Stadtchefin fordert hartnäckig verkehrsberuhigte Zone

Knatsch um Tempo 30: Bremse an Altenheim in Bismark für immer jung

Die Landesstraße 28 nimmt in Bismark den Namen Holzhausener Straße an. Links ist direkt an der Strecke leicht versteckt das Altenpflegeheim zu sehen.
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Die Landesstraße 28 nimmt in Bismark den Namen Holzhausener Straße an. Links ist direkt an der Strecke leicht versteckt das Altenpflegeheim zu sehen.

Bismark – „Das ist nicht zu verstehen. “ Annegret Schwarz ärgert sich. „Wir beantragen seit langer Zeit eine 30-km/h-Zone vor dem Altenpflegeheim in Bismark und bekommen diese nicht genehmigt.“ Sie könne diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

„Gerade ältere Bürger brauchen mehr Zeit für die Überquerung von Straßen, da ist das Verkehrsaufkommen für mich nebensächlich.“

Genau damit nämlich werde die Absage regelmäßig begründet. „Wenn wir Anträge stellen beim Landkreis auf Tempo-30-Zonen, dann denken wir uns etwas dabei“, schimpft die CDU-Bürgermeisterin auf Nachfrage der AZ.

Das Altenpflegeheim Neue Heimat befindet sich an der Holzhausener Straße. Eine mögliche oder unmögliche Tempo-30-Zone dort ist so etwas wie ein verkehrspolitischer Dauerbrenner. Immer wieder einmal hat es Anläufe aus Politik und Verwaltung der altmärkischen Kleinstadt gegeben. Ziemlich zuletzt schon ein Stück weit euphorisch durch den Erlass des Landes von Anfang 2017, der die Ausweisung solcher verkehrsberuhigten Bereiche gerade ja vor sozialen Einrichtungen erleichtern sollte. Vergebens. Inwieweit die Einheitsgemeinde noch einmal stärker danach verlangen will, sagt Schwarz noch nicht.

Die Städte und Gemeinden nutzten die neue Möglichkeit schnell. Bis August 2018 waren etwas mehr als 180 Punkte für eine Tempobremse an Hauptstraßen mindestens beantragt, deutlich mehr als die Hälfte wurden bewilligt. Das ergab eine Kleine Anfrage einer Bündnisgrünen im Landtag. Ein Großteil der Anträge betraf Schulen und Kindertagesstätten. Es waren zu diesem Zeitpunkt 28 Anträge für Altenpflegeheime bearbeitet worden, 18 wurden bewilligt, zehn abgelehnt. Eine Bewertung des Antrages aus Bismark konnte nicht sofort vorgenommen werden, weil Bauarbeiten liefen.

„Ich wünsche mir im Straßenverkehr mehr gegenseitige Rücksichtnahme. Manchmal hat man das Gefühl, dass auf den Straßen die Rücksichtnahme keine Rolle mehr spielt“, meint die Bürgermeisterin, schon von Berufs wegen selbst häufig unterwegs. „Überholen aus der dritten, vierten Reihe und dann in den Sicherheitsabstand einscheren, geht gar nicht. Da ich selbst eine Vielfahrerin bin und wahnsinnig gerne Auto fahre, weiß ich, wie schwer es manchmal ist, immer tempogerecht zu fahren und Geduld zu bewahren.“ Gerade innerorts und vor sozialen Einrichtungen sei all dies besonders wichtig.

VON MARCO HERTZFELD 

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