Nur junge Geister kommen in die „Goldene Laus“

Halloween-Umzug durch Bismark: Gruseln mit 3G

Der gruselige Torwächter der „Goldenen Laus“ ist mit leuchtender Kette und einigen Knochen geschmückt.
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Damit die Hexenstunde stattfinden kann, müssen die 3 G-Regeln eingehalten werden. Vielleicht wird das ja vom Torwächter der „Goldenen Laus“ kontrolliert.

Die „Goldene Laus“ wird dieses Mal nur von jungen Hexen, Monstern und anderen gruseligen Wesen bespukt. Aber immerhin dürfen sie wieder. Im Unterschied zum vergangenem Jahr findet der Umzug zum und die Hexenstunde am Bismarker Wahrzeichen dieses Halloween wieder statt.

Bismark - „Oben gibt es dann für die Kinder eine kurze Hexenstunde“, erklärt Ortsbürgermeisterin Ruth Rothe (Linke) der AZ. Das beruht auf dem Hygienekonzept, das die Veranstalter vorbereiten mussten. Konkret heißt das, dass die Besucher coronabedingt nur mit Abstand und Maske teilnehmen können. Nach oben auf dem Turm dürfen nur Kinder und Jugendliche. „Wenn die Kinderchen ein bisschen Angst haben, muss die Oma eben geimpft sein“, sagt Rothe und betont so, dass Begleitpersonen die Ausnahme darstellen und alle anderen die 3-G-Regeln einzuhalten haben. Das werde auch von den Organisatoren vor Ort kontrolliert.

Nicht nur der Heimatverein „Goldene Laus“, dessen Vorsitzende Rothe ist, auch die Bismarker Freiwillige Feuerwehr und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums (JFZ) mischen bei dem gruseligen Spektakel mit. Obwohl es in diesem Jahr nicht das übliche Programm wie vor Corona geben wird, wie die Ortsbürgermeisterin informiert.

Alle Angebote finden draußen statt. Nach dem inzwischen traditionellen Umzug von der Kindertagesstätte „Pusteblume“ durch die städtischen Wallgänge bis zum Bismarker Wahrzeichen gibt es vielerlei Leckereien, die sich die Gespenster schmecken lassen können. Rothe zählt Glühwein, Kürbissuppe, Hexenpunsch, Stockbrot und Bratwurst auf. Für jeden Geschmack sollte es also etwas geben.

Zur Bespaßung gibt es neben der Hexenstunde auch ein Bastelangebot der JFZ-Mitarbeiter. Gemeinsam können Bonbontüten gebastelt werden, die gleich einen Tag später, am eigentlichen Halloween-Abend, zum Einsatz kommen können. Untermalt wird das Ganze mit schaurig-schöner Musik.

Rothe selbst freut sich, dass die Hexenstunde, die im vergangenen Jahr ausfiel, nun wieder fast wie gewohnt stattfinden kann, und kann auch von Anwohnern berichten, die ihr gegenüber bereits ihre Vorfreude zum Ausdruck brachten. „Gott sei dank kann es stattfinden“, lässt die Ortsbürgermeisterin aber auch ihre Erleichterung durchblicken. Sie hoffe, dass „die Salzwedeler nicht zu uns kommen“. In dem Altmarkkreis liegt die Corona-Inzidenz zurzeit bei 348,3 und damit vier mal so hoch wie im Landkreis Stendal.

Der Gruselspaß in Bismark startet am heutigen Sonnabend, 30. Oktober, um 18 Uhr. Treffpunkt ist die Kindertagesstätte „Pusteblume“. Den Weg zur „Goldenen Laus“ leuchten sich die Besucher selbst mithilfe von Laternen und Fackeln.

Das Bismarker Wahrzeichen ist seit Jahren zu Halloween das Ziel des Umzugs der jungen und alten Gespenster und wird von innen und außen bespukt. Bekanntermaßen handelt es sich bei dem Turm um ein übrig gebliebenes Stück einer ehemaligen spätromanischen Wallfahrtskirche.

Für jene, die Gruselgeschichten mögen: Laut einer Sage geht der Name des Turms darauf zurück, dass vor langer Zeit eine riesige Laus darin an goldenen Ketten gefesselt war. Sie musste täglich mit einem Pfund Fleisch gefüttert und in Wein getränkt werden. Der eigentliche Ursprung ist weitaus banaler: In goldener Schrift standen früher die Worte „Laus Deo“ – lateinisch für „Gotteslob“ – an dem Feldsteingemäuer. Der Volksmund machte daraus die „Goldene Laus“.

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