Stadt zeigt sich mit eher durchschnittlichen Besucherzahlen zufrieden

Freibad-Verluste laufen nicht über

Eine Aufnahme aus dem Frühjahr. Der Kolk wird ab nächster Woche wieder allein den organisierten Anglern gehören. Die Badesaison im Coronajahr 2020 neigt sich dem Ende zu, am Sonntag soll sie endgültig beendet sein.
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Eine Aufnahme aus dem Frühjahr. Der Kolk wird ab nächster Woche wieder allein den organisierten Anglern gehören. Die Badesaison im Coronajahr 2020 neigt sich dem Ende zu, am Sonntag soll sie endgültig beendet sein.

Bismark / Möllenbeck – Corona hat der Einheitsgemeinde nicht sonderlich die Badesaison verhagelt. Zu dieser Einschätzung gelangt zumindest Bürgermeisterin Annegret Schwarz (CDU).

An das Badejahr 2018 mit ungewöhnlich langen Wärmephasen reicht die Saison aber bei Weitem nicht heran. Für das Waldbad Möllenbeck sind bislang 8160 Besucher gezählt worden, 2019 waren es 8853 und 2018 insgesamt 11.743. Am Kolk sind 2020 bisher 6429 Gäste registriert worden, 2019 nutzten 6672 das Angebot und im Jahr zuvor 11.770. Die Einnahmen der Stadt könnten ein Stück weit geringer ausfallen. Auch wenn die diesjährige Badesaison in beiden Freizeitstätten bis zum 6. September verlängert worden ist.

Noch bleiben ein paar Tage Zeit, abgerechnet wird naturgemäß am Ende einer Saison. „Ein Kassenschluss wurde bis dato nicht erstellt. Es zeichnet sich aber ab, dass wir uns im Rahmen des Haushaltsplans befinden“, lässt die Bürgermeisterin auf Nachfrage der AZ wissen. Und weiter: „Die Bäder sind nie kostendeckend. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, welche wir sehr gerne für unsere Bürger und Gäste erbringen.“ Wie groß der Rahmen des Haushaltsplans ist, darauf geht Schwarz in dem Moment nicht weiter ein. Im Frühjahr 2019 hieß es aus dem Rathaus, dass das Fliesenbad Möllenbeck die Stadt jährlich etwa 19.000 Euro an Unterhaltung und Bewirtschaftung kostet und das Naturbad Bismark circa 6500.

Ob die Einnahmen im Vergleich zu den Vorjahren nun unterm Strich spürbar geringer ausfallen werden oder nicht, an der Preisschraube soll offenbar vorerst nicht gedreht werden. „Eine Preiserhöhung stand gegenwärtig noch nicht in der Diskussion der politischen Gremien.“ In beiden Einrichtungen zahlt ein Erwachsener beispielsweise für die Tageskarte 2,50 Euro, ein Kind 1,50 Euro. Die Saison startete um etliche Tage verspätet am 6. Juni, in Möllenbeck war der Beginn wegen Bauarbeiten sowieso erst zu diesem Zeitpunkt möglich. Als Rathauschefin wünsche sie sich: „Dass wir weiterhin so finanziell ausgestattet sind, um uns diese wichtigen freiwilligen Aufgaben leisten zu können.“

Wie wichtig Freibäder gerade im Coronajahr sein könnten, hatte die Bürgermeister der Einheitsgemeinde schon im Frühsommer betont. Für die Mehrheit der Familien falle die normale Urlaubsreise ob der Beschränkungen wahrscheinlich ins Wasser. „Wir haben uns bereits frühzeitig mit den Coronaregeln auseinandergesetzt.“ Schwarz lobt nun die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Landkreises und der Wasserwacht. „In Möllenbeck hatten wir dazu noch eine super Unterstützung durch den Förderverein und die Ortschaft. Natürlich konnten wir uns auch zu 100 Prozent auf unsere eigenen Mitarbeiter verlassen, welche in der Saison wieder durchgezogen haben.“

Die Christdemokratin kommt zu einem fast euphorischen vorläufigen Fazit: „Die Einheitsgemeinde ist, trotz Corona und der zeitlich verspäteten Öffnung beider Bäder, sehr zufrieden.“ Größere Bauarbeiten seien da wie dort übrigens momentan nicht geplant. Seit 2019 flossen in das Waldbad im Dobberkauer Ortsteil Möllenbeck an die 300 000 Euro, mit dem Geld wurde nicht zuletzt das große Becken erneuert. Für den grundsätzlich ordentlich aufgestellten Kolk in der Kernstadt war kürzlich die Rede von einer Treppenerneuerung und einer „Grundsanierung des Badegewässers im Ganzen“. Wann und wodurch dies auf die Tagesordnung kommen und umgesetzt werden könnte, dazu äußert sich Bismarks Bürgermeisterin aktuell nicht. VON MARCO HERTZFELD  

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