Millionenprojekt mit Kalbe langersehnt

Bismark: Radwegbau erreicht Zielgerade

Vor dem Kolk in Bismark liegen Schienenreste der früheren Kleinbahn.
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Reste der einstigen Kleinbahnstrecke müssen wie hier am Kolk inzwischen gesucht werden. Schienen und Schwellen sind größtenteils von einem Spezialunternehmen demontiert worden. Der Weg für eine Radpiste ist sozusagen bereitet.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Bismark und Kalbe scheinen kurz vor dem Ziel. Ein Radweg könnte für mehrere Millionen Euro auf einem alten Bahndamm über die Landkreisgrenze hinweg gebaut werden.

Bismark – Der langersehnte Fahrradweg zwischen Bismark und Kalbe scheint greifbar nah. Der Fördermittelantrag ist gestellt. Als das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vor einigen Monaten das Sonderprogramm „Stadt und Land“ auflegte, konnten die Altmärker schon einiges an Unterlagen aus der Schublade ziehen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, ist Annegret Schwarz (CDU) überzeugt und lächelt verschmitzt. Dass es grünes Licht gibt, der Förderbescheid schon bald auf dem Tisch liegt und die Arbeiten vielleicht noch dieses Jahr beginnen können, die Bismarker Bürgermeisterin will darüber nicht spekulieren. „Wir warten ab und freuen uns, wenn es geschafft ist.“

Rathauschefin gibt sich noch vorsichtig

Der erste Frühsommer auf dem neuen Radweg zwischen Hohenwulsch und Bismark. Die deutlich längere Strecke zwischen Bismark und Kalbe soll ähnlich aufgebaut sein.

Projekt über Grenze seit Langem geplant

Der 14,5 Kilometer lange Radweg soll wie schon jener zwischen Hohenwulsch und Bismark auf dem früheren Bahndamm verlaufen. „Die Kosten liegen deutlich in den Millionen“, vermeidet die Rathauschefin das Detail. In die besagte Strecke zwischen der Bismarker Ortschaft und der Kernstadt flossen 2019 annähernd 800.000 Euro, sie ist gerade einmal gut zwei Kilometer lang. Diesmal geht es um mehr, in vielfacher Hinsicht. Es ist ein Kooperationsprojekt zwischen zwei Einheitsgemeinden in zwei unterschiedlichen Landkreisen. Bismark ist der Projektträger, das heißt, die Ostaltmärker haben den Antrag für beide Kommunen gestellt, es handelt sich aber um eine einzige Maßnahme.

Städte hoffen auf mehr Touristen

„Für die Bevölkerung war und ist es ein so langer Weg, Jahrzehnte sind hier vergangen.“ Schwarz bekommt feuchte Augen. Zwischen Bismark und Kalbe solle es ja früher immer wieder einmal gewisse Spannungen gegeben haben, wie das eben unter Nachbarn manchmal so sei. „Wir reden nun nicht nur über interkommunale Zusammenarbeit, wir zeigen, dass Kreis- und Stadtgrenzen bei einem gemeinsamen Ziel keine Rolle spielen müssen.“ Bekanntlich wollen beide künftig auch bei städtebaulichen Projekten stärker zusammenarbeiten. Schwarz, auch Stendaler Kreistagsvorsitzende, schmunzelt und meint im AZ-Gespräch: „Wobei das alles natürlich kein Vorbote für eine Kreisfusion ist.“

Eine Kommune zeigt Profil: Ein Schmuckrad vor der Radwegekarte auf dem Rathaushof in Bismark.

Die Piste aus dem Landkreis Stendal in den Altmarkkreis Salzwedel wird jener innerhalb der Einheitsgemeinde Bismark in vielem ähneln und setzt diese ja quasi fort. Die frühere Kleinbahnstrecke sei dort auch schon fast komplett von Schienen und Schwellen befreit. Und die Eigentumsverhältnisse seien so gut wie geklärt. Der Boden für dieses größere Projekt scheint bereitet. Der Radweg soll beide Städte nicht zuletzt auch überregional und touristisch voranbringen. Die 2018 eingeweihte Hohenwulscher Schnittstelle aus Bahn, Bus, Pkw und Rad könnte dabei stärker wirken. Von Radtouristen könnten Pensionen, Gaststätten, Eiscafés und andere profitieren, links und rechts der Landkreisgrenze.

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