Verwechslung im Polizeieinsatz

Kläden: Doppelte Ortsnamen bergen Gefahr

Der Ortseingang von Kläden in der Einheitsgemeinde Bismark.
+
Dass es zwei Kläden in der Altmark gibt, birgt neben lustigen Verwechslungen auch Gefahren.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
    schließen

Das Kläden in der Einheitsgemeinde Bismark oder jenes in der Einheitsgemeinde Arendsee? Solch eine Verwechslung kommt vor, dabei liegen die beiden Ortschaften je nach Strecke 42 bis 45 Kilometer auseinander.

Kläden/Kläden - Dass die doppelten Ortsnamen mehr als nur Ursprung witziger Anekdoten werden können, darüber sprach Manfred Raatz, Ortsbürgermeister des Bismarker Klädens, mit der AZ. Denn auch schon bei Polizeieinsätzen kam es dazu.

„Zu Pfingsten kam es zu einem Überfall mit privatem tätlichen Angriff“, berichtet der Ortsbürgermeister. Die Polizei sei gerufen worden, rief aber später zurück, denn sie konnten die Adresse nicht finden. Die Beamten standen im Arendseer Kläden. Dass dabei nicht beispielsweise auf die Telefonvorwahl geachtet worden war, findet Raatz unverständlich. „Soweit sind wir im digitalen System. Das sieht man doch wohl.“ Dem Betroffenen sei nicht nach Lachen zumute gewesen. „Irgendwas haut nicht hin, das kann nicht sein“, beschwert sich der Ortsbürgermeister.

Auch der AZ war es schon passiert: Auf einer Liste der Bismarker Vereine stand auch ein Klädener Karnevalsverein. Die Telefonnummer dazu gehörte allerdings nach Arendsee. „Es gab früher auch einen Klädener Karnevalsverein“, klärt Raatz auf. Dieser sei inzwischen aber nicht mehr aktiv. „Ich weiß nicht, ob sie aufgelöst sind.“ Es habe Probleme mit dem Vorsitzenden gegeben. „Vereine stehen und fallen mit den Beteiligten, mit der treibenden Krone“, sagt der Ortsbürgermeister.

Dieses Schild begrüßt Besucher des Arendseer Klädens. Dort gibt es noch einen Karnevalsverein.

Die Post sei von der Verwechslungsgefahr der beiden Kläden selten betroffen, die Kurierfahrer allerdings schon trotz unterschiedlicher Postleitzahlen. Die Fahrer tun Raatz leid. „Fast eine Stunde jeweils hin und zurück. Das dauert schon“, berichtet er. Die Kurierfahrer benutzen laut Raatz oft eine Navigationsapp auf dem Handy.

Dabei sei es auch schon dazu gekommen, dass Lieferungen über die alten Straßennamen und Hausnummern liefen und deshalb nicht zugestellt werden konnten. „Seit zwei Jahren sind die schon anders“, erklärt Raatz. Wer dafür sorgen müsste, damit das auch in die Systeme übernommen werde, hätte dort Versäumnisse.

Immerhin kann sich das Bismarker Kläden nachgewiesen auf eine längere Dorfgeschichte stützen. Ersterwähnt als „Clodene“ wurde es bereits 1170. Wie berichtet, wollen die Klädener ihr 850. Jubiläum in diesem Jahr nachholen, 2020 hatte es nicht geklappt. Ebenfalls als „Clodene“ wurde das Kläden bei Arendsee zuerst 1271 erwähnt. Auch dort steht ein Jubiläum an. Die Bezeichnung leitet sich von dem slawischen Wort „kloda“ ab, was so viel wie Balken-Blockhaus bedeutet. Und übrigens: Es gibt noch ein drittes Kläden in Deutschland. Als „Clodene“ wurde das Dorf bei Dobbertin im Landkreis Ludwigslust-Parchim zum ersten Mal 1237 erwähnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare