EU-Generaldirektor Dr. Dirk Ahner zu Besuch in der Einheitsgemeinde Bismark / Weniger Bürokratie gefordert

„Leader ist greifbare Brüssel-Politik“

Dirk Ahner (l.) besuchte mit seiner Gattin (r.) zuerst den Klädener Schlossplatz, wo Planer Jens Burckhardt (2.v.l.) das Leader-Projekt Alter Schafstall erklärte. Auch Verena Schlüsselburg und Eike Trumpf nahmen an dem Rundgang teil. Foto: Lange

Kläden. „Ohne ihre Arbeit hier vor Ort ist unsere Arbeit in Brüssel völlig nutzlos. “ EU-Generaldirektor für Regionalpolitik Dr. Dirk Ahner besuchte gestern die Einheitsgemeinde Bismark.

Seine erste Station dabei: der Alte Schafstall in Kläden, wo den Besucher Bürgermeisterin und Leadergruppen-Vorsitzende Verena Schlüsselburg, Landrat Jörg Hellmuth, Tilman Tögel, Dr. Georg Herwarth vom Landwirtschaftsministerium und Leader-Manager Dr. Wolfgang Bock begrüßten. Außerdem war auch die Bürgermeisterin Hohe Börde, Steffi Trittel, anwesend, wo Ahner den heutigen Tag verbringen wird.

„Wir haben bewiesen, dass wir Projekte mit Leader-Förderung gut umsetzen können“, berichtete Schlüsselburg, schließlich sei der Alte Schafstall eines von ihnen und wurde 2004 eröffnet. Die Region war schon bei Leader II und ist jetzt bei Leader Plus aktiv, um in den Dörfern Gebäude erhalten zu können. Der ländliche Raum benötigt auch nach 2014 noch Förderung, richtete Schlüsselburg an Ahner und damit auch gleich nach Brüssel. „Und wir haben auch Ideen.“ Meßdorfs Ortsbürgermeister Uwe Lenz bringt die Bedeutung von Leader in der Region auf den Punkt: „Leader ist für die Menschen hier greifbare Brüssel-Politik.“ Die Dorfkirche und die alte Schule in Meßdorf sind ebenfalls geförderte Projekte und wurden im Lauf des Tages von der Gruppe besichtigt.

Leader soll auch

nach 2014 weitergehen

Und Ahner brachte sogleich eine wichtige Botschaft mit nach Kläden: Leader wird auch nach 2014 weitergehen und den Namen behalten. Das sei ja schon so etwas wie eine Marke. Genau deshalb benötigte er aber Informationen, was verbessert werden muss und wie bei der weiteren Entwicklung geholfen werden soll. Künstliche Trennungen von Stadt und Land müssen überwunden werden. Bislang können Städte, wie beispielsweise Bismark, keine Leader-Förderung abrufen. Das sei ein wirklich großes Problem und spitzt sich mittlerweile in ganz Sachsen-Anhalt zu, wie Dr. Georg Herwarth beschrieb, der Landeskoordinator für Leader ist. Wichtig sei vor allem auch ein gewisses Maß an Entbürokratisierung. Das konnte am besten Planer Jens Burckhardt beurteilen, der sowohl den Alten Schafstall als auch den Umbau der Sekundarschule Kläden planerisch betreut hat und immer noch mit der Abrechnung des längst eröffneten „Wohnen für Generationen“ beschäftigt ist. Der Unterschied zwischen förderfähigen und nichtförderfähigen Kosten sowie die notwendige Vorfinanzierung der Projekte sei mit dem Übergang von Leader II auf Leader Plus schlimmer geworden.

Ahner indes bat um konkrete Beispiele, denn Bürokratie sei zwar immer wieder genannt worden, aber für die Verantwortlichen in Brüssel ein doch zu abstrakter Begriff. Aber er versprach bei einer Verbesserung mitzuhelfen. Verschiedene Finanzinstrumente sollen künftig besser integriert werden, Fonds miteinander verzahnt werden.

Nachdem sich die Gruppe gemeinsam das Schloss Kläden, die ehemalige Schule und die Suppenmanufaktur angesehen hatten, führte die Rundfahrt weiter nach Meßdorf, Krumke und am Abend schließlich zur Nikolausschau des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt nach Bismark.

Von Bianca Lange

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