Einwohner protestieren gegen die Schließung des Meßdorfer Bahnhofs / Angst vor dem Verlust weiterer Haltestellen

Uwe Lenz: „Eine falsche Entscheidung“

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Gut 60 kleine und große Trauer- und Protestteilnehmer waren ins Bürgerhaus gekommen. Auch die Kinder unterzeichneten den Protest auf dem symbolischen Sarg. In gut 30 Minuten ging es im Trauerzug zum stillgelegten Bahnhof Meßdorf.

mb Meßdorf. „Der Kampf der Meßdorfer um den Erhalt des Bahnhaltepunktes Meßdorf ist verloren“, sagte Ortsbürgermeister Uwe Lenz am Sonntag bei eisiger Kälte, als der Trauerzug nach gut 30 Minuten Fußmarsch am Bahnhof angekommen war.

All die Proteste der letzten Monate und Jahre, all die Einwände, Vorschläge und Argumente blieben ungehört. Der Bahnhaltepunkt Meßdorf auf der Amerikalinie ist tot.

Jetzt rauschen die Züge an dem historischen Bauwerk vorbei. Lediglich ein kleiner roter Zettel im Schaukasten informiert die Kunden der Bahn, dass hier künftig keine Züge mehr halten. Angeblich soll es eine neue Busverbindung von Meßdorf nach Hohenwulsch mit dem öffentlichen Personennahverkehr geben, berichtete Uwe Lenz. Genauere Informationen habe er allerdings nicht und er sei auch nicht weiter darüber informiert worden.

Es war ein eisiger Sonntag, als sich gut 60 kleine und große Meßdorfer und Einwohner aus den umliegenden Ortschaften am Bürgerhaus trafen, um gegen die Schließung der Bahnhaltestelle zu protestieren. Initiiert haben den Protestmarsch Monika Michael und Alexandra Tinneberg mit Unterstützung der Ortschaft Meßdorf sowie der Einheitsgemeinde Bismark.

Mit dem größten Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn, wie das Unternehmen seit einigen Tagen wirbt, wurde die Strecke Berlin-München in Betrieb genommen. Dafür starb in der Altmark ein wichtiger Bahnhaltepunkt, der von den Einwohnern regelmäßig genutzt wurde.

Diesen „Rückbau der ländlichen Infrastruktur“, so Uwe Lenz, wolle man nicht unkommentiert geschehen lassen. In Begleitung der Polizei und einiger Medienvertreter haben sich die Protestteilnehmer mit einem selbst gebauten Sarg auf zum Trauerzug in Richtung Bahnhof gemacht.

Lenz befürchtet, wenn die Strecke von Hohenwulsch in Richtung Stendal weiter ausgebaut wird, dass auch die Haltepunkte Kläden und Steinfeld stillgelegt werden. Das Paradoxe für Lenz: „In der Altmark werden die Bahnhöfe stillgelegt und im Landkreis Lüchow-Dannenberg die alten regionalen Bahnhöfe zum Leben erweckt.“ Dann wiederholte er erneut: „Diese Schließung war eine falsche Entscheidung für Meßdorf und den ländlichen Raum.“

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