Stadtwerke Stendal Projektpartner

E-Ladesäulen: Nachbar reicht Bismark den Stecker

Vor dem Existenzgründerzentrum BIC in Stendal stehen E-Ladesäulen.
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Ladesäulen der Stadtwerke Stendal am Existenzgründerzentrum BIC in Stendal. Die Apparate für Bismark sollen mindestens ähnlich aussehen. Bis Jahresende dürften die Säulen dort stehen, die ersten in der Kernstadt.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Klimaschutz und E-Mobilität: Die Einheitsgemeinde Bismark will den Anschluss nicht verlieren und kann auf einen Nachbarn hoffen. Laut Projektpartner Stadtwerke Stendal könnten die Ladesäulen bis Ende 2021 stehen.

Bismark / Stendal – „In Kooperation mit den Stadtwerken Stendal sollen öffentliche Ladesäulen gebaut werden, die bisher in Bismark nicht verfügbar sind“, bekräftigt ein Unternehmenssprecher auf AZ-Nachfrage die Pläne. Und mehr: Die Ladesäulen in der Kernstadt könnten bis Ende Dezember errichtet sein. Dies sei abhängig vom finalen Fördermittelbescheid, der kurzfristig erwartet werde, den Lieferzeiten für die Säulen und der Verfügbarkeit der Installateure. Die Investitionen bewegen sich mit allem Drum und Dran zwischen 60.000 und 70.000 Euro. „Für die Stadt entsteht kein Aufwand, bis auf die Bereitstellung der Flächen.“ Zur Erinnerung: Die Einheitsgemeinde und ihre 20 Ortschaften wollen den Anschluss nicht verpassen, bislang dürfte es allein in Hohenwulsch eine Möglichkeit im öffentlichen Raum geben, Elektrofahrzeuge mit dem nötigen Strom zu versorgen.

Elektromobilität fehlt lokaler Antrieb

Auf das Fehlen von Ladeinfrastruktur sind die Stendaler durch einen Pressebericht aufmerksam geworden. „Die Stadtwerke haben das ,Altmärkische’ im Namen und somit wollen wir auch in der Altmark beim Thema Elektromobilität unterstützen“, heißt es aus der Unternehmenszentrale. Die Region insgesamt sei noch weit entfernt von der Marschroute aus dem Wirtschaftsministerium, heißt es vonseiten der Stadtwerke – Altmärkische Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke GmbH Stendal. Und natürlich: „Fördermittel des Bundes können mit der Stadt Bismark hier erfreulicherweise beantragt und genutzt werden.“ Errichtet werden die Ladesäulen an der Mehrzweckhalle und am Kolk (die AZ berichtete). „Die Stadtwerke kümmern sich um das Gesamtpaket. Der Aufbau, der Betrieb, Wartung und Abrechnung werden durch die Stadtwerke erbracht. Es wird grüner Ökostrom genutzt.“ Was das genau heißt und inwieweit das Rundum-sorglos-Paket in Bismark tatsächlich zieht, wird die Zukunft zeigen.

Bundesfördermittel bereits avisiert

Annegret Schwarz, die CDU-Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, hatte im August noch einmal in der AZ unterstrichen, wie wichtig Klimaschutz und Energiewende seien. Das Thema habe sehr wohl auch schon vorher eine Rolle in Politik und Verwaltung gespielt. Für das besagte Projekt kamen die Stendaler auf die Bismarker zu. Geplant sind vier Ladepunkte an der Sporthalle, mit 50 Kilowatt Schnellladung und 22 Kilowatt Normalladung, sowie zwei Ladepunkte auf dem Parkplatz Kolk, mit 22 Kilowatt Normalladung. „Die Ladesäulen sollen den Einwohnern und Besuchern in Bismark und Umgebung die Möglichkeit geben, auch ohne private Wallbox ein E-Auto aufzuladen. Der Standort am Freibad Kolk bietet sich zudem für E-Bikefahrer an“, heißt es aus Stendal. Über einen Adapter ließen sich E-Bike-Akkus laden. Und: „Auch erste Camper mit E-Antrieb kommen demnächst auf den Markt.“

Unternehmen will regional denken

Die Einheitsgemeinde Bismark will in der Zukunft touristisch stärker punkten. Im Naturbad Kolk unterhält sie einen kleinen Caravanstellplatz. In den Fokus rückt zudem nicht zuletzt der Fahrradtourismus. All das dürfte in der Unternehmenszentrale bekannt sein. Dort gibt man sich als potenter Partner. Die Stadtwerke seien bei Strom- und Gasprodukten „schon seit Langem mit günstigen Preisen außerhalb der Hansestadt Anbieter beziehungsweise Lieferant“. Nach Einschätzung der Stendaler kommen immer mehr alltagstaugliche E-Autos mit hoher Reichweite auf den Markt. Die Nachfrage nach E-Autos werde voraussichtlich deutlich steigen. „Die Bürger brauchen auch im öffentlichen Raum Lademöglichkeiten. Die Stadtwerke wollen ein Treiber der E-Mobilität in der Region sein.“ In der Kreisstadt Stendal sollen noch 2021 weitere Säulen errichtet werden, in Osterburg ebenfalls (die AZ berichtete).

Die Stadtwerke (Strom, Gas, Wärme und Wasser) sind nach der politischen Wende in Ostdeutschland als kommunales Tochterunternehmen aufgebaut worden, vor gut zwei Jahrzehnten erfolgte eine Teilprivatisierung. Seit 2007 sind neben der Hansestadt Stendal die Gelsenwasser AG und die SWM Magdeburg Gesellschafter.

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