Mehrgenerationen-Flair wächst nur langsam

Von der Kamera festgehalten, lässt sich Edith Piasecki von ihrem Schwiegersohn in ihre Wohnung begleiten. Foto: Lange

Kläden. „Ich bin schon mit einem tränenden Auge umgezogen“, erzählt Edith Piasecki. Vor gut einer Woche ist sie in das Mehrgenerationenhaus in Kläden eingezogen, das Leader-Projekt in der ehemaligen Sekundarschule des Ortes. Durch den Verlust ihres Unterschenkels war die Wohnung in Stendal, in der die 78-Jährige zuvor 40 Jahre lang gelebt hat, für sie nicht mehr funktional. Die Treppe und die kleinen Türen und Räume waren für den Rollstuhl der Rentnerin fast unüberwindbare Hindernisse. Und so sei sie dann in die Situation gekommen, ein barrierefreies Zuhause zu brauchen.

„Mein Schwiegersohn hat mir dann vorgeschlagen, mich für eine Wohnung in Kläden zu bewerben“, lächelt Piasecki in die Kamera des Fernsehteams, das dieses Mehrgenerationenprojekt auch in ganz Sachsen-Anhalt bekannt machen will. Außerdem wohnt sie auch im ehemaligen Klassenzimmer ihres Schwiegersohnes John Völtzke, wie er ihr bei der ersten Besichtigung erzählte. Dessen Mutter Vera war zu Zeiten der Sekundarschule Direktorin des Lehrgebäudes und zeigt sich ebenfalls zufrieden über das, was dort im vergangenen Jahr entstanden ist. Noch fehlen einige Möbel, damit in der Erdgeschosswohnung eine heimelige Atmosphäre geschaffen werden kann, doch sie habe Menschen, die es ihr leicht machen. Alle Räume sind bequem mit dem Rollstuhl zu befahren. Von dem Flair eines Mehrgenerationenhauses sei zwar noch nicht viel zu merken, aber man müsse sich ja auch erstmal untereinander kennenlernen und dann könne sich so etwas entwickeln.

Die Handwerker legen momentan noch letzte Hand an der ehemaligen Schule an. Im Mediendorf wird gerade noch das Parkett abgeschliffen, damit auch dort bald die Möbel hineinkommen. Auch wird momentan das Teestübchen eingerichtet, wie Einheitsgemeindebürgermeisterin und Vorsitzende der lokalen Leader-Gruppe, Verena Schlüsselburg, zu berichten weiß. Die Grünanlagen ums Haus herum sind ebenfalls so gut wie fertig, das Gras zeigt sich schon in schüchternen grünen Sprösslingen. „Das ganze Projekt wird sehr positiv aufgenommen, wir haben viel öffentliches Interesse“, so Schlüsselburg. Drei der zehn Wohnungen sind noch frei, Interessenten können sie sich ansehen.

Von Bianca Lange

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