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Hohenwulsch: Zukünftige Piste für Drahtesel erweitert Tellerrand für Heimatverein

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Die alten Schienen führen direkt über eine Straße. Ein Auto fährt vorbei. Im Hintergrund ist der Beginn des Radweges zu erkennen.
Der Radweg von Hohenwulsch nach Bismark beginnt an den übrig gebliebenen Schienen der Altmärkischen Kleinbahn. Die Verlängerung nach Kalbe könnte mehr Besucher in den Ort spülen und die Einheitsgemeinde beleben. © Lisa Maria Krause

„Ich finde den hier schon ganz, ganz toll“, sagt Roswitha Schmalenberg über den Radweg zwischen Hohenwulsch und Bismark. Die Vorsitzende des Natur- und Heimatvereins Bismark/Kläden sieht großes Potenzial für die Region in dem zukünftigen Radwegebau von Hohenwulsch nach Kalbe.

Hohenwulsch - „Als Verein können wir unseren Tellerrand mit dem Radweg erweitern“, ist sich Vorstandsmitglied Verena Schlüsselburg sicher. Der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand geht damit nicht nur über Einheitsgemeinde-, sondern auch Landkreisgrenzen. Es werde allgemein mehr überregional getan und vernetzt, findet Schmalenberg. Mit der Bahn oder auch mit dem Auto könnten Besucher gut zum Naturlehrweg mit Infozentrum in Hohenwulsch, um den sich der Verein kümmert, kommen und von dort weiter per Fahrrad. Einige Angebote entlang der zukünftigen Strecke sieht die Vereinsvorsitzende bereits: Ein Restaurant in Hohenwulsch und etliche Übernachtungsmöglichkeiten nennt sie als Beispiele. „Die sind schon da.“

Die beiden stehen mit Gläsern mit verschiedenen Getreidesorten vor dem Bienenhaus in Hohenwulsch.
Vorsitzende Roswitha Schmalenberg (r.) und Vorstandsmitglied Verena Schlüsselburg bereiten die Saison vor. © Lisa Maria Krause

Schlüsselburg findet, dass eine ähnliche Entwicklung erneut auftreten könnte, wie nach der Wende, als das Gebiet eine Modellregion für den Dorftourismus wurde. „Leute kamen, die hier die Gegend noch nie gesehen hatten.“ Das klinge zwar immer weit hergeholt, jedoch könne der Radweg einen Nebenerwerb für einige Einheimische bedeuten und die Wirtschaft ankurbeln.

Der Radtourismus könnte mehr Leben in die Einheitsgemeinde bringen, sind sich beide sicher. „Auf jeden Fall tut’s uns gut“, meinte Schlüsselburg, „Es gibt heute auch mehr und mehr diese Alltagsfahrer.“ Das Reisen per E-Bike sei in Mode gekommen, besonders wenn es Stationen zum Anhalten gebe. „Die Leute werden bewegungsbewusster und naturverbundener“, findet auch Schmalenberg.

Eine Tafel mit Karte steht vor dem Waldheim. Ein knallblaues Fahrrad lehnt daran.
Am Naturlehrweg in Hohenwulsch gibt es bereits eine Karte zur Orientierung für Radfahrer. © Lisa Maria Krause

2023 soll der lang gehegte Wunsch nach einer Verbindung für Radfahrer auf der ehemaligen Kleinbahnstrecke umgesetzt werden. Der Heimatverein kann aus eigener Erfahrung mit dem seit 2019 bestehenden Radweg nach Bismark sprechen. „Das war auf alle Fälle zu spüren“, berichtet Schmalenberg. Auch Schlüsselburg sieht eine positive Entwicklung der Besucher am Naturlehrweg dank der Radpiste: „Auf der Strecke waren schon immer etliche Bismarker unterwegs, auch zum Tag der Regionen. Wir waren überwältigt.“ 2021 seien noch mehr als sonst zu dem Fest gekommen, obwohl da wohl auch die Pandemie ihren Beitrag leistete, dass mehr Menschen in näherer Umgebung Unternehmungen suchten.

Die beiden Vereinsmitglieder blicken längst weiter als nur auf den Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke. Büste ist bereits mit einem eigenen straßenbegleitenden Radweg an die Stadt Bismark angeschlossen. Aber warum nicht weiter? Vielleicht sogar über den ländlichen Weg nach Vienau zwischen Büste und Meßdorf den Anschluss an die Milde-Biese-Aland-Tour finden? Ganz davon abgesehen, dass der neue Radweg mit dem Hohenwulscher Bahnhof auch überregional angebunden sein wird.

Mit Blick auf den zukünftigen Radweg spricht die AZ mit Menschen, die dieser beeinflussen würde.

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