Anlagen nicht angeschlossen oder beschädigt

Bismarker Brunnenfreunde pumpen ins Leere

Bismarks Bürgermeisterin steht an der Schwengelpumpe auf dem Marktplatz.
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Ruth Rothe kann auch diese Woche kein Wasser aus dem Brunnen pumpen. Der Anschluss fehlt. Die Bürgermeisterin, Anfang 70, ist zudem Chefin des Heimatvereins. Eine Wasserstelle ließe sich auch schön gestalten, meint sie.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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In Bismark gibt es keine einzige Wasseranlage im öffentlichen Raum. Der Springbrunnen an der Breiten Straße ist schon länger beschädigt. Und selbst die Schwengelpumpe an historischer Stelle gibt kein Wasser. Das könnte sich ändern.

Bismark – „Es kommt kein Wasser, aber machen Sie ruhig weiter.“ Ruth Rothe erträgt den Spott eines Bürgers und bewegt den Schwengel in aller Seelenruhe noch einmal auf und ab, auf und ab. Dass die Pumpe trocken bleibt, weiß sie natürlich. Und der Mann auf dem Marktplatz weiß, dass es die Kommunalpolitikerin weiß. Nur die Zeitung soll es für das Foto eben auch wirklich glauben. Allzu gern würde die Bürgermeisterin die Schwengelpumpe an genau dieser Stelle wieder anschließen lassen. Doch auch solche eher überschaubaren Projekte kosten Geld und das sprudelt nicht Mal eben einfach so. „Und doch haben wir das im Auge und wollen es irgendwann irgendwie umsetzen.“

Marktplatz ließe sich gestalten

2023 endet die Amtszeit der Bürgermeisterin, ob sie vielleicht doch noch einmal antritt, so richtig abgeschlossen hat sie mit dem Thema offenbar noch nicht. Die Schwengelpumpe kam quasi im Zuge der Sanierung des historischen Marktplatzes vor mehr als zehn Jahren an die Stelle zurück, an der schon in viel älterer Zeit ein Exemplar gestanden haben soll. Das Wichtigste für einen Anschluss wäre auch schon oder noch vorhanden, der Tiefbrunnen, gleich vor dem größeren Blumenbeet. „Man müsste natürlich genau prüfen, ob der Brunnen auch wirklich noch gängig ist.“ Die Idee, die Pumpe wieder zum Laufen zu bringen, gibt es schon länger. Womöglich gelinge es ja noch in der aktuellen Legislatur.

Angst vor Abfall und Zerstörung

Andererseits hat die Ortsbürgermeisterin auch immer wieder Bedenken, ob die reanimierte Anlage auch ausreichend angenommen und geachtet werden würde. Der kleine Springbrunnen nur einen Steinwurf weiter nahe Mehrzweckhalle und Einkaufsmarkt nähre die Befürchtungen. „Der Springbrunnen lief vielleicht, zwei, drei Jahre gut, dann war schon wieder Schluss. Die Pumpe war kaputtgegangen, wahrscheinlich durch eingeworfene Glasscherben oder anderen Dreck.“ Ihn instand zu setzen, dazu haben sich Ortschaft und Einheitsgemeinde bislang nicht durchringen können. „Absolut nachvollziehbar“, findet Rothe. Regelmäßig liegt am und auf dem Brünnlein nahe der Breiten Straße Abfall.

Dabei habe Bismark momentan keinerlei besondere Wasserspiele im öffentlichen Raum. Stadtplaner halten diese für durchaus wichtig, reden von Aufenthaltsqualität und Wohlfühlatmosphäre. Ganz aufgeben möchte die Linke den Springbrunnen daher auch nicht. Zumal nebenan erst 2019 ein Spielplatz gänzlich neu eingeweiht worden ist. Tobefläche für Kinder und kleiner Park samt Springbrunnen könnten schon fast natürlich ineinander übergehen. Auch für eine funktionierende Schwengelpumpe auf dem Markt reicht die Fantasie. Rothe, zudem Vorsitzende des Heimatvereins: „Man könnte passende Steintröge davor stellen, Wandersleute würden sich dann die Hände und das Gesicht befeuchten können.“

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