danach 2022 weitere Male.“ Noch einmal: Um regelmäßiger und öfter den 2018 angelegten Kräutergarten, die Goldene Laus oder auch die Heimatstube im Bürgerhaus an der Breiten Straße zu öffnen, fehlt es derzeit einfach an Mitgliedern oder auch nur Mitstreitern. Rothe zeigt sich so oder so flexibel, wer von den Angeboten etwas sehen will, melde sich bei ihr an unter Tel. 0177/7516890.

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