Weißrussische Kinder zu Gast im Bismarker JFZ / Bunte Turnbeutel bargen Schreibutensilien

Mit Gesten verständigen

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Dimitrij und Christina packten gleich an Ort und Stelle ihre neuen Turnbeutel aus. Darin enthalten war allerlei nützlicher Schreibkram, den sie gut gebrauchen können.

Bismark. Katja unterhält sich angeregt mit einer Freundin. Sie kennt die Gegend um Bismark bereits aus dem vergangenen Jahr, als die weißrussischen Kindern in der Altmark zu Gast waren.

Eigentlich kommt jedes Kind nur einmal in den Genuss des mehrwöchigen Aufenthalts in Deutschland, den der Verein „Kinder von Tschernobyl“ organisiert. Doch die Gasteltern, bei denen Katja im vergangenen Jahr zu Gast war, wollten sie noch einmal wiedersehen. „Sie beteiligen sich auch an ihrem Aufenthalt“, erklärte Margrit Rieger gestern gegenüber der AZ.

18 Jungen und Mädchen aus Weißrussland sind seit Anfang Juni in Deutschland zu Gast. Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin Verena Schlüsselburg hatte die Kinder erneut nach Bismark eingeladen und ihnen gestern einen schönen Tag im Jugendfreizeitzentrum organisiert. Momentan sind sie im Integrationsdorf in Arendsee untergebracht. Mit einer reich gedeckten Frühstückstafel begrüßten die Mitarbeiterinnen um JFZ-Leiterin Anja Dräger die Kinder und ihre drei Betreuerinnen. Doch das blieb nicht die einzige Überraschung für die Jungen und Mädchen. Ein Bismarker Schreibwarengeschäft hatte einen zahlungskräftigen Sponsor gefunden und ein großes Paket mitgebracht.

Darin: 18 bunte Turnbeutel, die prall gefüllt waren. Federtasche, Regenschirm und eine so genannte Schlampermappe fanden Dimitrij und Christina in ihren Beuteln. Für ihre nun schon dreijährige Zusammenarbeit mit der Verwaltung, wenn es um die Kinder von Tschernobyl geht, wurde dem Ehepaar Eberhardt noch einmal gedankt. Nicht nur von der Bürgermeisterin, sondern in musikalischer Form auch von den 18 Kindern, die zwei Lieder in ihrer Heimatsprache vorbereitet hatte. Danach konnten sie endlich die Spielangebote des JFZ nutzen. Das Pedalo-Fahren erwies sich dabei als nicht ganz einfach und das Mikado-Spiel konnte auch ganz einfach mal in Speerwerfen umfunktioniert werden. Auf jeden Fall hatten die Kinder sichtlich Spaß. Zur Stärkung wartete das JFZ-Team zum Mittag mit Pommes und Nuggets auf, bevor es für die Gruppe zum traditionellen Sommerfest ins Dorfgemeinschaftshaus nach Grassau ging.

In wenigen Tagen lernen die Kinder ihre Gastfamilien in der Region kennen, die sich in diesem Jahr recht gut gefunden haben, erklärte Margrit Rieger. Auch die Verständigung sei dabei kein Problem. „Das geht mit Gesten und einige Gasteltern können auch noch einige Brocken Russisch.“ Dolmetscherin und Betreuerin Tamara ist schon seit Jahren ein fester Bestandteil dieses besonderen Ferienabgebots. Sie organisiert von Weißrussland aus die Reisen und kommt auch immer mit nach Deutschland.

Schon jetzt können die Kinder auf beachtliche Erlebnisse zurückblicken. Die ersten Tage haben sie in Wittenberge gebracht, wo sie durch Sachspenden einmal neu eingekleidet werden und das Schwimmbad intensiv nutzen konnten. Auch die Bundeshauptstadt haben sie schon besucht. Vor allem das Legoland-Center in Berlin hatte es ihnen angetan.

Auf jeden Fall werden die Kinder ein ganzes Paket von schönen Erinnerungen mit in ihre Heimat nehmen, wenn sie sich am 3. Juli wieder auf den Weg nach Hause machen.

Von Bianca Lange

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