Schwarz: „Widerspricht sich in sich“

Gendersternchen in Schinner Turnhalle wirft Fragen auf

Die Trainerumkleiden in der neuen Schinner Turnhalle tragen Gendersternchen.
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Nach der Besichtigung der Schinner Turnhalle wurde dieses Schild Thema in der Stadtratssitzung. Das Gendersternchen wird anscheinend nicht gern gesehen.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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Nach der Besichtigung der neuen Schinner Turnhalle, kam im Stadtrat eine Frage auf: Gehen wir jetzt dazu über? Denn ein Novum, auf das der Bauamtsleiter Erik Dähne ausdrücklich hinwies, war für einige Stadträte eine Überraschung: Die Schilder der Trainer-Umkleiden tragen Gendersternchen. 

Bismark/Schinne - Wie ein Ratsmitglied argumentierte, entspreche Gendersprache nicht der Rechtschreibverordnung. Die Verwaltung sollte sich daran halten. Einheitsgemeindebürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU) vertrat ihre Position, die eher gegen Gendersprache geht und die sie auch bereits im AZ-Gespräch eingenommen hatte.

„Wir sind als Verwaltung dazu angehalten, einfache und gendergerechte Sprache zu verwenden. Das widerspricht sich in sich“, erklärte sie. Die Bismarker Verwaltung gebe sich Mühe.

Dähne hatte zuvor betont, dass das Gendersternchen an den Umkleiden vorsorglich angebracht worden sei, damit später niemand ihnen in die sprichwörtliche Suppe spucken könne (AZ berichtete). Im Gespräch mit der AZ hatte Schwarz betont, dass sie derzeit wichtigere Aufgaben sehe als die Verwaltungssprache geschlechtsgerechter zu gestalten.

Sie sei generell nicht dagegen, aber was dort abgehe, ginge zu weit. Das Bismarker Stadtoberhaupt hält nicht viel von Sternchen, Unterstrich und Co. Auch da hatte sie bereits bemängelt, dass gendergerechte Sprache nicht mit einer möglichst einfachen Sprache in den Behörden zusammenpasse.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hatte Ende März 2021 in einer Pressemitteilung deutlich gemacht, dass Gendersternchen und andere Satzzeichen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern derzeit nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aufgenommen werden können. Im selben Schreiben verwendeten die Hüter der deutschen Sprache geschlechtsneutrale Bezeichnungen, indem die Tätigkeit hervorgehoben wird, nicht das Geschlecht, wie Studierende oder Lehrende.

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