Stadt geht in Offensive

Möllenbeck verliert Wasser, Kolk hat zu wenig: Den Freibädern fehlt der richtige Pegel

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Farbe für die Saison: Wo Handwerker erst einmal nicht an Leitungen müssen, kann ein Gemeindearbeiter dem Bad in Möllenbeck schon einen frischen Anstrich verpassen.

Möllenbeck / Bismark – Badefreunde müssen kräftig die Daumen drücken, um in Möllenbeck schon am 18. Mai ins Wasser springen zu können. Die Leitungen sind beschädigt, schon seit Längerem geht auch hier immer wieder Wasser verloren.

Für die Reparatur greift die Stadt kräftig in die Tasche, 50.000 Euro sind erst einmal eingeplant.

Hinzu kommen die ganz normalen Arbeiten im Vorfeld einer Saison: Die Technik muss gewartet, die Badechemie dosiert, das Becken gestrichen, das Sozialgebäude vorbereitet und die Außenanlage gepflegt werden. 19.000 Euro jährlich sind für Unterhaltung und Bewirtschaftung des Waldschwimmbades eingeplant. Bürgermeisterin Annegret Schwarz glaubt an den pünktlichen Saisonstart.

Irgendwann in Spätsommer oder Herbst, der letzte Badegast ist längst gegangen, lässt die Stadt zum Rundumschlag ausholen. Die Oberfläche des Beckens soll behandelt und neu ausgekleidet werden, möglichst kein Tropfen Wasser soll nach unten mehr verschenkt werden. Handwerker modernisieren Filteranlage und Pumpentechnik, Energie soll eingespart werden. Für manchen Gast vielleicht noch wichtiger: Ein Imbiss-Pavillon und eine überdachte Sitzfläche werden errichtet. Und nicht zu vergessen: Die Spielgeräte an Land und im Wasser sollen erneuert und vielfältiger werden. Die Einheitsgemeinde Bismark investiert in Möllenbeck insgesamt 235.000 Euro, davon sind gut 171.000 Euro Fördermittel.

Noch nicht einmal fünf Wochen und die ersten Badegäste wollen in die Saison starten. Die erste Runde soll bis dahin erledigt sein. „Die Zeit ist die größte Herausforderung. Aufbohren des Beckens, Austausch der Leitungen, Verschluss des Beckens und Streichen, einschließlich Trockenzeiten.“

Bismarks Bürgermeisterin: „Es wird schon gut gehen.“ Und: Die Wasserwacht möge wie in den Vorjahren die Aufsicht am Beckenrand organisieren. Das Bad sei ein großer Anziehungspunkt und auch wichtig für umliegende Kommunen. „Wichtig ist, dass das Angebot für die Bürger aufrechterhalten wird“, betont die CDU-Frau und lobt die Arbeit des Fördervereins, nicht zuletzt mit Blick auf zahlreiche Veranstaltungen.

Kolk im Dornröschenschlaf: Noch wird im Bismarker Naturbad vor brüchigen Eisflächen gewarnt.

Allgemein befinde sich der Komplex im Dobberkauer Ortsteil in einem ordentlichen Zustand. Die Technik, vor zwei Jahrzehnten installiert, funktioniere noch, weise nun aber eben Schwächen auf. Den Herausforderungen müsse sich die öffentliche Hand stellen. Die Einheitsgemeinde kann sogar zwei Freizeitstätten für Wasserratten vorweisen, keine Selbstverständlichkeit. Das Schwimmbad in Möllenbeck zählte im vergangenen Jahr 11.741 Besucher, das Freibad Kolk in Bismark 11.770 und damit noch einige mehr. Die Eintrittspreise bleiben 2019 in beiden unverändert. Erwachsene zahlen 2,50 Euro Eintritt, Kinder 1,50 Euro. Die 10er-Karte für Erwachsene kostet 18 Euro, die für Kinder zehn Euro.

In das Naturbad Kolk seien in der Vergangenheit bereits erheblich finanzielle Mittel geflossen, vor allem über das Förderprogramm Leader, weiß Schwarz, ohne auf die Schnelle eine konkrete Zahl nennen zu können. Die Herausforderung sei dort anderer Natur. „Aufgrund der trockenen Witterung ist der Wasserstand derzeit sehr niedrig.“

Im Sommer 2018 seien zudem erhebliche Mengen gebraucht worden, um einen Waldbrand ganz in der Nähe unter Kontrolle bringen zu können. Das habe der See bis heute nicht vergessen. „Neues Wasser unkompliziert aus einem Brunnen dorthin zu pumpen, hat erst einmal nicht funktioniert. Aber wir finden sicherlich noch eine Lösung“, ist Schwarz im AZ-Gespräch überzeugt.

Am Kolk scheint dieses Jahr normales Werkzeug auszureichen, größere Vorhaben sind nicht geplant. Der Zaun der Skaterbahn wird repariert. Arbeiter bringen Sitzbänke in Schuss, erneuern einzelne Fliesen der Außenduschen, streichen Spielgeräte und lockern den Sand, wichtig für den Fallschutz. Eine Pumpe soll in besonders warmen Wochen das Wasser mit Sauerstoff versorgen, um die Qualität zu halten. Die Stadt lässt sich Unterhalt und Bewirtschaftung des Naturbades jährlich 6500 Euro kosten. Ob in Bismark und Möllenbeck die Gästezahlen von 2018 erreicht werden, wird sich zeigen. In der Regel sind es dort vielleicht halb so viele. Der vergangene Sommer sei ja sehr trocken und heiß gewesen, erinnert Schwarz.

VON MARCO HERTZFELD

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