Stadt Bismark lässt Pläne offen

Grassauer Hünengrab wünscht mehr Hinweise

Ein Informationsschild vor dem Steinfelder Großsteingrab.
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2020 wurden die Bismarker Hünengräber wie hier in Steinfeld mit neuen Schildern ausgestattet. Aber die Richtungsweiser scheinen in Grassau zu wünschen übrig zu lassen.
  • Lisa Maria Krause
    vonLisa Maria Krause
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„Da ist es ja einfacher, über Friedrichsfleiß oder Bülitz das Hünengrab zu finden“, beschwert sich Dieter Klapötke, Ortsbürgermeister von Grassau, im AZ-Gespräch.

Grassau - Dabei ist das Großsteingrab seiner Ortschaft zugeordnet. Das Problem: Es fehlt an Hinweisschildern zum Ausweisen der Stätte.

Kommen Interessierte an den Kulturdenkmälern aus Richtung Kläden, wird ihnen in Grünenwulsch der Weg für das Grab weiter nach Grassau verwiesen. Doch innerhalb der Ortschaft fehlt es an Schildern. Dass es dann gilt, nach links abzubiegen und in den angrenzenden Wald zu fahren, das lässt sich ohne Karte nicht ausmachen. „Es gibt einen Grenzstein am Wald“, berichtet Klapötke, „den haben wir umgewippnet, damit er auf das Hünengrab hinweist.“

Aber wieder: Dieser muss erst einmal gefunden werden ohne Hinweis im Dorf. Selbst auf dem Waldweg zwischen Grassau und Friedrichsfleiß gibt es Probleme mit Schildern, wie Heidelore Klapötke, die Ehefrau des Ortsbürgermeisters, der AZ zeigt. Ein kleines hölzernes Schild weist auf das Hünengrab hin. Dieses ist aber nur aus Richtung Friedrichsfleiß klar zu erkennen.

Ein Holzschild in Grünenwulsch verweist zum Hünengrab nach Grassau.

Im Wald gibt es keinen Handyempfang, weshalb sich der Suchende auf eine ausgedruckte Karte verlassen müsste. Außer auf der Webseite der Einheitsgemeinde ist das Hünengrab im Internet auch nur unter „Großsteingrab Hohenwulsch-Friedrichsfleiß“ zu finden.

Der Ortsbürgermeister bedauert die schlechte Ausschilderung: „Das ist sehr irreführend, wenn Besucher kommen. Aber es gibt eben auch viele Wege zum Grassauer Hünengrab.“

Dabei gibt es schon seit Jahren eine von der Einheitsgemeinde initiierte Arbeitsgruppe, die sich für den Erhalt und die Vermarktung der Bismarker Hünengräber einsetzt. Diese waren daran beteiligt, dass im Mai 2020 eine Ausschilderung als auch informative Schilder direkt an den Hünengräbern erfolgten (AZ berichtete). Bei einer Nachfrage im Rathaus wird klar, dass Annegret Schwarz (CDU) das Problem in Grassau bisher nicht bekannt war.

Ein umfunktionierter Grenzstein am Wald.

„Der eine sagt, dass Schilder fehlen, der andere möchte erst gar keine Schilder“, meint die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde. Mehr Schilder schließt sie allerdings nicht aus, obwohl gerade nichts geplant sei. „Veränderungen und Erweiterungen sind immer möglich. Was wie notwendig wird, werden uns die Zeit und die Anregungen der Bürger zeigen.“ Die Umsetzung mit der Arbeitsgruppe sei dann auch von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig. „Es liegt ein Sommer vor uns. Warten wir mal ab und sehen dann weiter“, erklärt Schwarz. Die Ausschilderung 2020 war nicht Bestandteil der Förderung, die die Aufstellung von Info-Schildern an den Gräbern finanzierte.

Diese Unterstützung mit 1250 Euro kam vom Förderverein des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle. Die Einheitsgemeinde kann fünf der acht Hünengräber des Landkreises Stendal auf seinem Gebiet verbuchen. Neben Grassau sind sie auch bei Kläden, Beesewege, Bülitz und Steinfeld zu finden. Letzteres ist das größte Großsteingrab der Altmark.

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