Fitter der Nikolausschau bereiten seit gestern die Kühe vor / Verwöhnprogramm rund um die Uhr

Top gestylt zum perfekten Auftritt

Anna Scheringer (l.) und Victoria Falk sind mit dem Waschen der Kühe beschäftigt. Beide sind zum zweiten Mal bei der Bismarker Nikolausschau dabei und wissen genau, auf was es bei den Tieren ankommt. Fotos (2): Lange

Bismark. Waschen, die Topline fixieren, Glanzspray ins Fell und raus in die Halle. „Und dann liegt es nicht mehr in unserer Hand. Wir haben dann alles getan. “ Jürgen Hofmann ist einer der 20 so genannten Fitter, die die Kühe für die 21.

Nikolausschau des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt (RSA) vorbereiten und ihr Aussehen richtig auf Vordermann bringen. Gestern hat das Team in der Viehhalle des RSA mit der Arbeit begonnen. Rund 50 Tiere haben ihren Platz in der Halle bislang schon bezogen und genießen nun eine Rundumversorgung durch die Mitarbeiter vor Ort.

Jeden Tag wird die Kuh gewaschen, das heißt mit einem weichen Kärcher-Strahl von Schmutz befreit. Dann kommt die Massage. Mit Bürsten reiben Anna Scheringer und Victoria Falk die Seife ins Fell des Tieres, welches die Behandlung augenscheinlich genießt und ganz ruhig alles über sich ergehen lässt. Ein Verwöhnprogramm, das die Kühe sonst nur so bei dieser Schau, einmal im Jahr, erleben. „Und wir nehmen nur die Leute, von denen wir wissen, dass es funktioniert“, sagt Uwe Burkhardt augenzwinkernd in Richtung seiner beiden Helferinnen, die zum zweiten Mal bei der Nikolausschau dabei sind, und richtet wieder den Kärcher auf die Kuh. Da wird dann mit der Bürste geschrubbt und der Schwanz ordentlich gesäubert, denn trotz der täglichen Wäschen legen sich die Kühe nachts doch mal wieder ins Stroh. „Die älteren Tiere sind da viel gelassener und kennen das ja meist auch schon“, erklärt Franziska Kasper, während sie die AZ durch die Viehhalle führt. Wieder andere Kühe sind da etwas temperamentvoller, aber die Fitter wissen genau, wie sie damit umgehen müssen.

Sechs bis sieben Messer

beim Scheren der Kuh

Einen Gang weiter stehen Jörg Schröter aus Tilleda und Michael Kersten aus Rochau mit der Scher-Maschine neben ihren Kühen. Schröter schickt am Freitag neun Tiere ins Rennen, ist damit größter Beschicker der Schau und beschäftigt sich gerade mit der ältesten Kuh im Feld, Marleen. „Wir benutzen hier sechs bis sieben verschiedene Messer beim Scheren“, erklärt Jürgen Hofmann, der gemeinsam mit Astrid Ostkämper vom RSA engagiert wurde. Circa 0,8 Millimeter hat dann das Fell, am Euter viel weniger. Auch an den Ripper wird etwas mehr Fell weggenommen, schließlich soll der feine Knochenbau auch deutlich sichtbar sein. Keiner der Fitter macht diesen Job hauptberuflich, viele haben auch extra Urlaub genommen, um bei der Nikolausschau dabei zu sein, so Kasper. Einige Betriebe haben ihre eigenen Leute nach Bismark geschickt, die sich um die Tiere kümmern. Doch weil der RSA die Nachzuchten seiner Bullen präsentieren wird, wurden auch von da Fitter angeheuert. Es seien auch einfach zu viele Nachzuchten, um alles selbst zu machen.

Glanzspray für den

optimalen Eindruck im Ring

Am Tag der Schau selbst werden alle Tiere nochmals gewaschen. Dann wird die Topline, die Oberlinie am Rücken der Kühe, hochgeföhnt und mit tiergerechtem Haarspray fixiert. Dadurch wirkt der Rücken der Kuh immer durchgängig gerade. Auch werden kleine Hautabschürfungen an den Gelenken mit weißer Farbe kaschiert. Schlussendlich kommt noch Glanzspray ins Fell, bevor die Tiere dem Preisrichter vorgeführt werden. Am Freitag wird sich zeigen, welche Kuh mit ihrer Schönheit überzeugen kann und zum Grand Champion der 21. Nikolausschau gekürt wird. Ab 18 Uhr können sich Interessierte das Ergebnis der Fitter-Arbeit ansehen.

Von Bianca Lange

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