Stadt Bismark geht auf Nummer sicher

Kita Kläden: Baumpilz die Wurzeln gekappt

Der Sandkasten der Kita Kläden ist mit neuem Sand befüllt.
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Die Morgensonne spiegelt sich im Fenster des Schlosses (Seniorentagesstätte) in Kläden. Umbruch herrscht in der Kindereinrichtung davor. Der Sandkasten ist nach metertiefer Ausschachtung mit neuem Sand befüllt.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Er soll zwar ungefährlich sein, aber mindestens stören. Die Stadt Bismark hat in der Kindertagesstätte Kläden einen Baumpilz aus dem Sandkasten entfernen lassen.

Kläden – Metertief ist in den Boden geschachtet worden. Ein größerer Aufwand, der einen Baumpilz vertreiben soll. In der Kindertagesstätte „Pittiplatsch“ in Kläden sind dieser Tage ungewöhnliche Arbeiten erledigt worden. Die Einheitsgemeinde Bismark hat das Material im Sandkasten der Einrichtung komplett austauschen lassen und mehr. Auch einiges Erdreich mit Wurzeln ist abgetragen worden. Der Pilz sei für den Menschen unbedenklich, versichert Bürgermeisterin Annegret Schwarz auf Nachfrage der AZ. Die Verantwortlichen im Rathaus wollen demnach auf Nummer sicher gehen. Was die einigermaßen aufwendige Aktion am Ende kosten wird, kann die Christdemokratin noch nicht sagen.

Sturmbuche löst „Phänomen“ aus

An der Stelle des Sandkastens stand laut Rathauschefin bis vor ein paar Jahren eine Buche. Der Baum fiel bei einem Sturm um. Im Erdreich verblieben Wurzelreste. „In dem Sandkasten entstehen in der Herbstzeit Pilze, die durch alte Wurzeln verursacht werden. Im letzten Jahr trat das Phänomen erstmals auf.“ Stadtverwaltung und Leitung der Kita in der Bismarker Ortschaft hoffen, dass sich das Ganze nun durch die Arbeiten erledigt hat. Wer das Gelände von der Seite betritt, sieht die Buddelzone der Kinder rechts nahe dem Zaun. Ein Sandkasten in Kindereinrichtungen ist naturgemäß ein regelrechter Magnet. Das dürfte bei den Mädchen und Jungen der Kita Pittiplatsch nicht anders sein.

Metertief Material ausgetauscht

Das Phänomen, wie es Schwarz nennt, zeigte sich also 2020 das erste Mal. „Daraufhin haben wir den Pilz bestimmen lassen.“ Weiter ins Detail kann oder will die Verwaltungsleiterin hier nicht gehen. Für sie scheint vornehmlich wichtig: „Es ist ein unbedenklicher Baumpilz, der ungiftig und in Teilen sogar genießbar ist.“ Und dennoch und noch einmal: „Auch wenn der Pilz unbedenklich ist, muss der Sand im Sandkasten getauscht werden, um die Pilzbildung zu unterbinden.“ Wie groß der Baumpilz werden kann und welche Besonderheiten er so hat, für Schwarz dürfte dies erst einmal nebensächlich sein. Und: „Es sind keine weiteren Bereiche betroffen.“

Der Sand und das Erdreich darunter wurden ausgebaggert und frischer Spielsand eingebaut. „Der Sand ist, wie schon beschrieben, unbedenklich und wird gegebenenfalls für Auffüllungen oder Ähnliches an anderer Stelle genutzt.“ Für andere Spielplätze werde er nicht verwendet. Ausgaben verursachen eingesetzte Miettechnik und neuer Sand. Die Kosten trägt die Einheitsgemeinde als Träger der Kita. Zur genauen Höhe lasse sich eben erst, personell bedingt, in den kommenden Tagen eine Aussage treffen. Schwarz bringt es für sich auf den Punkt: „Bei der Aktion wurde der Bereich sehr tief ausgeschachtet und es wurden Wurzelreste entfernt, um das Pilzwachstum dauerhaft zu verhindern.“

Die Tagesstätte liegt leicht abseits an der Parkstraße, recht ruhig und schon fast idyllisch, gleich gegenüber befindet sich das Schloss. Die Einheitsgemeinde mit ihren insgesamt 20 Ortschaften ist für zusammen 13 Tagesstätten und Schulhorte verantwortlich. Gerade in der Klädener Kindereinrichtung hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Die Kommune profitiert dabei von einem Bundesprogramm, die Gesamtinvestition liegt bei gut 130.000 Euro. Räume wurden saniert und neu ausgestattet. Handwerker widmeten sich auch dem Dach und anderem mehr (die AZ berichtete). Junge Familien in der Einheitsgemeinde zu halten und neue für sie zu begeistern, ist ein erklärtes Ziel.

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