Leader-Manager Wolfgang Bock schockiert über Sanktion für den Verein „Wir für Darnewitz“

„Kleine Summe, großer Schaden“

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Auf der neu aufgestellten Seil- und Kletteranlage im Oktober 2017: Renate Pickelmann (v. l.), Elke Lenz, Verena Schlüsselburg, Dr. Wolfgang Bock, Gerd von Bassewitz und Peter Pickelmann. 

Darnewitz. Für den neu aufgestellten Seil- und Klettergarten sowie für die neu errichtete Kneippanlage im Findlingspark Darnewitz hat der Verein „Wir für Darnewitz“ einen Zuwendungsbescheid vom Landesverwaltungsamt Sachen-Anhalt bekommen.

Rund 17.000 Euro sollen die beiden Neuanschaffungen insgesamt kosten. Davon würde das EU-Programm Leader 80 Prozent übernehmen (AZ berichtete). 

In den Förderrichtlinien des Landesverwaltungsamtes soll stehen, dass bereits ab dem Zuwendungsbescheid Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden muss. Das soll der Verein um Vereinsvorsitzende Renate Pickelmann nach Ansicht des Landesverwaltungsamtes „nicht ausreichend“ getan haben. Ein Vorwurf, den die Vereinsvorsitzende und ihr Mann Peter Pickelmann bis heute nicht nachvollziehen können, da sie für alle von Leader geförderten Projekte in der Öffentlichkeit ausreichend geworben haben, sagen sie. Nun droht das Landesverwaltungsamt mit Sanktionen: 400 Euro weniger Fördergeld.

Nach der AZ-Berichterstattung (vom 13. Februar) meldet sich der Leader-Manager Dr. Wolfgang Bock zu Wort: „Wenn wir diese kleinen Vereine bestrafen, dann machen wir sehr viel ehrenamtliches Engagement im ländlichen Raum kaputt. Dieser kleine Betrag, der dem Verein abgezogen wird, kann sehr viel Schaden anrichten.“ Mit einem Schreiben haben sich die beiden Leader-Manager Heike Winkelmann und Wolfgang Bock an das Landesverwaltungsamt gewendet und gebeten, dem Verein den Mittelabzug zu erlassen oder wenigstens zu verringern. In dem Schriftstück haben sie betont, dass der Verein bei allen öffentlichen Veranstaltungen und gegenüber der Presse auf die EU-Unterstützung aufmerksam gemacht hat. „Die Presse-Beiträge seien auch im Tätigkeitsbericht des Leader-Managements nachzulesen“, sagt Bock.

Das Landesverwaltungsamt (LVwA) versteckt sich hinter den EU-Förderrichtlinien. Am gestrigen Freitag gab das LVwA folgende Stellungnahme ab: „Es handelt sich um Fördermittel der EU, diese sind immer gekoppelt mit sehr klar definierten Bedingungen. In diesem Fall ist es so, dass die EU als Bedingung formuliert, dass unter anderem auf der Webseite während des Projektlaufs auf die fördermittelgebende Stelle hingewiesen werden muss. Das ist nicht erfolgt. Die EU ist diesbezüglich restriktiv und unnachgiebig. Wir bedauern sehr, dass es gerade bei kleinen Vereinen zu derartigen Maßnahmen kommen muss, leider haben wir hier keine Handlungsspielräume.“

Die Reaktion des LVwA ist nicht nur für Wolfgang Bock besorgniserregend, sondern auch für die Mitglieder des Vorstandes der Leader-Aktionsgruppe Mittlere Altmark, die diese Woche in Kläden getagt haben, wie der Leader-Manager der AZ im Telefongespräch mitgeteilt hat.

Von Marilena Berlan

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