Luise Mewis aus Dobberkau schrieb Gedichte, Lieder und Theaterstücke

Ihr Herz schlug für die altmärkische Heimat

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Luise Mewis (in der Mitte mit schwarzem Kleid) , liebevoll von allen „Tante Luise“ genannt, war ein tiefgläubiger Mensch, setzte sich für das Wohl der anderen ein und war sehr begabt im Umgang mit Worten. Ihre Sammelbänder wurden gerne gekauft. 

Dobberkau. Sie schrieb eine Vielzahl von Heimatliedern, Gedichten und Theaterstücken, sowohl in Hochdeutsch als auch in plattdeutscher Mundart.

Viele Gedichte wie „Min Heimatdörp“, „Uns Friedeneick“, „Dörpdiek“, um nur einige wenige zu nennen, beziehen sich auf ihren Geburtsort Dobberkau. Die Rede ist von Heimatdichterin Luise Mewis. Am 2. März dieses Jahr werden es 71 Jahre sein, seit sie in ihrem späteren Wohnort Insel 1947 verstorben ist.

Geboren wurde die in Dobberkau unvergessene Heimatdichterin am 18. Juli 1864 als Tochter des ehemaligen Ziegeleibesitzers Franz Lambert. Der Vater entstammte einer französischen Emigrantenfamilie, die Mutter einer altmärkischen Bauernfamilie. Geschichtlichen Dokumenten zu entnehmen – sie sind heute in Dobberkaus kleinem Heimatmuseum von Dorfchronist Herbert Wickert zu finden – heiratete Luise den Straßenmeister Karl Mewis und lebte mit ihm bis an ihr Lebensende im Stendaler Ortsteil Insel. Neben ihrer stillen häuslichen Arbeit, heißt es, war Luise Mewis aufopfernd im Dienste der Allgemeinheit tätig. Sie gründete 1914, also noch vor dem Ersten Weltkrieg, die evangelische Frauenhilfe und den evangelischen Jungmädchenbund. Ihr Engagement machte sie in der Altmark sehr bekannt und beliebt, deshalb wurde sie gerne von allen liebevoll „Tante Luise“ genannt.

Dobberkaus Heimatdichterin schrieb für die Menschen, verständlich, klar und unterhaltend. Ihren „Stoff“ dafür, wie in einem biografischen Dokument in altdeutscher Schrift geschrieben steht, entnahm Mewis allen Gebieten und Ereignissen ihrer Zeit. Ihre Texte handeln „von des Landmannes mühevoller und segensreicher Arbeit, vom großen Völkerringen und seinen Helden, von der altmärkischen Heimat, von Sitten und Brauch, von Volk und Vaterland“, heißt es in dem altdeutschen Text weiter.

1915 erschien ihr erstes Sammelband „Heideblumen“ mit Gedichten, Stimmungs- und Heimatbildern. Es folgte eine zweite Sammlung unter dem Titel „Heimatzauber –Heimatglaube“. Beide Werke fanden viele Abnehmer. Auch ihre Erzählungen schienen sehr beliebt zu sein. Einige davon wurden in Blättern wie dem „Altmärkischen Hausfreund“ und in verschiedenen altmärkischen Zeitungen gedruckt. Ebenso erfolgreich waren ihre Bühnenstücke.

Luise Mewis wäre im Juli dieses Jahres 154 Jahre alt geworden. Ihr zu Ehren hat Dobberkaus Dorfchronist Herbert Wickert eine kleine Ansammlung ihrer Werke und biografischen Daten zusammengestellt, die sich in dem kleinen Raum des Dorfmuseums befinden und zum Nachlesen für alle Interessierten zur Verfügung stehen.

Von Marilena Berlan

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