116 Millionen Euro vom Bund für neues Förderprogramm zur Sanierung von Schul-, Sport- und Außenanlagen

Ein Lichtblick für Schinnes Sporthalle

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Die Sanitäranlagen sind, so Ortsbürgermeister Ralf Berlin, nicht im besten Zustand.

Schinne. Ein alter Kneipensaal wurde zu DDR-Zeiten provisorisch in eine Sporthalle umfunktioniert und schon damals war man sich einig, dass der Bau einer neuen Halle notwendig ist. Dann kam die Wende und der „provisorische Raum“ ist bis heute Schinnes Sporthalle geblieben.

Nach der Wende folgten einige Schönheitsreparaturen zur Instandhaltung, so Ortsbürgermeister Ralf Berlin, „mehr aber auch nicht“. 

Eine Sanierung der Halle würde allerdings teurer ausfallen als ein Neubau. Für Letzteren fehlt das nötige Kleingeld. Eine finanzielle Unterstützung durch Fördermittel ist gefragt. Anträge über Anträge wurden gestellt. Der erste davon (EU-Schulbauförderung) wurde bereits im September 2008 eingereicht und vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt abgelehnt. Die Begründung: Die damals vorgelegten Schülerzahlen haben den Anforderungen nicht entsprochen. Mittlerweile habe er in Zusammenarbeit mit der Stadt Bismark insgesamt neun Anträge für den Erhalt von Fördermitteln gestellt, so Berlin. Alle wurden abgelehnt. Sehr enttäuschend für Schinnes Ortschef, der sich seit gut 20 Jahren für die Errichtung einer neuen Sporthalle in der Ortschaft starkmacht.

Mit alten Klassenzimmerstühlen aus dem Schulinventar ausgestattet – so sehen die Umkleideräume in der Sporthalle aus.

„Der Bau einer neuen Halle ist, wie Bismarks Bürgermeisterin schon gesagt hat, eine Infrastrukturmaßnahme für die ganze Einheitsgemeinde, denn die Halle sollen nicht nur die Schinner, sondern auch alle weiteren Ortsteile mitbenutzen“, sagt Berlin und stimmt Annegret Schwarz zu. Dass das Gebäude schon jetzt täglich in Anspruch genommen wird, sieht man an dem Belegungsplan. Laut Berlin nutzen die Halle aktuell die Grundschule, der Kindergarten, der Karnevalsverein, die Seniorensportgruppe, die Schinnscher Frauen sowie der Leichtathletik- und Fußballverein, die mittlerweile wegen des Mangels an Platz in die Hallen anderer Ortschaften umgesiedelt sind. „Eine normgerechte Halle in Schinne wird dringend gebraucht“, betont der Ortschef.

Ein neues Förderprogramm lässt ihn Hoffnung schöpfen. 116,4 Millionen Euro sollen vom Bund an das Finanzministerium Sachsen-Anhalt überreicht werden. CDU-Landesfinanzminister André Schröder hat Ende vergangenen Jahres die Vereinbarung unterzeichnet. Nach Angaben des Finanzministeriums könne finanzielle Unterstützung für die Sanierung von Schulgebäuden als auch für den Umbau oder Erweiterungen beantragt werden. Auch Sport- und Außenanlagen könne man mit dem Programm modernisieren. Außerdem könne in öffentliche wie auch in private Schulen investiert werden. Das Programm richte sich an finanzschwache Kommunen. Die besonders finanzstarken Städte und Gemeinden seien von dem neuen Programm ausgeschlossen, heißt es.

Das neue Förderprogramm sei allerdings noch in der Entwicklungsphase, sobald aber Anträge gestellt werden können, will die Stadt Bismark erneut ihr Glück versuchen und einen Förderantrag zum Bau einer neuen Sporthalle in Schinne stellen, teilte Bismarks Bürgermeisterin jüngst auf der Bauausschusssitzung mit. „Wenn wir die jungen Leute in der Region halten wollen, dann müssen wir auch etwas vorweisen“, sagt Ralf Berlin und hofft, dass sich in Sachen Sporthalle etwas tut.

Von Marilena Berlan

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