Schwarz spricht sich gegen Atommüll-Endlager in Meßdorf aus

„Mit Zurücklehnen ist nicht“

Der Salzstock bei Gorleben war lange Zeit als Endlager für Atommüll angedacht. So könnte es in Meßdorf aussehen, falls der Standort ausgewählt wird.
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Der Salzstock bei Gorleben war lange Zeit als Endlager für Atommüll angedacht. So könnte es in Meßdorf aussehen, falls der Standort ausgewählt wird.

Bismark/Meßdorf – „Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit“, sagt Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark, im Gespräch mit der AZ. Die Nachricht hätte sie kalt erwischt.

Ende September stellte die Bundesgesellschaft für Endlagerung in einer Pressekonferenz mögliche Gebiete für die Einlagerung von Atommüll in Deutschland vor. Mit dabei: die Altmark. Im Landkreis Stendal seht ein Salzstock von 34 Quadratkilometern Fläche in der Nähe von Meßdorf auf der Liste (AZ berichtete).

Dass es auch die Einheitsgemeinde Bismark treffen könnte, das sei Schwarz nicht bekannt gewesen. Die Bürgermeisterin will sich nun erst einmal ein eigenes Bild machen, sich mit Experten beraten und die Bevölkerung befragen. Bisher hätten sie keine Reaktionen der Anwohner erreicht, wie sie der AZ berichtet.

Schwarz plant, die weiteren Entwicklungen kritisch zu beobachten. „Ich hoffe, dass sich bei den Folgeuntersuchungen ein Ausschlusskriterium für Meßdorf findet“, sagt sie. Ohne die Einheitsgemeinde würde es jedenfalls nicht gehen. „Sie können nicht über unseren Kopf hinweg entscheiden.“ Zumindest eine Stellungnahme müsste eingeholt werden. Untätig will die Bürgermeisterin auf keinen Fall bleiben. „Mit Zurücklehnen ist nicht“, macht sie klar, „Natürlich will ich das Endlager nicht bei mir, aber ich verstehe auch, dass es eben irgendwohin muss.“

Auf AZ-Anfrage zeigt sich auch Uwe Lenz, Ortsbürgermeister der Ortschaft Meßdorf, überrascht und besorgt von der Nachricht. „Ich kann mich dazu noch nicht äußern“, gibt er zu. Die Information sei noch sehr frisch. Er hätte keine Vorwarnung bekommen. Auch welches Gebiet genau in Frage käme, wüsste der Ortsbürgermeister nicht. „Aber wer will sowas schon unter dem eigenen Fußboden haben?“, äußert er sich kritisch. Lenz seien allerdings die Proteste gegen das Endlager in Gorleben aus seiner früheren Arbeit in Arendsee vertraut.

Die Entscheidung für oder gegen den Salzstock bei Meßdorf liegt einige Jahre in der Zukunft. In einem langwierigen Ausschlussprozess soll der beste Standort für die Einlagerung des Atommülls bis 2031 gefunden werden. VON LISA KRAUSE

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