Stadtpolitik segnet höheren Zuschuss ab

Jugendzentrum Bismark finanziell gesichert

Der Blick fällt über Zaun und Infokasten in Richtung Jugendfreizeitzentrum Bismark.
+
Mit dem Jahr 2020 hat der Internationale Bund das Jugendfreizeitzentrum in Bismark übernommen. Der Trägerverein zuvor hatte an der Straße der Einheit das Handtuch geworfen, es drohte sogar das Aus der Einrichtung.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
    schließen

Ein größerer Konflikt über den höheren Zuschuss für das Bismarker Jugendfreizeitzentrum bleibt aus. Der Stadtrat hat dem Finanzierungsplan für 2022 zugestimmt. Das JFZ ist seit 2020 in neuen Händen.

Bismark – Die Finanzierung des Jugendfreizeitzentrums (JFZ) in Bismark für 2022 ist gesichert. Der Stadtrat hat dem Zuschuss am Mittwochabend einhellig zugestimmt. Es fließen genau 33 788,66 Euro an den freien Träger. Das sind über 14 Prozent mehr als dieses Jahr. Annegret Schwarz (CDU), Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, hatte der Einrichtung und den Mitarbeitern zuvor noch einmal auch grundsätzlich den Rücken gestärkt. Seit 2020 gibt es einen neuen Betreiber, nachdem zuvor sogar kurzzeitig die Schließung gedroht hatte. Corona und alle die Begleiterscheinungen haben den Internationalen Bund (IB) beim Start allerdings auch immer wieder einmal ausgebremst. Hinzu kamen eigenen personelle Turbulenzen. Die Rathauschefin sieht das JFZ nun auf einem recht guten Weg.

Das Geld hilft bei den Personal-, Betriebs- und Sachkosten. Der höhere Zuschuss für 2022 hatte insbesondere im Ortschaftsrat Bismark für eine größere Diskussion und Nachfragen geführt. Der Hintergrund: Zehn Prozent des Zuschusses kommen alljährlich aus dem Budget des Gremiums, für 2022 werden es auf den Cent genau 3378,87 Euro sein. Schwarz ging an diesem Abend nur noch kurz auf einzelne Posten ein, verwies unter anderem auf Tarifverträge, an die auch der IB gebunden sei. Und natürlich arbeite der Träger an einzelnen Positionen wie etwa den Telefonrechnungen. Annemarie Theil (SPD) hatte das bei dieser Sitzung noch einmal angesprochen. Für 2020, das Coronajahr schlechthin, könnte es übrigen erstmals eine Rückzahlung geben, auch an die Ortschaft.

Fast 34 000 Euro aus der Stadtkasse gehen an den IB, über 4000 Euro mehr als dieses Jahr. Hinzu kommen Zuweisungen des Landkreises in Höhe von 20 760 Euro, sie werden von der Kommune weitergereicht. In der Beschlussvorlage heißt es: „Aus Sicht der Verwaltung ist es notwendig, die Jugendarbeit in der Einheitsgemeinde und speziell im JFZ aufrechtzuerhalten.“ Die Rathauschefin formulierte es am Abend so: „Fragen sind legitim.“ Und weiter: „Wir wollen das Jugendfreizeitzentrum und können es nicht selbst betreiben. Dazu sind wir einfach nicht in der Lage, wir brauchen einen freien Träger.“ Mit dem IB habe die Einheitsgemeinde einen „guten Vertragspartner gefunden“. Die gemeinnützige GmbH betreibt auch Einrichtungen in Seehausen und Osterburg.

In Bismark hat es in jüngerer Vergangenheit immer wieder einmal Beschwerden aus der Bevölkerung über Ruhestörung, Vandalismus und Dreckecken gegeben. Politik und Verwaltung wollen das in den Griff kriegen. Auch bei dem frisch angelaufenen Projekt „Generationen im Gespräch“ sitzt das JFZ mit im Boot. Das Gebäude selbst stammt aus den 1930er-Jahren. Die Kommune investierte in jüngster Zeit eine fünfstellige Summe nicht zuletzt in den Brandschutz. Die obere Etage ist aber nach wie vor für die Jugend gesperrt, weil neuere Auflagen dort nicht umgesetzt werden können. So hat das Rathaus schlichtweg noch keine Lösung für einen weiteren Fluchtweg, ohne das markante Gebäude in seiner Form übermäßig zu verändern (die AZ berichtete).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare