Ladestationen für E-Fahrzeuge geplant

Klima: Bismark will Anschluss nicht verpassen

Nahe der E-Ladestation am Bahnhof Hohenwulsch steht ein Pkw.
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Noch eine Seltenheit: Die bislang einzige Elektroladestation im öffentlichen Raum auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Bismark befindet sich am Bahnhof Hohenwulsch.
  • Marco Hertzfeld
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Energiewende und Klimawandel: Bismark will den Anschluss nicht verpassen. Es soll zwei Ladestationen für Pkw und Fahrrad geben. Eigene Solarkraft steht auch auf dem Zeittel, Windkraft nicht.

Bismark – Die Einheitsgemeinde soll bei Klimaschutz und Energiewende nicht den Anschluss verpassen. Eine kombinierte Ladestation für Fahrrad und Auto entsteht in Bismark vor der Mehrzweckhalle und eine weitere am Naturbad Kolk. „Passieren soll das Ganze in Kooperation mit den Stadtwerken Stendal“, sagt Bürgermeisterin Annegret Schwarz im Gespräch mit der AZ. Bislang gelten die 20 Ortschaften als Entwicklungsgebiet, im öffentlichen Raum dürfte allein an der Schnittstelle des Bahnhofs in Hohenwulsch eine Elektroladestation zu finden sein. Das soll sich nun ändern. Für die zwei Ladestationen sei das Stendaler Energieunternehmen auf die Kommune zugekommen. Eine AZ-Anfrage zum Thema dort läuft noch.

Rathauschefin Annegret Schwarz an einem Dienstrad der Kollegen, einen Elektroantrieb hat es nicht.

Mehrzweckhalle und Kolk standen auch schon auf der Liste für eine Initiative der Landesnahverkehrsgesellschaft Nasa, doch kam Bismark dort bislang nicht zum Zug. „Auch solche Dinge kosten Geld, wollen errichtet und betrieben werden“, weiß die CDU-Frau. Die Standorte seien bewusst ausgewählt, zudem dachten Politik und Verwaltung an Einheimische und Touristen. Auf dem Kolkgelände befindet sich ein Caravanstellplatz. Und natürlich: „Wir sehen beide auch mit Weitblick auf den Radwegbau zwischen Bismark und Kalbe.“ Die langersehnte Verbindung über die Landkreisgrenze hinweg kostet einige Millionen und steht kurz vor dem grünen Licht für das Fördergeld (die AZ berichtete).

Kreismanagement soll Baustein sein

Die Einheitsgemeinde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommunen“ Sachsen-Anhalt. Über diesen Weg Ladesäulen aufzubauen, dafür kamen Politik und Verwaltung erst einmal ein wenig zu spät. „Wir sind aber angemeldet und könnten dann profitieren, wenn eine andere Kommune aus irgendeinem Grund ihren Antrag zurückzieht“, erläutert die Bürgermeisterin. Errichtet werden könnte eine Ladestation für Fahrräder in Meßdorf und eine zweite in Kläden. „Wir müssen auch immer schauen, wo sich viele Menschen aufhalten. In Kläden haben wir den Wanderweg, das Suppencafé, den Imbiss und anderes mehr, in Meßdorf beispielsweise das Bürgerhaus und die Villa Piel.“

Weiter scheinen andere Kommunen auch bei der Fotovoltaik, Osterburg etwa ließ schon vor einigen Jahren eine Anlage auf einer Grundschule installieren. Inwieweit Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden für die Einheitsgemeinde Bismark Sinn ergeben, darüber sei auch jüngst bei einer Bauleitplanung gesprochen worden, zudem habe es Kontakte zu einem Bundesministerium gegeben. „Wir wollen das Ganze im nächsten Bauausschuss stärker thematisieren und ja, letztendlich läuft es wohl auf eine Arbeitsgruppe hinaus, in der gefragt wird, was wir uns leisten wollen und können. Auch diese Projekte, zum Beispiel für Dorfgemeinschaftshäuser und Sporthallen, kosten erst einmal Geld“, sagt Schwarz.

Schwarz schon stolz auf Blühstreifen der Kindertagesstätten

Fotovoltaik in größerem Maße lässt sich gerade auch am Boden aufbauen, vor allem Brachflächen oder für die Landwirtschaft nicht besonders wertvolles Land könnten genutzt werden. „Wir sind hier im Gespräch mit dem Kreisbauernverband, und auch das Klimamanagement des Landkreises spielt eine Rolle“, berichtet die Bürgermeisterin. Projekte privater Investoren gebe es schon eine ganze Reihe, auch werde dieser Bereich noch wachsen. „Der Bund forciert den Klimaschutz. Und für Landwirte sind Fotovoltaik und andere Formen ein zweites Standbein, ob wir das nun alles gut finden oder nicht.“ Und grundsätzlich: „Energie wird nicht in der Stadt produziert, sondern bei uns auf dem flachen Land.“

Dass sich die Einheitsgemeinde Bismark wie Osterburg selbst und größer im Bereich der Windenergie engagiert, Projekte initiiert oder mitträgt, daran glaubt Schwarz nicht. „Auch weil unser Teilflächennutzungsplan Wind so aussieht, wie er aussieht, und die Vorranggebiete zu und vergeben sind.“ Die Christdemokratin sieht ihre 20 Ortschaften in Sachen Energiewende dennoch auf einem guten Weg. Zumal sie als Kreistagsvorsitzende auch in der Gruppe zum Klimamanagement mitarbeite und ein Rathauskollege als Vertreter der Stadt. Und natürlich: Bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED sei die Einheitsgemeinde Bismark bereits bei ungefähr 80 Prozent angelangt.

Die Rathauschefin verweist zu guter Letzt auch auf die Blühwiesen der Kindertagesstätten, auch der Insektenschutz gehört für sie in den Komplex und zum Thema. „Wir hatten uns beim Umweltministerium beworben und mittlerweile hat es vor den zwölf Kitas und den Horten schon geblüht. Die Kinder lernen dazu und es gibt mehr Natur.“ Und überhaupt: „Wir wollen und werden uns nicht dem Wandel im Denken und Handeln verschließen können“, beteuert Schwarz. „Es sind Ideen gefragt, auch und gerade auf kommunaler Ebene. Wir dürfen nicht gleich alles als sinnfrei und unnötig abtun oder gar verteufeln. Ganz einfach wird es aber sicherlich auch nicht. Anstrengungen sind nötig und weiter gefragt.“

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