Spendenaktion für zwei neue Klangkörper

Glocken läuten Abschluss der Kirchensanierung ein

Die beiden halten alte Bilder und Dokumente in den Händen.
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Mit der Neugießung zweier Glocken dank Fördergeldern und Spendenaktion soll die Sanierung der Meßdorfer Kirche abgeschlossen sein. Pfarrer Norbert Lazay (l.) und Ortsbürgermeister Uwe Lenz suchen nach Unterstützern.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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„Im Grunde schließt sich jetzt der Kreis“, findet Pfarrer Norbert Lazay. Mit der geplanten Vervollständigung des Geläuts mit zwei neuen Glocken sei die über 25 Jahre andauernde Sanierung der Meßdorfer Kirche abgeschlossen.

Meßdorf - Wenn es nach Uwe Lenz, Ortsbürgermeister von Meßdorf, geht, soll das vollständige Festgeläut der Töne C, E, G zu den Internationalen Meßdorfer Musikfesttagen 2022 erklingen, 80 Jahre nach der Beschlagnahmung der zwei ehemaligen Glocken.

Die Bauern- und die Bergglocke waren am 17. Januar 1942 zu Rüstungszwecken abtransportiert worden. Eine große Glocke, gegossen von Heinrich Engelke in Halberstadt, und eine kleine Glocke, genannt „Zuckerhut“, blieben übrig. Die verschwundenen Glocken zu ersetzen ist laut Lazay das letzte große Vorhaben nach zweieinhalb Jahrzehnten Bemühungen.

Im Bürgerbüro gibt es einige alte Bilder der zweimal während der Weltkriege beschlagnahmten Glocken.

17 000 Euro kostet es, von dem ein Viertel über Spendengelder finanziert werden soll. Dank der aktuellen Materialpreissteigerung könnte es aber mehr werden. „Bisher sind es 6800 Euro“, kann Lenz beim Pressegespräch in der vergangenen Woche berichten. Bisher seien 45 persönliche Briefe verschickt und auch ein Spendenaufruf im Bürgerkurier abgedruckt worden. „Es ist ein stetiger Prozess. Es haben uns auch schon Bürger hier im Bürgerbüro besucht.“ Lenz stehe mit seinem persönlichen Namen für dieses langjährig erdachte Projekt ein. „Ich bin Teil der Kirchengemeinde und will mich mit einbringen.“ Es ist geplant, auch während der diesjährigen Musikfesttage aktiv die Werbetrommel zu rühren. Der Rest des Geldes wird über das Leader-Förderprogramm finanziert, auf dessen Prioritätenliste 2020/21 das Meßdorfer Geläut bereits 2019 stand.

„2020 haben wir den Antrag offiziell gestellt und mussten ihn immer wieder komplementieren“, führt Lazay aus. Die Fördergelder seien bis zum 15. November bewilligt, ein Antrag auf Verlängerung sei derzeit in Bearbeitung. Das Geld wird in die Herstellung der Glocken, des Jochs und der Klöppel sowie in die Sanierung des Glockenstuhls investiert. Für die Prägung der Glocken ist geplant, Bezug auf die ursprüngliche Rolle der einzelnen Klangkörper zu nehmen. „Zum Beispiel wurde die große Glocke bei Todesfällen geläutet“, erklärt Lenz. Eine Ehrung mit Nennung der Spender könne auf dem Glockenstuhl verfasst werden.

Schon 1929 mussten nach dem Ersten Weltkrieg Glocken ersetzt werden.

Wichtig ist laut Lenz vor allem die Sicherung der Fenster: „Die Situation ist gerade nicht befriedigend.“ Es sei ein Vogelnistplatz. Der Glockenboden müsse aber für die jährliche Prüfung sauber sein, denn sonst würden die Glockenbauer aus Angst vor dem toxischen Vogelkot diesen nicht betreten. Seit sie 1994 fast zeitgleich als Pfarrer und Ortsbürgermeister eingesetzt wurden, arbeiten Lazay und Lenz zusammen, um die Folgen der Kriege an der Meßdorfer Kirche zu überwinden. Seitdem wurde auch so einiges geschafft: von den Friedhofsmauern und der Zuwegung über die Innenrenovierung mit Wiederherstellung der Orgel bis hin zur Sanierung des Kirchturms.

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