Areal der Skater rückt stärker in Blick

Initiative: Eisbahn erwärmt die Herzen in Bismark

Die Osterburger Feuerwehr flutet die Werderwiesen 2018. Schlittschuhläufer sollen Spaß haben.
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Die Osterburger Feuerwehr flutet die Werderwiesen für Kufenflitzer. Aktionen wie diese im März 2018 hat es ähnlich auch in anderen Gemeinden gegeben. Doch immer häufiger spielt der Winter nicht mit, es bleibt einfach zu warm.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Die Idee gewinnt an Kraft. Die sowieso vernachlässigte Fläche der Skater in Bismark könnte zur Eisbahn avancieren. Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe unterstützt das Ganze. Auch der Kolks selbst könnte genutzt werden. Aber natürlich: Väterchen Frost müsste mehr als die Jahre zuvor mitspielen.

Bismark – Mancher Meteorologe sagt einen strengen Winter voraus. Daran möchte Ruth Rothe nur allzu gern glauben. Der Vorschlag, die Skaterbahn nahe dem Kolk in Bismark aus dem Dornröschenschlaf zu holen und zur Bühne für Schlittschuhläufer zu machen, lässt die Ortsbürgermeisterin keineswegs kalt. Im Gegenteil, die Linke scheint regelrecht Feuer und Flamme. „Ein solches Angebot würde den Veranstaltungskalender durchaus bereichern. Die Menschen dürsten nach den vielen Absagen wegen Corona doch regelrecht nach gemeinsamer Zeit und Abwechslung.“ Die Initiative, die eher vernachlässigte Skaterbahn zur Eisfläche umzufunktionieren, ist von Andreas Cosmar (FWB) ausgegangen. Der Ratschef hat die Idee spätestens im Sommer in das Stadtparlament eingebracht.

Die Fläche hinter dem Kolk nennen Bismarker Skaterbahn. So richtig einladend wirkt sie nicht, an manchen Stellen liegt Müll. Dort könnte eine Eisbahn entstehen.

Einfach ein paar Eimer Wasser über den Asphalt zu schütten und zu warten, dass alles friert, das reicht nicht aus. Davon geht die Ortsbürgermeisterin fest aus. „Früher wurden einfach Wiesen geflutet und der Spaß konnte beginnen.“ Wenn es denn nun der Bereich hinter dem Naturbad Kolk sein solle, müsste sicherlich erst einmal eine Folie ausgebracht werden. Wahrscheinlich müsste auch die Kante des Rundkurses erhöht werden auf gut 20 Zentimeter. Und natürlich: „Um eine möglichst glatte Fläche zu bekommen, müsste das Wasser bestimmt mit irgendwelchen technischen Hilfsmitteln eingelassen werden.“ Der Aufwand wäre vermutlich nicht allzu groß, habe aber dennoch seinen Preis. Über die Kosten hat sich Rothe noch nicht groß Gedanken gemacht. „Es wird aber Zeit.“

Bismark muss auf die Natur setzen

Dass in naher Zukunft eine Kunsteisbahn die Besucher anzieht, das kann sich die Genossin nicht vorstellen. Eine solche Anlage kann auch bei einigen Grad Celsius über null in der Luft noch funktionieren. Dafür brauche es einiges an Technik, sicherlich einen Anbieter und Betreiber sowie eine Stange Geld. Zudem hat sich in der Nachbarschaft eine Kunsteisbahn schon fast etabliert, die Stendaler Eisbahn soll in dieser Saison von Anfang Dezember bis weit in den Februar öffnen. Die Fläche auf dem Winckelmannplatz zieht Kufenflitzer aus der Region und darüber hinaus an. „Wir müssen für eine Eisbahn auf die Natur vertrauen und gewissermaßen Gewehr bei Fuß stehen.“ Auf der asphaltierten Fläche, die viele Bismarker Skaterbahn nennen, steht übrigens kein einziges Skater-Element.

Künstliche Anlage geht stark ins Geld

Schlittschuhläufer hätten sozusagen freie Bahn. All das hat die Ortsbürgermeisterin auf dem Zettel und denkt doch auch an den See nebenan. Vor einem guten Jahrzehnt konnte am und auf dem Kolk ein kleines Eisfest stattfinden. Wann genau, Rothe bekommt es auf die Schnelle nicht zusammen. „Es war jedenfalls ein tolles Erlebnis. Das Eis war an die 30 Zentimeter dick, Schlittschuhläufer drehten ihre Runden. Es gab Glühwein und Leckereien vom Grill“, schwärmt sie in dieser Woche im Gespräch mit der AZ. Mutter Natur ließ es danach nie wieder lang genug kalt werden. „Leider, wir hatten immer gehofft, doch nein.“ Dass Bürger nicht so einfach mehr Eis auf öffentlichen Gewässern betreten dürfen und die zuständige Behörde grünes Licht geben muss, weiß Rothe. „Unser Hindernis sind die milden Winter.“

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