„Lutherin-Baum“ zum Anlass der 19. Meßdorfer Musikfesttage gepflanzt

Katharina liebte die Beere

Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz griff am Wochenende zum Spaten und half beim Einpflanzen mit. Fotos (2): Hammer
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Bismarks Bürgermeisterin Annegret Schwarz griff am Wochenende zum Spaten und half beim Einpflanzen mit.

Meßdorf. Dem Schlupf in die Handschuhe folgte der beherzte Griff zum Spaten. Zuvor entnommenes Erdreich musste teilweise zurück in die ausgehobene Kuhle.

Der Hintergrund zu dieser Geschichte hängt mit einem Mann zusammen, der als Reformator in die Geschichte einging und mit jüngst ertönten Klängen.

Details zum „Lutherin-Baum“ gibt es zu erfahren.

Kurz vor dem Eröffnungskonzert der 19. Meßdorfer Musikfesttage pflanzten die Organisatoren, Bürgermeister Uwe Lenz und Pfarrer Norbert Lazay, in Gegenwart der Bismarker Bürgermeisterin Annegret Schwarz und weiterer Gäste einen Elsbeerbaum. Anlass war das Luthergedenkjahr. Die Ehefrau Luthers, Katharina von Bora, aß Elsbeeren besonders gern. Deshalb kürten Wittenberger Theologen das Gewächs zum „Lutherin-Baum“. Er wurde 2011 Baum des Jahres. Die Kirchgemeinde Meßdorf übernimmt die Pflege und Patenschaft. Eine kleine Gedenktafel erinnert an das Ereignis.

Klänge wie ein Orgelspiel

„Calmus“ aus Leipzig begeistern Publikum zum Auftakt der Musikfesttage

Eine Veranstaltung mit Tradition feiert in diesem Jahr ihre 19. Auflage. In seinen Dankesworten an das Leipziger Ensemble „Calmus“ betonte Pfarrer Norbert Lazay: „Die Choräle aus dem heutigen Vortragsprogramm Ihres Ensembles singen die Christen schon seit Jahrhunderten. So meisterlich harmonisch wie heute von Ihnen sind sie wohl noch nie gehört worden.“ Er drückte damit die Gefühle der Teilnehmer am Eröffnungskonzert konzentriert aus. 

Sopranistin, Tenor, Countertenor, Bariton und Bass ergänzten sich in eindruckvoller Weise.

„Calmus“ sind international geachtet und mehrfach wegen ihrer musikalischen Qualität ausgezeichnet. Im Programm hatten die Künstler Lutherchoräle als Grundidee aufgenommen. Zwei Besonderheiten zeichneten die Abfolgen aus: Zum einen erkannten die Zuhörer einen Gang durch das Kirchenjahr – von Advent „Nun kommt der Heiden Heiland“ über Weihachten „Christen wir sollen loben“ bis zu Ostern „Christ lag in Todesbanden“ und Pfingsten „Komm Gott, Schöpfer, heiliger Geist“. Alle Weisen erarbeiteten die fünf Mitglieder – Sopranistin, Tenor, Countertenor, Bariton und Bass – auf ihre eigene Stilweise. Dazu benutzten sie im fließenden Übergang als zweites Merkmal ihres Vortrages Stilelemente vom gregorianischen Gesang über Barock, Klassik und Romantik bis hin in die musikalische Gegenwart. Choralvorspiele von Großmeistern wie Bach, Schütz, Brahms, Reger oder Arvo Pärt trugen die Ensemblemitglieder harmonisch und homogen im Zusammenklang ihren Zuhörern vor. Manche Variation klang wie Orgelspiel, andere erinnerten an einen balladesken Vortrag. Immer aber war Luthers Grundgedanke von der „festen Burg ist unser Gott“ zugegen, der sich auch nach dem Willen der Organisatoren durch alle Sommerkonzerte ziehen wird. 

Mit stehendem Applaus wurde das Leipziger Ensemble gelobt. Mit einer Zugabe beendeten sie das erste Konzert, das sich zu einem beeindruckenden Kunsterlebnis entwickelte.

Von Ulrich Hammer

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