Vernissage von Ursula Potratz im Alten Schafstall / Nachmittag im Zeichen der braunen Süßigkeit

Kunst mit Schokolade verfeinert

Marion Zempel zeigt eine getrocknete Kakaofrucht. Sie weiß eine Menge rund um die Frucht zu berichten.

Kläden. Der Media-Kulturkreis kümmert sich seit vielen Jahren um die Veranstaltungen im Alten Schafstall und hatte auch wieder am Freitag einen Nachmittag nicht nur für Senioren organisiert.

Der Tag stand ganz im Zeichen der Tangerhütter Hobbymalerin Ursula Potratz, die an diesem Tag im Alten Schafstall eine Ausstellung eröffnete. Für Potratz ist es nun die zweite Ausstellung im Alten Schafstall, vor vier Jahren war sie schon einmal zu Gast.

Zur diesjährigen Ausstellung gibt es eine andere Seite der Künstlerin zu erleben, denn Potratz hat überwiegend Landschafts- und Naturbilder zur Ausstellung nach Kläden mitgebracht. Die Techniken des Malens erstrecken sich von Pastell über Ölbilder bis hin zum Aquarell. Schon vor der offiziellen Eröffnung waren die Gäste durch die Vernissage gegangen und ließen die Stimmung der Bilder auf sich wirken.

Zahlreiche Besucher wollten von Potratz wissen, wie an solch schöne Motive zu kommen ist und vor allem wie lange die Entstehung eines Werks dauert. „Es ist unterschiedlich“, sagte Potratz, „denn manchmal brauche ich für ein Bild nicht mehr als eine Stunde und dann wiederum sitzt man über viele Tage am nächsten Bild.“

Potratz wurde 1951 in Grieben/Elbe geboren und nach ihrem Abitur studierte sie vier Jahre lang Fremdsprachen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2001 ist Malen eine große Leidenschaft der Lehrerin. „Ich hätte schon viel früher mit dem Malen begonnen, doch vier Kinder wollten auch rund um die Uhr versorgt sein“, erzählte die Künstlerin. Jetzt hat sie Zeit zum Malen und so entstanden in den letzten Jahren kleine Meisterwerke, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Neben der Ausstellung ging es auch um das Thema Schokolade, denn Marion Zempel von der Ländlichen Erwachsenenbildung kam nach Kläden, um den Gästen die große Welt dieser so beliebten Süßigkeit näher zu bringen. Der kleine Vortrag „Rund um den Kakao und die Geschichte der Schokolade“ war aber nicht nur trockene Theorie. Es gab etwas zu Verkosten, denn Zempel hatte edle Schokoladen gleich mitgebracht, die sich die Gäste schmecken ließen. Zempel berichtete den Gästen von der Herkunft der Schokolade und vor allem wie diese Süßigkeit ihren Weg nach Europa fand.

Zempel nahm die Gäste mit auf eine sinnlich verführerische Reise in die Welt der Schokolade. Beim Verkosten der Schokolade waren die Gäste überrascht, wie groß der Unterschied in den Konzentrationen ist. Zempel hatte Schokolade von 33 bis zu 80 Prozent Kakaoanteil mitgebracht.

Um die Herkunft des Kakaos anschaulicher zu gestalten, brachte Zempel eine echte Kakaofrucht mit. Die Kakaobohne ist wie eine Nuss, die erst geknackt werden muss, um an den wertvollen Inhalt zu kommen. Schon bei den Azteken war der Xocoatl bekannt und die Geschichte der Schokolade begann bereits vor 3000 Jahre.

Schon der Azteken-Kaiser Montezuma soll täglich 40 Tassen des säuerlich schmeckenden Xocoatl getrunken haben. Mit der Eroberung von Mexico im Jahr 1519 brachten die Spanier das Getränk mit nach Europa und dort wurde das teure Xocoatl zu einen Getränk der Adligen und Königshäuser.

Mit Zutaten wie Chili, Pfeffer, Mais und Vanille wurde versucht, das säuerliche Getränk zu verfeinern. Denn Xoco bedeutet übersetzt sauer. Erst die Nonnen und Mönche hinter den Klostermauern fanden durch Experimentieren eine neue Mischung für das Getränk. Mit der Zugabe von Zucker wurde ein Kakaoboom in Europa ausgelöst. Mit der Industrialisierung wurde der Kakao erschwinglich und auch in Schokolade umgewandelt.

Von Maik Bock

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