Notsicherung des Schönfelder Gebäudes beendet / Drittes Kirchenfest am 8. September

Gutskirche präsentiert ihr neues Dach

Die Gutskirche in Schönfeld zeigt ohne Gerüst ihr neues Dach. Am 8. und 9. September können Interessierte das Gebäude zum Kirchenfest und Tag des offenen Denkmals besichtigen. Fotos (4): Lange

Schönfeld. Das Gerüst ist weg. Die Bäume, die aus dem Dach der Gutskirche in Schönfeld wucherten, sind ebenso verschwunden wie das mit einem Schloss gesicherte Tor des Bauzauns.

Nachdem das Gerüst zur Notsicherung abgebaut wurde, können Interessierte auch wieder ganz nah an das historische Gebäude heran. Es besteht keine Gefahr mehr, dass Dachziegel hinabfallen. Die Gutskirche ist endgültig vor dem Abriss bewahrt worden. Bevor sich der Förderverein „Freunde der Gutskirche Schönfeld“ im August 2010 gründete, stand das Gebäude kurz vor dem Abriss. Ein entsprechender Antrag der evangelischen Kirchengemeinde lag bei den zuständigen Behörden bereits vor.

Seit 1976 wurde die von 1883 bis 1885 erbaute Kirche nicht mehr genutzt. In der ehemaligen DDR war es Vorschrift, dass eine Kirche stillgelegt werden muss, wenn in einem Ort gleich zwei vorhanden sind. Und direkt neben der Gutskirche steht eben noch ein Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die weiter genutzt wurde. Dann allerdings klopfte ein junger Mann an das Gutstor der Familie von Rundstedt und fragte nach dem Kirchenschlüssel. Der jetzige Vorsitzende des Fördervereins zeigte sich entsetzt über den geplanten Abriss und rief die Rettungsaktion ins Leben. Am 18. März 2011 kaufte der Verein die Gutskirche und begann mit den Vorbereitungen der Notsicherung. Denn die Natur hatte sich langsam ihr Territorium zurückerborbert. Zartes Grün mit schon ansehnlichen Stamm hatte sich an den Dachziegeln angesiedelt und diese schon fast verdrängt.

Mit Hilfe von Spenden der knapp 150 Mitglieder und einer ordentlichen Finanzspritze von Lotto hatte der Verein schließlich rund 200 000 Euro für die Notsicherung zur Verfügung. Genau vor einem Jahr konnten die Arbeiten dann beginnen. Am wichtigsten war erstmal das Abdichten des Gebäudes. Das bedeutete ein neu gedecktes Dach, damit es nicht mehr hineinregnet. Auch die Holzkonstruktionen der Dachstühle wurden kontrolliert und morsche Teile ausgetauscht. „Die Bäume, die aus der Traufe herauswuchsen, wurden mitsamt ihren armdicken Wurzeln aus dem Mauerwerk entfernt“, erklärt der Verein. Die Löcher in den Fenstern wurden aus Kostengründen provisorisch mit Spanplatten verschlossen. In den Wintermonaten muss nun auch nicht mehr Schnee geschoben werden.

Der Förderverein lädt am Sonnabend, 8. September, zum dritten Schönfelder Kirchenfest ein. Dort können ab 14 Uhr die Kirche besichtigt Musik der Musik- und Kunstschule Stendal und des Gospelchors „Spirit Singers“ der Lutherkirche Berlin-Spandau gelauscht werden. Einen Tag später ist die Kirche zum Tag des offenen Denkmals geöffnet.

Von Bianca Lange

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