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Ideen für Bismarker Kolk unterschiedlich bewertet

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Von: Lisa Maria Krause, Lina Wüstenberg

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Es gibt viele Ideen für den Bismarker Kolk, aber nicht alle sind gleich beliebt. Wlan wird kritisch gesehen, während Tischtennis erwünscht ist. Der Sozialausschuss will, dass die Preise der Caravan-Stellplätze steigen. © Lina Wüstenberg

Eine lange Liste an Ideen hat die Regenbogen-Fraktion für das Bismarker Freibad Kolk. Andreas Cosmar (FWB) vertrat die Fraktion kürzlich im Bauausschuss und stellte den Antrag für den Haushalt 2022 vor.

Bismark - Manche Ansätze wurden besser aufgenommen als andere. So wies Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, vehement die Idee zurück, den Besuchern des Schwimmbades freies Wlan zur Verfügung zu stellen.

Die Fraktion will mithilfe von neuer Ausstattung den Kolk noch attraktiver für Bismarker, Altmärker und darüber hinaus machen. Für die Einrichtung eines offenen Wlan-Netzwerkes plante sie etwa 500 Euro ein. Das Thema sei bereits 2020 aufgekommen, berichtete Schwarz. „Mit 500 kommen wir da nicht hin.“

Sie schätzte eher auf einen Aufwand von 3000 Euro. Das Funknetz müsse von der Station über das Gelände des Kolks gelegt werden. Außerdem kämen Folgekosten zur Bezahlung des Netzes hinzu.

„Für Camper ist es nicht zwingend erforderlich“, erklärte Schwarz. Mit einer Signalstärke von 4G in der Umgebung komme jeder mit seinem Handy ins Netz.

Ähnlich ablehnend zeigte sich Schwarz gegenüber der Idee, zwei Standup-Paddelboote sowie Tretboote zur Ausleihe anzubieten. Das begründete die Bürgermeisterin mit dem Pachtvertrag, den die Bismarker Angelgruppe mit der Einheitsgemeinde habe.

Da die Petrijünger als Gegenleistung für die Angelerlaubnis sich um die Pflege des Gewässers und andere Aufgaben kümmern, müssten sie mitreden. „Sie sprechen sich dagegen aus“, teilte Schwarz mit, denn die Boote müssten außerhalb des Schwimmbereiches fahren und dringen damit in den Bereich ein, der den Anglern vorbehalten ist.

Laut Schwarz zeichnen sich große Bedenken und Ablehnung in dem Verein ab. „Dann sollen die Angler ihre Grenzen einhalten“, hielt Cosmar gegen diese Aussagen. Sie würden auch im Schwimmbereich angeln und Utensilien wie Haken zurücklassen.

Schwarz wollte daraufhin dem Verein einen Hinweis zukommen lassen, betonte aber auch: „Sie erfüllen den Pachtvertrag zu mehr als 100 Prozent“, was Ordnung und Sauberkeit angehe.

Auf Nachfrage im Ausschuss zu der eigentlich geplanten Badeinsel erklärte Cosmar, dass diese Idee zurückgezogen worden sei, um „die Enttäuschung nicht zu erleben“. Solange das Wassertrampolin „lebe“, brauche der Kolk keine zwei Inseln. Vorsitzender Norman Maciej (FWB) betonte seine Unterstützung der Badeinsel-Idee: „Kunststoffinseln sind witterungsbeständig.“

Mehr Anklang fanden zwei altbekannte Vorschläge der Regenbogen-Fraktion: Diese will, dass gemeinsam mit dem Förderverein und der Ortschaft eine Boule-Anlage von etwa zwölf mal drei Meter – ein Kugelwurfspiel, bei dem die Spieler gegnerische Kugeln treffen müssen – gebaut wird. Außerdem stellt sich die Fraktion eine Outdoor-Tischtennisplatte hinter den Umkleiden vor.

Dort sei es windgeschützt. Mehrere Ausschussmitglieder freuten sich über diese Ideen. Eine Boule-Anlage ist so manchem bekannt aus der DDR-Zeit. „So was stelle ich mir für Könnigde auch vor“, sagte Michael Raue (AFW) zu den beiden Ideen. Über die Tischtennisplatte sagte Maciej: „Keine Frage, finde ich ganz fantastisch.“ Der Standort am Rande des Kolks sei sehr gut geeignet.

Das Thema Camper und Caravan-Stellplätze am Kolk kam auch im Sozialausschuss auf: Nach der neuen Entgeltordnung sollen die Kosten für die Stellplätze für Caravans unverändert bleiben. Ausgenommen ist hier die Entnahme des Stroms. „Wir würden das Stromziehen von vier auf zwei Stunden reduzieren“, erklärte Hauptamtsleiter Marco Henschel.

Als Grund dafür nannte er die Entwicklung der aktuellen Preise. Ein Einwand kam von Doreen Motejat (FWB): „Kann man den Caravanstellplatz nicht auch etwas erhöhen? Es sind ja doch fremde Besucher, die es nutzen.“ René Zieher (FWB) berichtete darauf folgend, dass beispielsweise in Tangermünde die Camper mehr zahlen müssen.

„Du stehst viel schlechter, hast aber eine super Gastronomie.“ Daraufhin merkte Motejat an: „Wir machen nicht die Gastronomie. Aber wir haben den Platz, den wir anbieten, der ist natürlich Luxus. Du hast abends den Kolk.“

Nach Auffassung von Henschel ist es schwierig, den Kolk mit Campingplätzen wie den sogenannten Wischer zu vergleichen. „Wenn sich aber eine Mehrheit findet, können wir gerne recherchieren, wie die Preislage ist“, meinte Henschel.

Motejat schlug deshalb vor, die Gebühren der Stellplätze von 12 auf 15 Euro zu erhöhen. Die Mitglieder des Sozialausschusses stimmten diesem Vorschlag einstimmig zu.

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