Förderverein weiterhin geplant

Kremkauer Mühle klappert näher zum Ortskern

Die Bockwindmühle von Kremkau steht hinter einem Zaun auf privater Fläche.
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Die Bockwindmühle soll unter Denkmalschutz stehen, ihr genaues Alter muss an dieser Stelle offenbleiben. Aufgeben wollen Kremkauer die technische Anlage nicht. Eine Instandsetzung bedürfe allerdings Fördermittel.
  • Marco Hertzfeld
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Die Bockwindmühle in Kremkau soll eine Zukunft haben und saniert werden. Auch könnte sie von einer privaten auf eine öffentliche Fläche umziehen. Was fehlt, ist der richtige Schwung, ein Förderverein.

Kremkau – Für die recht angeschlagene Bockwindmühle in Kremkau ist es bislang keinen entscheidenden Schritt vorangegangen. „Die Initiative muss aus der Bevölkerung kommen, dabei bleibt es“, betont Helmut Block, der Ortsbürgermeister, auf Nachfrage der AZ. Er könnte einen solchen Zusammenschluss gern unterstützen, aber nicht auch noch führen. Dass die historische Anlage von dem Privatgrundstück auf Gemeindeland versetzt wird, auch das halte er für eine ziemlich gute Idee. „Damit ließe sich wahrscheinlich auch erst Fördergeld für die Sanierung bekommen.“ Womöglich finde die Mühle ja ihren Platz sogar nahe dem Dorfgemeinschaftshaus. „Das würde doch gut passen.“

Anlage zieht womöglich in Nähe des Gemeinschaftshauses

Bei einer Sitzung des Ortschaftsrates Mitte Juli vergangenen Jahres hatten sich Mühlenbesitzer, Kommunalpolitiker und andere Interessierte auf eine Marschrichtung verständigt. Ein Zimmermann oder anderer Fachmann sollte sich das altersschwache Bauwerk einmal genauer anschauen. Auch sollten erste Fördertöpfe zumindest schon einmal abgeklopft werden. Erst dann, wie die AZ berichtete, wollten die Kremkauer eine Einwohnerversammlung einberufen und gegebenenfalls einen Verein aus der Taufe heben. Ohne irgendeine Federführung von außen, auch das wurde damals betont. Und natürlich: Fehler und unnötiger Einsatz sollten tunlichst vermieden werden.

Besitzer: Vorhaben nicht gestorben

Der Schwung von vor siebeneinhalb Monaten scheint noch keine großartigen Früchte getragen zu haben. Das Ziel werde aber keineswegs aus den Augen verloren, heißt es in dieser Woche vonseiten der Eigentümer. „Es gibt nichts Neues, doch wir bleiben am Ball.“ So viel Zeit sei ja seit dem größeren Treffen nun auch noch nicht vergangen. Und Corona und all die damit verbundenen Beschränkungen forderten einen jeden Bürger nun ziemlich stark. Wenn sich die allgemeine Krise hoffentlich in absehbarer Zeit einigermaßen beruhigt habe, will sich Familie Mewes samt ihren Mitstreitern vermehrt dem Vorhaben widmen. Dass es Rückenwind aus der Ortschaft gibt, hatte sie schon im Sommer gefreut.

Bürgermeister: Einwohner am Zug

Ortsbürgermeister Block kann das nur unterstreichen. Auch die Stadtverwaltung in Bismark habe positive Signale gesendet. „Wir würden von dort die nötige Unterstützung bekommen, wenn es dann vor allem um Förderanträge gehen muss.“ Noch stehen viele Sätze im Konjunktiv und der Weg ist und bleibt steinig. Bürgerschaftliches Engagement könnte sich aber gerade bei einem solchen Projekt auszahlen. „Das Dorfgemeinschaftshaus und sein Umfeld würden noch attraktiver werden, ja unser gesamter Ort könnte durchaus davon profitieren und weiter im Ansehen zulegen“, meint Block. Dabei gehe es nicht unbedingt um Touristen, sondern mehr um ein Heimatgefühl, die lokale Geschichte und die Altvorderen.

Dass die Mühle demontiert, vom Grundstück gebracht und an anderer Stelle aufgebaut wird, damit hatten sich die Eigentümer einverstanden erklärt. Doch bitte möge das historische Erbe aller auch in der Bismarker Ortschaft bleiben und nicht woanders hingehen. 1983 hatte die Familie das Areal am Ortsrand gekauft. Dass auch der Teil mit der Mühle dazugehört, soll ihr erst Anfang der 1990er-Jahre richtig klar geworden sein. Dass beileibe nicht jedes Teil der Konstruktion zu retten sein dürfte, darüber war sich die Runde im Juli einig. Doch sollte die Mühle im Idealfall wieder funktionieren. Zwischen 100 000 und 200 000 Euro dürfte eine Frischekur kosten, schätzte Ortschef Block vorsichtig ein.

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