Bismarks Bürgermeisterin enttäuscht und wütend / Tagung über Eichenprozessionsspinner in Berlin bot keine Lösung

„Man fühlt sich im Stich gelassen“

+
Der Eichenprozessionsspinner: Die Raupe schadet nicht nur der Natur. Ihre feinen Härchen können beim Menschen starke allergische Reaktionen und andere Krankheiten auslösen. Eine Bekämpfung ist daher unvermeindlich.

Bismark/Berlin. „Es ist momentan ein unliebsames Thema“, gestand Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz gestern im Gespräch mit der AZ. Das Problem Eichenprozessionsspinner bereitet dem Stadtoberhaupt mächtig Kopfschmerzen.

Erst kürzlich war sie auf einer zweitägigen Tagung in Berlin. Ihre Hoffnung: Endlich eine konkrete Lösung zur Bekämpfung dieser Plage. 

Doch aus der Hoffnung wurde Enttäuschung. „Ich weiß jetzt zwar, wie viel Geld für die wissenschaftliche Betrachtungsweise des Eichenprozessionsspinners ausgegeben wird. Und ich bin erstaunt und überrascht wie wissenschaftlich man sich mit dieser Thematik auseinandersetzen kann und auch tut, in anderen Bundesländern“, sagt sie. Und sie wisse nun, was in der Vergangenheit alles zur Bekämpfung hätte in Form von Bekämpfungsmitteln eingesetzt werden können, und was jetzt nicht mehr möglich sei. Aber mit einer konkreten Lösung aus der Tagung sei sie nicht in die Altmark zurückgekehrt. „Das Land Sachsen-Anhalt muss endlich erkennen, dass diese Plage nicht nur ein Problem von dem Altmarkkreis Salzwedel und dem Landkreis Stendal ist, sondern dass es sich zu einem Landesproblem entwickeln kann“, betont Schwarz. Bismarks Bürgermeisterin fühlt sich vom Land im Stich gelassen. „Ich bin ziemlich enttäuscht, weil man sich mit diesem Problem alleine gelassen fühlt. Es wird immer nur viel geredet, aber kein Minister kommt hier vor Ort. Wir als Bürgermeister stehen vor den Bürgern und müssen alles erklären“, sagt sie wütend.

Wie es mit der Bekämpfung des Spinners weitergehen soll, wisse sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Sie hofft, dass der Landkreis eine Arbeitsgruppe hierzu bildet und dass das Land Sachsen-Anhalt dieses Problem endlich erkennt. Schließlich, so Annegret Schwarz, haben auch einige Landesvertreter an der Tagung in Berlin teilgenommen. „Ansonsten müssen wir über den Städte- und Gemeindebund sowie über weitere Institutionen an das Thema ran, damit uns das Land unterstützt“, erklärt sie.

Von Marilena Berlan

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare