Bismarks neue Bürgermeisterin erklärt, was in der Einheitsgemeinde 2017 auf der Agenda steht

„Die Lebensqualität ist wichtig“

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Annegret Schwarz hat für ihr erstes Amtsjahr einiges vor. Allem voran muss der Haushalt der Einheitsgemeinde Bismark stimmen und genehmigt werden.

Bismark. Am ersten Arbeitstag verspäten. Lieber nicht. Annegret Schwarz ist dennoch erst fünf Minuten nach dem Beginn ihrer offiziellen Arbeitszeit in der Stadtverwaltung der Einheitsgemeinde Bismark angekommen.

„Aber kurz vor dem Ortsschild kam mir der Gedanke: Eigentlich kannst Du es locker sehen. Du bist ja jetzt Chef“, sagt Schwarz und lacht.

Vor ihr auf dem Tisch, im provisorischen neuen alten Büro, stehen Blumen in allen möglichen Farben. Im eigentlichen Büro wird noch umgebaut. Doch die neue Bürgermeisterin selbst ist schon aktiv, denn für ihr erstes Amtsjahr stehen viele Projekte auf dem Plan. „Ich habe auf unserer Website ein Grußwort an die Bürger und Mitarbeiter veröffentlicht. Der Neujahrsempfang war ganz zu Ehren von Frau Schlüsselburg. Ich will einige persönliche Worte an die Bürger richten“, sagt Schwarz, die bis zur nächsten Stadtratsitzung weiterhin auch Hauptamtleiterin ist.

Auf der nächsten Stadtratsitzung im Februar wird Schwarz ihr Konzept zur neuen Ämterstruktur präsentieren. „Wenn die Räte zustimmen, können wir Stellen ausschreiben und neu besetzen“, sagt sie. Mit der Arbeit von ihrer Vorgängerin Verena Schlüsselburg ist sie d’accord, schließlich hat sie bereits sechs Jahre das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin ausgeführt. Besonders das Projekt „Bismark 2025“ hat sie maßgeblich begleitet.

Ganz oben auf ihrer Aufgabenliste steht, mit ihrem Team einen genehmigungsfähigen Haushalt zu erarbeiten. Der sei bereits auf das System der doppelten Haushaltführung (Doppik) umgestellt, es fehle jedoch noch die Eröffnungsbilanz. „Die ist sehr wichtig, sonst wird es mit unserem Haushalt schwierig“, sagt Schwarz. Und ein genehmigter Haushalt wiederum ist wichtig, damit die Einheitsgemeinde handlungsfähig bleibt. Zu den bedeutendsten Investitionen des neuen Haushaltes gehören: Die Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes, unter dessen Dach künftig Polizei und Verwaltung zusammen in einem Gebäude arbeiten werden.

Das Ärztliche Ambulatorium (Ambu) an der Stendaler Straße soll saniert werden, um als Arbeitsplatz für junge Mediziner attraktiv zu werden. „Die beiden praktizierenden Ärztinnen gehen Ende diesen Jahres in Pension. Wir können keine Nachfolger garantieren. Aber wir können die Bedingungen dafür schaffen, dass Bismark als Praxisort interessant ist“, sagt Schwarz. Darüber hinaus sollen die Außenanlage des Bismarker Schwimmbads „Am Kolk“ ausgebaut und Straßen saniert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt ist für Annegret Schwarz der Fördermittelantrag für eine neue Sporthalle in Schinne. Schon zum dritten Mal beantragt die Einheitsgemeinde Fördermittel für den Neubau. „Im Stadtrat ist es schon seit 2009 ein Streitpunkt. Je länger wir vertrösten müssen, desto unglaubwürdiger wird es. Wir brauchen diese Halle für unsere Sportvereine und auch für die Schüler der Grundschule“, sagt Schwarz. Momentan begnügen sich die Vereine mit einer Warteliste, die ein gutes Vereinsleben, regelmäßiges Training und Jugendarbeit nahezu unmöglich werden lässt. „Doch wir sind in diesem Punkt an den Willen und die Entscheidungen des Landes gebunden“, erklärt Schwarz.

Auch wird sich die neue Bürgermeisterin dafür einsetzen, dass alle Bismarker Ortsteile weiterhin die von der Kommunalsverfassung vorgegebene 10-Euro-Förderung pro Einwohner erhalten. Denn es sei wichtig, dass die Lebensqualität in den Ortschaften gefördert wird und bleibt.

Von Gabriela Grau

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