CDU-Bürgermeisterin Schwarz kritisiert Wolfspolitik

Isegrim in den Städten treibt Altmärkerin um

Ein Wolf läuft im Schnee vor dem Fußballstadion in Stendal.
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Ein Wolf wurde am 17. Februar 2021 direkt vor dem Stadion der Lok-Kicker in Stendal gesichtet.
  • Marco Hertzfeld
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Bilder von Isegrim mitten in altmärkischen Städten lassen Annegret Schwarz nicht los. Die Bismarker CDU-Bürgermeisterin sieht Problemwölfe und fordert, diese entsprechend zu verfolgen.

Bismark – „Wer einen Wolf sieht, muss das der zuständigen Stelle in Iden melden, ohne Wenn und Aber.“ Annegret Schwarz erinnert sich an die Bilder von Mitte Februar noch allzu gut. Isegrim stromerte durch Hassel. Gesehen wurde er auch in Stendal und dort unter anderem vor dem Fußballstadion. In Kalbe lief er mitten durch das Zentrum. Ob es sich immer um ein und dasselbe Tier gehandelt hat, ist der Christdemokratin erst einmal egal. „Wenn ein Raubtier so nah beim Menschen auftaucht und in dessen Siedlungen eindringt, haben wir ein Problem und dürften das auch bitte nicht schönreden. Dann handelt es sich um einen Problemwolf oder Problemwölfe“, meint die Bismarker Bürgermeisterin.

Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin in Bismark, gilt als scharfe Kritikerin der aktuellen Wolfspolitik.

Vielbaumerin sicher: Sichtungen unbedingt in Iden melden

Schwarz lebt in Vielbaum, in der Seehäuser Gegend soll sich Isegrim inzwischen auch festgesetzt haben. Für die Arbeit geht es in die Einheitsgemeinde nebenan. Ein Wolf soll im Februar auch in Garlipp gesehen worden sein. „Ich habe Nachrichten und Bilder bekommen und den Absendern gesagt, sie mögen alles den verantwortlichen Stellen mitteilen.“ Und ja, eine Bürgermeisterin habe eine Verantwortung für die Menschen in ihrem Gebiet und müsse alle möglichen Gefahren im Auge haben. Das Wolfskompetenzzentrum in Iden müsse über Isegrim unbedingt Bescheid wissen, auch wenn es sich vielleicht nur um ein durchziehendes Jungtier auf der Suche nach einem Revier handle.

Problemtiere und Jagdrecht im Blick

Bismarks Bürgermeisterin gilt nach wie vor als große Kritikerin der Wolfspolitik von Land, Bund und Europäischer Union. „Ein Wolf ist doch nicht erst ein Problemwolf, wenn er mehrmals in großer Zahl Lämmer gerissen hat. Wenn er die Scheu vor dem Menschen verloren hat, die Hemmschwelle gefallen ist, muss er besonders betrachtet werden.“ Dass Isegrim ausgerottet werde, wolle sie nicht, bekräftigt Schwarz. „Es geht um das Jagdrecht, um ein erträgliches Maß und die Garantie, in Härtefällen unkompliziert eingreifen zu können.“ Schutzzäune und bestimmte Förderungen gerade für Tierhalter seien auch nicht der Weisheit letzter Schluss. „Dieses intelligente Tier muss das Gefühl haben, sich dem Menschen nicht ohne Weiteres nähern zu können.“

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