Biotonne des Landkreises kostenpflichtig

Laub an Straßen: Bismark reicht auch 2021 Säcke aus - und wartet ab

Ein Stadtreiniger wirbelt mit einem Gebläse Laub auf.
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Ein Stadtreiniger wirbelt mit einem Gebläse irgendwo im Land Laub auf.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Herbst, Laub und dessen Entsorgung: Das Thema Laub an Straßen soll nicht allzu viel Staub aufwirbeln. Bismark gibt es sich bei dem Reizthema gelassen, reicht auch 2021 Säcke aus, wartet ab - und blickt auf den Landkreis.

Bismark – Stendal stellt neuerdings mehrere Dutzend Großcontainer auf, in Osterburg fühlt sich eine Ortschaft bei Behältern vernachlässigt und auch woanders in Ostaltmark und Elb-Havel-Winkel sorgt die Laubfrage für einigen Wirbel. Für die Einheitsgemeinde Bismark will Bürgermeisterin Annegret Schwarz offenbar nicht allzu viel Wind um das Thema gemacht sehen. „Das ist seit Langem ein bekanntes Problem, welches alle Kommunen betrifft. Eine Regelung besteht nicht. Die Entsorgung wird wie in den Jahren zuvor erfolgen“, lässt sie auf AZ-Nachfrage wissen. Und: Wie das Rathaus die Entsorgung von Laub nicht zuletzt im öffentlichen Raum mittel- und langfristig organisiert, sei „abhängig vom Abfallkonzept des Landkreises und davon, was umweltrechtlich erlaubt ist“.

Landkreis im Blick

Die Biotonne ist seit Kurzem kostenpflichtig. Ob sich ein Bürger mit größerem Baumbestand an der Straße von der kreiseigenen ALS-Dienstleistungsgesellschaft das maximale Volumen besorgt oder gar mehrere Tonnen, dürfte dieser sich dreimal überlegen. Schon aus rechtlichen Gründen mischt der Landkreis momentan nicht direkt mit und überlässt die Organisation den Einheits- und Verbandsgemeinden nun selbst. Was die Zukunft tatsächlich bringt, muss sich zeigen, einiges scheint in Bewegung. So oder so, das Bismarker Rathaus zeigt sich für seine 20 Ortschaften gerüstet. Und natürlich: „Die Laubentsorgung stellt jährlich eine Herausforderung an Einheitsgemeinde und Bürger dar.“ Inwieweit die veränderten Spielregeln des Kreises noch einmal verstärken, muss sich zeigen.

Die Einheitsgemeinde Bismark sei geprägt durch viele alte Alleen mit großen Bäumen. Zudem sei das Gebiet der kommunalen Familien nun einmal auch recht groß. „Grundsätzlich gilt die Straßenreinigungssatzung der Einheitsgemeinde, wonach der Bürger für die Reinigung der Gehwege auch vom Laub verpflichtet ist“, betont die CDU-Bürgermeisterin. „Wo besonders alter und vieler Baumbestand vorhanden ist, stellt die Einheitsgemeinde Laubsäcke zur Verfügung, welche während und nach der Saison von der Einheitsgemeinde entsorgt werden.“ Die Kosten für die Entsorgung des Laubes für die Kommune beliefen sich jährlich auf circa 4000 Euro. Ob die Ausgaben im ersten Herbst nach den Veränderungen der Kreisebene womöglich steigen, auch das bleibt abzuwarten.

Die Kosten der Laubentsorgung sollen und dürfen nicht auf den Abfallgebührenzahler umgelegt werden. Und dennoch könnte der Umgang mit den Laubbergen im Landkreis einheitlich geregelt werden. Darüber hatte Schwarz schon Anfang des Jahres in der AZ gesprochen. Für die Einheitsgemeinde Bismark scheint schon der kurzen Zeit und fehlender Alternativen für alle Kommunen wegen der alte Weg durch den Herbst schlichtweg vorgegeben. Aktuell in dieser Woche ist der Bürgermeisterin für die dritte Jahreszeit noch eines wichtig: „Dass die Bürger in den bereitgestellten Laubsäcken tatsächlich nur Straßenlaub entsorgen. Eine Fremdbefüllung dient nicht dem Zweck der ordnungsgemäßen Laubentsorgung und steht dem Allgemeinwohl entgegen.“

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