„Noch keinen Tag bereut“

Uwe Lenz seit 25 Jahren als Bürgermeister von Meßdorf im Amt

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Uwe Lenz arbeitet in seinem Büro im Bürgerhaus in Meßdorf. Zu tun gibt es für den Bürgermeister immer jede Menge.

Meßdorf – Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist Uwe Lenz als Bürgermeister von Meßdorf im Amt. Sein Jubiläum begeht der 68-Jährige allerdings ganz unspektakulär.

Lenz ist bescheiden geblieben – obwohl er seine Ortschaft und die Ortsteile Späningen, Biesenthal und Schönebeck während seiner 25-jährigen Amtszeit stark mitgeprägt haben dürfte.

Als Sohn eines Landwirts habe ihn Kommunalpolitik bereits zu DDR-Zeiten interessiert. 1994 dann die Bürgermeisterwahl – mit „einem tollen Wahlergebnis“, strahlt Lenz heute noch. „Aber da hat man sich auch in die Pflicht genommen gefühlt.“ Denn in den Wahlkampf sei er damals mit einem Sieben-Punkte-Programm gezogen. Sein „Leib-und-Magen-Stück“ zusammen mit Pfarrer Norbert Lazay seien natürlich die Meßdorfer Musikfesttage. In der seinerzeit eigenständigen Gemeinde sollte etwas geschaffen werden, das über die Region hinausreicht. „Wir haben mit zwölf Benefizkonzerten zur Rettung der Orgel angefangen und als sie fertig war, wollten wir auch was daraus machen.“

Unterstützung sollte es aber auch für die Landwirte geben. „Wir brauchten ein Bodenordnungsverfahren.“ Nach rund 40 Jahren Bewirtschaftung durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und wegen der Grenzverläufe seien viele Eigentumsverhältnisse ungeklärt gewesen.

Auch bei den Feuerwehren wurde angesetzt. „In Späningen war das Problem besonders brennend.“ Grundlegend mussten überall bessere Bedingungen für Material und Technik geschaffen, und Feuerwehrautos, auch schon mal secondhand, gekauft werden.

Damals hatten die Dörfer noch ihren eigenen Etat. „Es hat Spaß gemacht, einen eigenen Haushalt zu bewirtschaften um die Geschicke der Dörfer voranzubringen“, erinnert Lenz. Heute müssen die Ortsbürgermeister Hand in Hand mit der Einheitsgemeinde arbeiten. „Da ist es wichtig, nicht nur einmal alle acht Wochen bei der Bürgermeisterdienstberatung aufzustehen und zu meckern, sondern den ständigen Kontakt zu nutzen, damit es auch klappt“, mahnt der 68-Jährige.

Seit knapp sieben Jahren hat sich der Meßdorfer von seinem Beruf als Geschäftsführer des Sozialtherapeutischen Zentrums Gut Priemern in den Ruhestand zurückgezogen. Sein Sohn Christoph hat die Geschicke dort übernommen. Der letzte Arbeitstag sei schlimm gewesen. „Ich dachte, ich hätte dann mehr Zeit“, seufzt der Bürgermeister, doch Pustekuchen. Es falle nun zwar leichter, das Ehrenamt auszufüllen. Die Arbeit sei aber keinesfalls weniger geworden.

Die Familie habe ihm oft den Rücken freigehalten. „Meine arme Frau“, berichtet der 68-Jährige mit einem Schmunzeln und erinnert an einen beinahe verpassten Urlaubsflieger, als der Arbeitsalltag mal wieder nicht enden wollte.

Mit dem Bürgermeisteramt soll zum Ende seiner nächsten Amtszeit in fünf Jahren auch Schluss sein. 30 Jahre sind eine lange Zeit. „Und die großen Sachen, wie das Bodenumlegungsverfahren, sind dann auch durch.“ Obwohl viel geleistet worden sei, möchte Lenz freundliche Worte nicht für sich allein beanspruchen. Der frühere Gemeinderat, heute Ortschaftsrat, habe seinen Teil dazu beigetragen. „Man kann sich nicht nur als Bürgermeister selbst sehen.“ Kritik müsse man als Dorfoberhaupt schließlich auch aushalten. Für sachliche Gründe gelte es, offenzubleiben, unsachliche müssten auch mal geschluckt werden. Bereut habe er sein Engagement noch nie, verrät Lenz. „Wenn es keinen Spaß machen würde, dann würde ich es nicht machen.“

VON LAURA KÜHN

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