Marodes Objekt erhält Energieschub

Hängepartie endet: Kommune lässt Klädener Turnhalle sanieren

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Die Halle ist von der Zeit deutlich gezeichnet. Nun haben Handwerker das Sagen.

Kläden – Das Bauschild ist demonstrativ an die Hauptstraße der Bismarker Ortschaft gepflanzt worden. Es wirkt wie ein Bekenntnis. Die Arbeiten an der Turnhalle in Kläden haben begonnen. Ein zweites Schinne braucht niemand.

Frisch gesetzt ist das Projektschild.

Annegret Schwarz (CDU), die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde, kann im Gespräch mit der AZ aufatmen. Ziemlich unerwartet hatte es auch bei diesem Projekt gehakt. Nun können die Handwerker zumindest erst einmal im Inneren des maroden Komplexes aus DDR-Zeiten loslegen, der große Rest der energetischen Sanierung soll dann im kommenden Jahr erledigt werden.

Politik und Verwaltung drückten von Beginn an aufs Tempo, mussten sie auch. Anfang 2019 lag der Förderbescheid vor. Die Aufgaben sollten rasch ausgeschrieben werden. Das Projekt, so die Botschaft, möge möglichst am 31. Dezember abgeschlossen sein, zumindest die eigentlichen Arbeiten. Ein sportlicher Zeitplan, fand Schwarz schon damals. Und dann lief das weitere Verfahren nicht wie erhofft, es fehlten schlichtweg die Angebote von Firmen, Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden. Auf dem Bauschild ist das Projekt-ende nun mit Oktober 2020 angegeben. Ob das zu schaffen ist, muss sich zeigen.

Die Bürgermeisterin gibt sich entspannt. Entscheidend sei doch, dass die lang ersehnte Sanierung begonnen habe. Die Halle ist schmuddelig und abgestoßen, innen wie außen, einen Schönheitspreis kann sie schon lange nicht mehr gewinnen. Sie ist ein typisches DDR-Kind und in die Jahre gekommen. Errichtet wurde die Turnhalle vor mehr als 40 Jahren. All zu viel wurde bisher nicht gemacht, nun kann die Einheitsgemeinde das große Besteck ansetzen lassen. Das Objekt ist insgesamt 760 Quadratmeter groß. Die reine Sportfläche misst 440 Quadratmeter, was nicht ganz einer Einfeldhalle entspricht.

Europäisches Geld hilft entscheidend. Die Kommune profitiert von Sachsen-Anhalts Förderprogramm Stark III plus EFRE (regionale Entwicklung). Annähernd 395000 Euro stehen insgesamt zur Verfügung. Etwa 356000 Euro sind Fördergeld, rund 39000 Euro kommen aus der eigenen Kasse. Ursprünglich sollte es zwei Bauabschnitte geben. Der besseren Chancen wegen goss die Leader-Gruppe Mittlere Altmark alles in einen neuen Antrag. Ob die Gesamtsumme Bestand hat, bleibt, wie bei anderen Projekten auch, abzuwarten. Schwarz sieht Kläden jedenfalls in der richtigen Spur.

Fachleute reden von einer energetischen Sanierung und meinen damit im Grunde die Modernisierung des kompletten Gebäudes. Arbeiter nehmen sich Dach, Außenhaut, Türen, Fenster, Fußboden, Heizung und die Beleuchtung vor. Eine erneuerte Turnhalle werde auch besser zum Umfeld passen. Auch das ist der Bürgermeisterin wichtig. Mehrgenerationenhaus samt Sitzungsraum, Teestube und Ferienwohnungen sowie die sanierte Kegelbahn befinden sich einige Meter entfernt. Und überhaupt: Alle Hallen in der Einheitsgemeinde seien mehr als ausgelastet, da zähle jeder investierte Euro.

Der Komplex wird nicht allein für Sport genutzt. So findet dort die schon traditionelle Geflügelausstellung zum Adventsmarkt statt. Auch wenn die Arbeiter weit davon entfernt sind, das Werkzeug einzupacken, die Tierschau soll über die Bühne gehen. So hat es das Bismarker Stadtoberhaupt zumindest im August versprochen und daran soll sich auch nichts ändern. Sorgen bereitet Schwarz mehr das Schinner Bauvorhaben, neben der Schule soll endlich eine Sporthalle errichtet werden. Das Projekt steht auf einer Prioritätenliste, doch der Förderbescheid lässt seit Monaten auf sich warten (die AZ berichtete).

VON MARCO HERTZFELD 

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