Frühere GST-Anlage abgerüstet

Gewehre ade: Kremkauer schießen zum Spaß mit Pfeil und Bogen

Die Schießanlage von der Rückseite aufgenommen. Die Pfeile werden von hinten auf diese Ziele aus Heu und Holz zufliegen. Die Bahn am Rande des Ortes misst mindestens 50 Meter. Von allen Seiten ist sie von Erdwällen umgeben.
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Die Schießanlage von der Rückseite aufgenommen. Die Pfeile werden von hinten auf diese Ziele aus Heu und Holz zufliegen. Die Bahn am Rande des Ortes misst mindestens 50 Meter. Von allen Seiten ist sie von Erdwällen umgeben.

Kremkau – Früher sei dort vornehmlich mit Kleinkalibergewehr geschossen worden. Längst wurde abgerüstet und das Gelände der GST verfiel mehr oder weniger in einen Dornröschenschlaf. „Nun lässt sich dort in der Zukunft friedlich zu Pfeil und Bogen greifen."

Das sportliche Kremkau verfügt seit Kurzem über eine Bogenschießanlage im Aufbau.

„Sie ist in Privatinitiative und ohne irgendwelches Fördergeld geschaffen worden“, erläuterte Bürgermeister Helmut Block der AZ. Noch sei nicht alles fertig und einsatzbereit. Wer es nicht weiß oder nicht mehr weiß: Bei der GST handelte es sich um die Gesellschaft für Sport und Technik, eine paramilitärische Massenorganisation in der DDR.

„Die Anlage soll eine Bereicherung sein, eine Bereicherung vor allem zum Dorffest“, sagte Enrico Alexander wenig später im Ortschaftsrat. Wer bei Fußballturnieren nicht permanent das runde Leder verfolgen wolle, könne ebenfalls dort oben kurzerhand den Bogen spannen. Alexander und Mitstreiter haben schon einiges an Arbeit in die Fläche hineingesteckt. Wildwuchs und anderes mehr seien mit schwerer Technik beseitigt worden, lobte Block auch in der Sitzung. Grundsätzlich sei einiges schon geschaffen, was für einen einfachen Schießbetrieb notwendig scheine, meinte Ratsmann Alexander. Zum Herbst hin sollte noch ein vernünftiger Zaun hinzukommen, der Sicherheit wegen.

Ratsmitglied Enrico Alexander (r.) berichtet über die Aufräumarbeiten in der ehemaligen GST-Anlage. Ortsbürgermeister Helmut Block lobt die Initiative.

Für den Ortsunkundigen ist die Anlage schwer zu finden. Die Schießbahn ist umgeben von Wällen und diese von allerhand Bäumen und Sträuchern. Das Ganze benötige wenig Pflege. Feldauflagen, Strohballen und Paletten sind schon einmal herangeschafft und verarbeitet. Die Anlage messe 50 Meter, von einer Betonplatte aus oder weiter vorn könne angelegt werden. Womöglich mache noch ein Fangnetz für die Pfeile Sinn, hieß es im Ortschaftsrat. Und natürlich: An Pfeil und Bogen selbst mangele es noch. Wie genau sie aussehen sollen, darüber wurde an dem Abend nicht abschließend gesprochen. Die Kremkauer wollen zudem selbstredend die Vorschriften im Auge behalten und alles abklären.

Block will einen Antrag bei der Einheitsgemeinde stellen, alles muss seine Ordnung haben. Und der Zaun soll her. Aus Sicht der Kremkauer werde eine „vorhandene Schießanlage für Bogenschießen aktiviert“, sie gehöre zum Sportplatz und sei im Prinzip ja schon immer dagewesen. Nun geht es um das richtige Maß an Sicherheit für die Anlage, die sich auf einer Anhöhe über dem Sportplatz befindet. Wann das erste Mal so richtig und größer Pfeil und Bogen zum Einsatz kommen, bleibt abzuwarten. Noch einmal Alexander: „Jeder kann sich dann dort versuchen und der Gewinner kriegt den goldenen Gummistiefel oder so.“ Es solle eben eine Bereicherung sein, nicht mehr und nicht weniger. VON MARCO HERTZFELD 

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