Haltepunkt Steinfeld soll am Netz bleiben / Bahn und Bus lokal abgestimmt

Landkreis gibt die Schiene nicht auf

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Der Bahnhalt Steinfeld soll auch mit Blick auf die weitere Entwicklung der Gegend erhalten bleiben. Auch wenn die Zahl der Reisenden derzeit gering ist. 

Steinfeld – Der Bahnhaltepunkt Steinfeld soll unbedingt erhalten werden, durch dieses Konzept mindestens bis zum Jahr 2038. Dafür will der Landkreis mit der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) eine Vereinbarung abschließen. Sie gibt es nicht zum Nulltarif.

390.000 Euro müsste der Landkreis jährlich hinlegen, nach Abzug einer sogenannten Anreizfinanzierung für die Anerkennung von Fahrkarten der Deutschen Bahn in Höhe von 120 000 Euro im Jahr blieben 270.000 Euro. Unterm Strich müsste der Landkreis bis 2038 insgesamt 4,86 Millionen Euro aufbringen. Eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Haushalt. Der Kreistag befasst sich am 19.  September mit einer entsprechenden Beschlussvorlage.

Der Bahnstopp Steinfeld stand immer wieder einmal vor dem Aus. Schon vor mehr als zehn Jahren formierte sich gegen diese Pläne Widerstand in der Gegend. Unattraktiv im freien Feld, kaum Reisende  – Bahn und Nasa schienen sich ihr Urteil gebildet zu haben. Die Einschätzung dürfte sich nicht viel geändert haben. Gegenwärtig seien zwischen 20 und 25 Ein- und Ausstiege zu verzeichnen, hält selbst die Kreisverwaltung fest. „Mit dem zweigleisigen Streckenausbau steht der Bahnhalt Steinfeld seitens der Nasa GmbH zur Diskussion“, heißt es in dem Papier aus dem Fachamt nüchtern. Ein aufeinander abgestimmtes Konzept aus Angeboten für Schiene und Bus im Korridor Bismark-Stendal soll helfen.

Für den Erhalt des Stopps Steinfeld ist spätestens seit April 2008 gekämpft worden. Besonders im Ortsteil Schönfeld regte sich damals Widerstand. Unter den Bahnkritikern war damals auch Stendaler Stadtrat Arno Felser (2.v.r.), inzwischen verstorben.

Einmal unterzeichnet, käme der Landkreis nicht ohne Weiteres aus der Nummer heraus. Die Vereinbarung kann nicht vorzeitig gekündigt werden. Sollte der Landkreis seine Verpflichtungen nicht einhalten, muss er zusätzlich jährlich 60.000 Euro bis Vertragsende 2038 zahlen. Das Konzept hat eine Vorgeschichte: Mit einer Resolution zum Erhalt der Regionalbahnlinie Salzwedel-Stendal sprach sich der Kreistag vor fünf Jahren auch für eine Zukunft bestimmter kleinerer Haltepunkte aus, darunter Steinfeld. Gibt der Kreistag dem integrierten Konzept aus Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und öffentlichem Straßenpersonennahverkehr (ÖSPV), wie Verkehrsplaner das Ganze nennen, grünes Licht, unterschreibt Landrat Carsten Wulfänger (CDU) die Vereinbarung mit der Nasa für die Zeit von 2020 bis 2038.

So stellt sich der Landkreis das weitere Prozedere vor: Die Nasa prüft ihr Bahnangebot und passt es entsprechend an. Die RB 32 könnte entfallen und der RE 20 dafür auf ein tägliches, tagsüber stündliches Angebot verdichtet werden. Der Halt Hohenwulsch würde zukünftig stündlich, die weiteren Stationen mindestens zweistündlich bedient werden. Für Kläden soll eine tagsüber stündliche Bedienung angestrebt werden. Damit wären dann zukünftig neben dem stündlichen Verkehrsangebot des RE  20 auch Direktverbindungen von den kleineren Stationen zwischen Salzwedel und Stendal nach Magdeburg und Uelzen möglich.

Auch der Busverkehr, für den der Landkreis verantwortlich zeichnet, würde neu geordnet. Gemeint sind laut Fachamt die Buslinien 930 (Stendal – Schinne – Kläden – Bismark) und 933 (Hohenwulsch – Bismark – Meßdorf). Bis auf die Schülerfahrten soll die Buslinie 930 immer über Schinne und Belkau fahren, wodurch diese Orte besser erschlossen, sich die Fahrzeit bei diesen Fahrten aber verlängert. Die Linie 933 wird täglich stündlich die Stadt Bismark an Hohenwulsch und den dortigen Bahnhalt anbinden. Die Kernstadt Bismark wird dabei durch zusätzliche Haltestellen besser erschlossen, die aber auch erst einmal Geld kosten. Darüber hinaus werden die Orte Grassau, Grünenwulsch und Bülitz mindestens bis 2020 täglich stündlich mit dem Rufbus an die Bahnstation in Kläden angebunden. Weiterhin wird das Busunternehmen den Bahntarif im Korridor Stendal – Bismark – Hohenwulsch anerkennen.

VON MARCO HERTZFELD 

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