Rampenlicht 2019 gehört legendärer Hochschule

Denkmäler öffnen sich: Goldene Laus glänzt neben Bauhaus

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Die Goldene Laus gehört fest zum jährlichen Aktionstag.

Bismark – „Das Bauhaus kann einen schon fesseln. Die Objekte sind einfach und sehen dennoch gut aus oder sehen gerade deshalb gut aus, weil sie nicht zuletzt einfach und klar strukturiert sind."

Ruth Rothe geht mit offenen Augen durch die Welt, wie die Vorsitzende des Heimatvereins Bismark selbst sagt.

Wenn sich am Sonntag in einer Woche wieder die Denkmäler öffnen, ist die Ortsbürgermeisterin in Thüringen unterwegs und sicherlich sei auch ein Abstecher nach Weimar, der Wiege der legendären Hochschule für Gestaltung, drin. Für ihren Wohnort Bismark sei ihr kein Beispiel für Bauhaus-Architektur bekannt. „Schön ist es bei uns trotzdem und wir haben auch Außergewöhnliches zu bieten. “ Das Motto 2019 für alle: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur.“

Das Ramelow-Kaufhaus bietet Führungen an.

In der offiziellen Liste des Landkreises stehen bislang gut 70 Angebote. Die Einheitsgemeinde Bismark ist mit drei Orten vertreten, weitere können noch dazukommen. Die Goldene Laus in der Kernstadt hat Rothe zufolge von 11 bis 16 Uhr geöffnet. In dieser Zeit werden Führungen durch diesen übrig gebliebenen Turm einer Kirche angeboten. Der Heimatverein reicht am Nachmittag Kaffee und Kuchen. Der neu angelegte Kräutergarten wird ebenfalls offen stehen. Auch wenn sie diesmal nicht anwesend sein könne, sei sie doch mit dem Herzen dabei, sagt Rothe der AZ. In Schönfeld, in Gutskirche und Schloss, sind Besucher am 8. September von 10 bis 16 Uhr willkommen. Und in Kläden, im Alten Speicher 9, kann von 10 bis 18 Uhr eine Modelleisenbahnausstellung besucht werden.

Das Bauhaus-Jubiläum drückt dem Tag des offenen Denkmals 2019 den Stempel auf. Vor 100 Jahren in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin geschlossen, bestand die Hochschule gerade einmal 14 Jahre. Dennoch wirkt das Bauhaus bis heute fort. Spuren der Vergangenheit lassen sich in der Kreisstadt Stendal finden, gut 25 Kilometer von Bismark entfernt. Im Gebäude der Comenius-Sekundarschule, einem Beispiel für Bauhaus-Architektur, werden Stadt und Landkreis den Denkmalstag um 10 Uhr eröffnen. Luise Schier, Referentin für Bau- und Kunstdenkmalpflege, wird in das Thema einführen. Die Musik- und Kunstschule spielt Swing und Charleston der 1920er-Jahre. Bis 15 Uhr kann das prägnante Gebäude an der Blumenthalstraße besichtigt werden.

Das Ramelow-Modehaus an der Breiten Straße in Stendal ist ebenfalls im Bauhaus-Stil gebaut und wurde 1930 eröffnet. Gruppenführungen durch das weltbekannte Geschäftshaus im Stile der Neuen Sachlichkeit, wie die Organisatoren zu formulieren wissen, sind dort am 8. September zwischen 13 und 15 Uhr möglich. Die ehemalige Großgarage an der Vogelstraße öffnet ihre Tür zur selben Zeit. Die Anlage stammt vom Ende der 1920-Jahre und gilt als ansehnliches Beispiel für das Neue Bauen. „Besichtigung der geschichtsträchtigen Produktionsstätte klassischer Bauhaus-Stahlrohrmöbel mit langer Tradition“ heißt es von 12 bis 15 Uhr an einem anderen Ende der Bauhaus-Stadt Stendal, die auch Teil eines Netzwerkes ist. Die L&C Stendal GmbH, ehemals Stima, an der Lüderitzer Straße lässt Interessierte eintreten.

Das Altmärkische Museum im Schadewachten bietet die Sonderausstellung „Licht, Luft, Sonne – Moderne Architektur in Stendal von 1919 - 1933“ auf. Der Eintritt ist an diesem Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr kostenlos. Das gesamte Programm zum Tag des offenen Denkmals ist auf der Internetseite www.landkreis-stendal.de zu finden. Der Aktionstag bietet die Möglichkeit, etliche sonst nicht oder eher selten geöffnete Objekte zu besuchen. So gut wie jede Einheits- und Verbandsgemeinde im Landkreis Stendal ist mit Angeboten vertreten. Denkmaleigentümer, ob Privatperson oder Kommune, seien zum Mitmachen eingeladen. Für weitere Informationen: Tel. (03931) 607333. In der Liste sind schon traditionell vor allem Kirchen aufgeführt, aber auch einige Schlösser und Herrenhäuser, Museen und Sammlungen sowie alte Vierseitenhöfe, Speicher und begehbarer Stadttore.

VON MARCO HERTZFELD 

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