„Verfall darf sich nicht verfestigen“

Leerstand und markante Straßenenge in Bismarks Zentrum sollen schwinden

Wo es auf die Döllnitzer Straße zugeht, wird es eng in Bismark. Eine Seite muss warten. Hinzu kommt: Gerade in diesem Bereich stehen zahlreiche Gebäude leer. Ein Aushängeschild ist diese Hauptverkehrsader für die Stadt nicht.
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Wo es auf die Döllnitzer Straße zugeht, wird es eng in Bismark. Eine Seite muss warten. Hinzu kommt: Gerade in diesem Bereich stehen zahlreiche Gebäude leer. Ein Aushängeschild ist diese Hauptverkehrsader für die Stadt nicht.

Bismark – „Man darf nie schnell mit allem zufrieden sein. “ Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe und der Ortschaftsrat wollen das nicht sein. „Wir möchten das Ortsbild auffrischen, verschönern, ja verändern“, kündigt die Linke an.

„Und das mit den Bürgern und nicht ohne oder gar gegen sie.“

Ein Dauerbrenner steht ganz oben auf der Liste, der Leerstand. Mehr als die Hälfte der Gebäude in der Bismarker Innenstadt soll momentan ungenutzt sein. Für den Bereich einer markanten Straßenverengung im Zentrum weiß Rothe von gleich einem guten halben Dutzend leer stehender Häuser nebeneinander. „Der Verfall darf sich erst gar nicht verfestigen.“

Ruth Rothe (Linke), Ortsbürgermeisterin.

Wo die Breite Straße auf die Döllnitzer Straße zuläuft und sich die Fahrbahn verengt, stehen seit etlichen Jahren auffallend viele Häuser leer. „Wir wollen Verbindung mit den Besitzern aufnehmen und über die Möglichkeiten für Veränderungen reden.“ Angesprochen werden sollen nicht allein die Eigentümer dieser Häuser, sondern auch die anderer verlassener Gebäude. „Leider befinden sich die Leute nicht immer hier in Bismark.“ Der Ortschaftsrat wolle die Informationswege der Ämter nutzen, setzte aber vielmehr auf die Bürger und deren private Kontakte. „Es muss sich jedenfalls etwas tun.“

Rothe möchte im Gespräch mit der AZ bei dem Beispiel bleiben. Gäbe es Bewegung in der Sache, ließe sich vielleicht auch die Fahrbahnverengung zumindest entschärfen. Verteufeln will die Ortsbürgermeisterin die Besonderheit in der Straßenführung nicht. „Eine Seite des Verkehrs muss warten, das kann entschleunigen“, meint sie verschmitzt. Doch in der Tat: Gerade in Stoßseiten und bei Lkw-Verkehr sei die Enge mehr Fluch als Segen für die Stadt. Womöglich lasse sich ja mindestens eines der Häuser ein Stück zurückbauen, dafür müsste allerdings der Eigentümer greifbar und gesprächsbereit sein.

Dass die Ortschaft oder die Einheitsgemeinde verlassene Objekte aufkauft und sogar saniert und wieder vermittelt, dafür sieht die Linke keinen Weg, zumindest derzeit nicht. „Da brauche ich schon viel Fantasie und die Stadt Geld.“ Selbst wenn ein Eigentümer sein Objekt der Stadt für den berühmten symbolischen einen Euro überlassen wollte, wäre das noch immer recht aussichtslos. Im Ortschaftsrat sei das Thema schon angeschnitten worden, die Ortsbürgermeisterin setzt auf den Willen der Eigentümer auf Veränderung und bürgerschaftliches Engagement. „Wir müssen nur irgendwo beginnen und anfangen.“

„Wo es Veränderungen gibt, Vorbilder geschaffen werden, löst das vielleicht eine Kettenreaktion aus und andere machen auch mit.“ Eines scheint klar: Rothe fühlt sich wohl in Bismark und hält die Ortschaft für lebenswert. „Doch verbessern lässt sich immer etwas.“ Oft seien es auch scheinbare Nebensächlichkeiten, die sie umtrieben. „So kann die Stadt durchaus noch einige Sitzbänke gebrauchen.“ Wo sie aufgestellt werden könnten, auch darüber zerbreche sie sich den Kopf. Wer den Kontakt zu Rothe sucht, findet ihn über Tel. (039089) 40663.

VON MARCO HERTZFELD 

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